Karin Emken
Ausbau der erneuerbaren Energien in den niedersächsischen Tourismusregionen stoppen
dass der Mensch diesen beeinflussen kann. Wenn man diese Annahme vertritt, dann gibt es gar keinen Handlungsbedarf und keinen Grund, Verantwortung zu übernehmen. Und das tun Sie, die AfD-Fraktion, ja auch konsequenterweise - ich meine: keine Verantwortung übernehmen. Dann braucht es auch keine erneuerbaren Energien, weder in touristischen noch in allen anderen Regionen Niedersachsens. Dann könnten wir alle so weitermachen, denn dieses Weitermachen hätte ja keinerlei Auswirkungen. Tja, hier möchte ich gerne Leonardo DiCaprio zitieren, den Schauspieler und bekennenden Umweltaktivisten. Bitte lassen Sie die Rednerin zu Wort kommen! Er hat gesagt ‑ sogar Schauspieler merken es ‑: „Wer nicht an den Klimawandel glaubt, glaubt nicht an Fakten, an die Wissenschaft oder an empirische Wahrheiten und sollte deshalb meiner Meinung nach kein öffentliches Amt bekleiden dürfen.“ Dem ist nichts hinzuzufügen. Alle anderen, die die Fakten nicht ignorieren, sondern zur Kenntnis nehmen, sind sich ihrer Verantwortung bewusst, die durch den von Menschen gemachten Klimawandel entsteht, und nehmen die daraus bestehenden Herausforderungen zum Handeln an. Dazu ist die Frage der Energiegewinnung elementar. Erneuerbare Energien sind Wind- und Sonnenenergie, Biomasse, Geothermie und Wasserkraft. Sie können einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Außerdem tragen sie zur Versorgungssicherheit und zur Vermeidung von Rohstoffkonflikten bei. Das Grundprinzip von erneuerbaren Energien besteht darin, dass zum einen in der Natur stattfindende Prozesse genutzt werden, zum anderen auch, dass aus nachwachsenden Rohstoffen Strom, Wärme und Kraftstoffe erzeugt werden, so die Definition des Umweltbundesamtes. Ich lese in dieser Definition nichts, was nicht unterstützenswert wäre. Zum Tourismus: Wir wissen, der Klimawandel wird direkte und indirekte Auswirkungen auf den Tourismus haben, denn der Tourismus ist als Wirtschaftszweig unmittelbar abhängig von Wetter, Witterung und Klima. Hitzeperioden, Dürre, Dauerregen oder Starkregenereignisse, Stürme, Waldbrände, Hoch- bzw. Niedrigwasser etc. wirken sich direkt auf ihn aus. Daneben ist festzustellen, dass viele unserer Gäste übrigens schon heute einen nachhaltigen, klimaschonenden und ressourcenschonenden Tourismus einfordern, und dazu gehört selbstverständlich die Nutzung von erneuerbaren Energien. Deshalb ist es unabdingbar, dass die zukünftige touristische Entwicklung auch die ökologische Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt stellt. Klimawandelbewältigung wird dabei eine entscheidende Rolle spielen. Gemeinsam mit den touristisch Handelnden und der Bevölkerung vor Ort müssen wir Antworten auf diese Herausforderung finden. Darum geht es. Vor diesem Hintergrund mache ich es kurz: Ihr Antrag ist in keiner Weise nachvollziehbar. Deshalb wurde er auch in den Ausschüssen von allen Fraktionen außer Ihrer abgelehnt, und das werden wir auch heute wieder tun. Zum Abschluss ein paar Worte von Marc-Uwe Kling, Autor, für Sie zum Nachdenken: „Ja, wir könnten jetzt was gegen den Klimawandel tun, aber wenn wir dann in 50 Jahren feststellen würden, dass sich alle Wissenschaftler doch vertan haben und es gar keine Klimaerwärmung gibt, dann hätten wir völlig ohne Grund dafür gesorgt, dass man selbst in den Städten die Luft wieder atmen kann, dass die Flüsse nicht mehr giftig sind, dass Autos weder Krach machen noch stinken und dass wir nicht mehr abhängig sind von Diktatoren und deren Ölvorkommen. Da würden wir uns schön ärgern.“ Danke schön. Frau Emken, auf Ihren Beitrag gibt es eine Kurzintervention aus der AfD-Fraktion, von Herrn Queckemeyer. Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren!
