Tamina Reinecke
Nachhaltige Mobilität in Urlaub und Freizeit: Rad- und Wanderwege touristisch ausbauen
die Kollegin Tamina Reinecke. Bitteschön! Vielen Dank. - Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Erlauben Sie mir, mit einer persönlichen Erfahrung zu starten. Vor einigen Jahren antwortete mir eine Befragte in einem touristischen Forschungsprojekt auf die Frage, wie ihre Zukunftsvision für ihre Destination aussieht: Ich habe keine Vision, ich bin Realistin. Ich habe lange über diesen Satz nachgedacht und frage mich bis heute: Warum sollten Vision und Realität Gegensätze sein? Was tun wir PolitikerInnen und auch Verbandsvorsitzende in der Realität? Ist nicht gerade die Vision einer besseren Zukunft die Basis unseres Handelns? Realität, das sind die vielen konkreten Maßnahmen in diesem Antrag, die Radfahren und Wandern sicher und entspannter machen. Diese Maßnahmen basieren auf einer Vision, unserer Vision, dass alle Menschen in Niedersachsen die Schönheit unserer Landschaften zu Fuß und mit dem Rad erkunden können. Nur diese Vision ermöglicht es uns, die Probleme zu verstehen, den Zielkorridor zu stecken und konkrete Maßnahmen in die Umsetzung zu bringen. Wussten Sie, dass mehr als ein Drittel der Niedersachsen gerne Rad fährt? Zudem ist Niedersachsen deutschlandweit Quellmarkt Nummer eins für Radreisende. Sie sehen: Das Potenzial ist riesig. Bislang wird es jedoch durch unzureichende Infrastruktur gebremst, und das wollen wir mit diesem Antrag ändern. Bereits im September das wurde heute schon erwähnt haben wir hier einen umfassenden Antrag zur Verbesserung der Radinfrastruktur beschlossen vielen Dank an meinen Kollegen Stephan Christ; darauf können wir heute sehr gut aufbauen, um Radfahren und Wandern auch in der Freizeit einfacher und sicherer zu machen. Die besondere Betrachtung von Radverkehr im Freizeitbereich ist notwendig, da Pendelwege und Reisewege unterschiedliche Anforderungen stellen. PendlerInnen wünschen sich kurze Wege und Strecken mit möglichst wenig Gegenwind. Touristen hingegen suchen schöne Wege und Attraktionen. In ländlichen Räumen führen viele Radverbindungen zu touristischen Zielen über Landstraßen ohne Radwege. Eine AGFK-Studie zeigt: 65 % der Befragten fühlen sich mit dem Rad auf der Straße dem Verkehr ausgeliefert das ist viel zu viel, und dies vor allem wegen rücksichtslosem Verhalten von einigen Autofahrenden, hohem Verkehrsaufkommen und überhöhter Geschwindigkeit. Das ist erschreckend, und es zeigt: Wir müssen Aktivtourismus in Niedersachsen sicherer machen. Wo kurzfristig kein separater Radweg dies ist und bleibt das Ziel möglich ist, müssen Lücken durch Schutzstreifen geschlossen werden. Sie machen sichtbar: Hier fahren auch Radfahrende. Ergänzt durch Tempolimits, erhöhen wir die Sicherheit deutlich. Kombiniert machen die Maßnahmen touristische Rad- und Wandernetze sicher nutzbar. Zudem wollen wir unseren Aktivtourismus in Niedersachsen einfacher machen. Viele Regionen es wurde erwähnt haben schon Knotenpunktsysteme eingeführt. Diese wollen wir nun niedersachsenweit ausbauen. Zudem sollen Rad- und Wanderwege umfassend kartiert, digitalisiert und ausgeschildert werden. Denn nur so kann Tagestourismus auch in unseren weniger touristischen Gebieten im ländlichen Raum Fuß fassen, neue Zielgruppen erreichen und auch von den aktuell mehr als 3 Milliarden Euro Wertschöpfung der Radreisenden in Niedersachsen profitieren. Also lassen Sie uns den Aktivurlaub in Niedersachsen einfacher und sicherer machen! Ich freue mich auf die Beratung im Ausschuss. Vielen Dank, und haben Sie aktive Zeugnisferien!
