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Sophie Ramdor

CDU 29.01.2026 5:41 min Tagungsabschnitte 19/31

Schulleitungen jetzt entlasten - Verwaltungsassistenz und IT-Administration an allen Schulen dauerhaft verankern

Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! „Viele Schulleitungen in Deutschland sind überlastet" - „Lehrkräfte im Burnout". Das sind nur zwei Beispiele von Überschriften aus dem letzten Jahr. Der Grund dafür ist dabei überall derselbe: Früher lag der Fokus der Lehrkräfte primär auf dem Unterricht und einigen Elterngesprächen, heute werden sie durch einen erheblichen Anstieg an administrativen Aufgaben herausgefordert. Die Belastung durch Verwaltungsaufgaben neben dem Unterricht wird häufig nur durch Überstunden geschafft. Das kostet nicht nur wertvolle Zeit, die an anderer Stelle im System fehlt, sondern auch Energie, was am Ende oft zu Teilzeitanträgen führt. Der Landesrechnungshof hat dazu eine klare Stellungnahme abgegeben. 2 170 Lehrkräfte könnte es rechnerisch mehr an den Grundschulen geben, wenn diese keine außerschulischen Aufgaben an Ganztagsschulen übernehmen müssten. Weitere 67,5 Vollzeitstellen gäbe es an Grundschulen durch den Wegfall der Wartung und Pflege der IT mehr. 57 Vollzeitstellen beschäftigen sich mit dem händischen Abrechnen von Reisekosten von Lehrkräften, und weitere 286 Lehrkräfte werden rechnerisch mit der Verwaltung und Bearbeitung von Schulgirokonten beschäftigt. Die genannten Zahlen an den Grundschulen passen zu den Teilzeitquoten. Der NDR schrieb letztes Jahr, dass 53,4 % der Grundschullehrkräfte in Teilzeit sind, um so der hohen Belastung der Vollzeit zu entkommen. Auch diese Aussage ist nicht neu. Genau deshalb braucht es jetzt diesen Antrag. Es ist Zeit, endlich konsequent zu handeln. Wir werden die Unterrichtsversorgung in diesem Land nur verbessern, wenn die Lehrkräfte wieder das tun, wofür sie ausgebildet wurden. Wenn wir dabei nicht entschlossen vorangehen, verlieren wir weiterhin jedes Jahr wertvolle Unterrichtszeit, Zeit, die nicht zur Wissensvermittlung zur Verfügung steht. Und ja, liebe Mitglieder des Kultusausschusses von SPD und Grünen, das Ministerium kennt das Thema. Das Modellprojekt zur Verwaltungsassistenz war ein guter Start, um die Bedürfnisse der Schulen herauszufinden und zielgerichtet ansetzen zu können. Aber was ist die Schlussfolgerung aus dem Projekt, das 2023, also vor drei Jahren, gestartet ist? - Es gibt jetzt eine große Menge weiterer Modellprojekte für Schulen, zum Beispiel für Schulen mit einer herausfordernden Unterrichtsversorgung. Wieder sollen ausgewählte Schulen nun in einem neuen Projekt herausfinden, welches nicht lehrende Personal sie gerne einstellen würden, damit sie entlastet werden. Wofür gab es denn das Modellprojekt der Verwaltungsassistenz, bei dem die Schulen Personal einstellen konnten, um entlastet zu werden, wenn wir nun wieder von vorne anfangen? Jetzt wird mir entgegengehalten: Das ist doch etwas ganz anderes. Die Schulen können diesmal zwischen pädagogischem Personal, ITlern und Verwaltungskräften wählen, vorher ging es nur um Verwaltungskräfte, die auch IT-Aufgaben gemacht haben. Die Ähnlichkeit ist bezeichnend, und es stellt sich die Frage: Wieso wird die Evaluation zur Verwaltungsassistenz nicht endlich dazu genutzt, Entlastung für alle Lehrkräfte zu ermöglichen? Wieso wird nicht einmal eine Sache zielführend umgesetzt und bis zum Ende begleitet, damit man die Auswirkungen sieht? - Hierbei ist uns eines wichtig: Wir sind nicht gegen die Entlastung. Die ausgewählten Schulen in den Regionen brauchen sie. Sie brauchen aber planbare und nachhaltige Entlastung und Personal, auf das sie sich verlassen können, und sie müssen sich darauf verlassen können, dass die Stellen langfristig finanziert sind. Es darf nicht noch einmal passieren, dass eingearbeitetes, an den Schulen benötigtes Personal wie beim Startchancen-Programm wieder entlassen werden muss. Das schadet nicht nur unseren Kindern, das schadet auch dem Land Niedersachsen als Arbeitgeber. Wir brauchen keine weiteren Projekte. Wir wollen, dass das bisherige Modellprojekt unverzüglich verstetigt wird, damit die Schulen zum Schuljahr 2027/2028 flächendeckend Verwaltungsassistenten einstellen können. Deshalb fordern wir als CDU-Fraktion in diesem Antrag, den landesweiten Aufgabenkatalog für Verwaltungsassistenzen endlich festzulegen, damit die Schulen ihr Personal rechtssicher suchen können. Natürlich haben wir auch die unterschiedlichen Gegebenheiten vor Ort im Blick, weshalb die Schulen zugleich die Möglichkeit erhalten müssen, den Katalog passgenau zu priorisieren und im Rahmen ihrer Eigenverantwortung an ihre Bedürfnisse anzupassen. In Zeiten des Fachkräftemangels müssen die Schulen zudem die Möglichkeit erhalten, Verwaltungsassistenzen schulübergreifend einzustellen, damit sie überhaupt jemanden für diese Aufgabe finden können. Personen, die in diesem Bereich arbeiten sollen, brauchen Fortbildung im Bereich der IT-Administration. Wenn sie diese haben, dann muss sich die Schule auch nicht zwischen einem ITler und einer Verwaltungskraft entscheiden, dann kann sie gleich beide Kompetenzen mit einer Person einstellen und somit die Lehrkräfte wirklich entlasten. Anstatt 800 Millionen Euro in nicht nachhaltige und sozial nicht verträgliche Tablets zu investieren, sollte das Geld lieber dazu genutzt werden, dass es Personal an den Schulen gibt, das die IT auch warten kann. Das will ich am Ende meiner Rede nicht unerwähnt lassen: Es gibt jetzt ganz frisch einen Erlassentwurf für die Verwaltungsassistenzen. Man sieht: Druck aus der Opposition hilft. - Wir können uns ja mal die zeitliche Reihenfolge angucken, und auch unsere Kleinen Anfragen haben sicherlich etwas Druck ausgeübt und beschleunigt. Aber der Entwurf ist nur ein Stück Papier, Frau Lansmann, und dieses Stück Papier ist nur der erste Schritt. Es fehlt uns aktuell noch das Konkrete darin. Unser Antrag enthält konkrete Forderungen für die Umsetzung vor Ort. Lassen Sie uns, liebe SPD, deshalb gemeinsam den nächsten Schritt gehen. Wir haben in Niedersachsen kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem. Vielen Dank. Vielen Dank, Frau Kollegin Ramdor. - Als Nächstes hat

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