Dr. med. vet. Ingo Kerzel
Niedersachsens Biotopverbund stärken und der Biodiversitätskrise begegnen
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Niedersachsens Biotopverbund - Pläne für eine nachhaltige Zukunft oder bloß Illusion? Die Debatte um den Biotopverbund in Niedersachsen ist aufgrund gesetzlicher Selbstverpflichtungen in vollem Gange. Wird der Plan denn in fünf Jahren aufgehen? Die Natur hält sich nicht an Pläne. Die Realität ist eine andere. Weiterhin zerstückeln immer mehr Windkraftanlagen unsere Landschaft. Die bisherigen Konzepte zur Biotopvernetzung sind weder umsetzbar noch realistisch. Typische grüne Mogelpackungen täuschen eine Scheinlösung vor, ohne die zugrunde liegenden Probleme anzupacken. Ein unkoordiniertes Vorantreiben von Naturschutzmaßnahmen ohne solide Grundlage wird nur zu Frustration führen, wenn sie nicht grundsätzlich im Einklang von Ökonomie und Ökologie stattfinden. Die Deindustrialisierung schreitet voran. Sind die zukünftigen Freiflächen dann im Industriegebiet zu finden? Um Ziele dauerhaft zu verwirklichen, müssen Sie breite Akzeptanz finden. Das wird nicht mit Zwangsmaßnahmen zu erreichen sein, indem man Flächen auf Kosten der Steuerzahler aufkaufen will. Von welchem Geld eigentlich? Der Erhalt der Artenvielfalt muss unter Berücksichtigung der sozialen Realität vor Ort stattfinden. Die Einbindung von Land- und Forstwirten ist selbstverständlich essenziell. Flächen für politische Experimente zu opfern, kann nicht das Ziel sein. Ein solider Biotopverbund erfordert regionale Konzepte. Biotopkorridore existieren bereits und werden häufig als solche gar nicht wahrgenommen. Durch ausgeklügelte Architektur und Integration sind sie auch im städtischen Raum machbar. Trotzdem bleibt zu fragen, ob die Natur diesen theoretischen Rahmen akzeptiert, wenn die Umsetzungen nicht finanzierbar sind und Verlierer vorprogrammiert sind. Oder soll die Natur beispielsweise mit Verbotsschildern gepflastert werden? Eine echte Vernetzung der Lebensräume kann nur durch intelligent gebaute Infrastruktur gelingen. Hierbei bietet sich die Nutzung bestehender Strukturen an. Die AfD-Fraktion setzt sich klar für ein realitätsnahes Vorgehen ein. Konzepte müssen nicht nur erarbeitet werden, sondern tatsächlich auch umgesetzt werden. Fragen wir uns: Wer soll in Niedersachsen glauben, dass die Projekte realisierbar sind, wenn die entscheidenden Schritte ausbleiben? Solange dem Bürger auf Grundstücksebene Nachteile entstehen, bleibt der Widerstand groß. Der Einzelne kann im eigenen Garten beginnen, seinen Beitrag zur Artenvielfalt zu leisten. Fakt ist, dass die sogenannte ökologische Wende im Einklang mit ökonomischen Interessen stattfinden muss. Pläne machen heißt, auch wirtschaftliche Anreize zu schaffen und den pragmatischen Dialog zu führen, den Ökologie und Ökonomie brauchen. Wir müssen harte Fragen stellen und die Schuld für ineffektive Maßnahmen niemand anderem zuschieben als fehlenden tragfähigen Konzepten. Ein Biotopverbund ohne ideologische Scheuklappen könnte unsere Forderung sein. Mit konkretem Handeln sichern wir eine nachhaltige Zukunft für alle. Letzter Satz, Herr Dr. Kerzel! Eine intakte Natur heißt Lebensqualität. Lebensqualität bedeutet aber auch Wohlstand, nicht dessen Vernichtung. Vielen Dank.
