Christian Meyer
Niedersachsens Biotopverbund stärken und der Biodiversitätskrise begegnen
für die Landesregierung der Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz Christian Meyer. Bitteschön, Herr Meyer! Vielen Dank. - Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir sind nach dem Grundgesetz verpflichtet, die natürlichen Lebensgrundlagen auch für kommende Generationen zu erhalten. Wir haben nicht nur die Klimakrise, wir haben auch eine gravierende Artenkrise. Deshalb bin ich froh, dass der Landtag in der letzten Legislaturperiode nach einem Volksbegehren, in dem sich über 162 000 Menschen dafür eingesetzt haben, dass wir das Artensterben bekämpfen, den Niedersächsischen Weg einstimmig beschlossen und uns den Auftrag gegeben hat, für die Natur für einen landesweiten Biotopverbund wenigstens 15 % der Landesfläche, davon 10 % des Offenlandes, herzurichten. Ich finde, das ist ein Minimalziel, wenn es darum geht, unsere grünen Lebensadern unsere grüne Infrastruktur, unsere Gewässer, unsere Wälder, unsere Moore, unsere Biotope zu verbinden, damit unser Netz des Lebens, die vielen Arten eine Lebensgrundlage haben. Das machen wir gemeinsam mit der Landwirtschaft, mit der Landwirtschaftskammer, mit den Umweltverbänden und mit den Kommunen. Ich bin sehr froh, dass der Landtag uns durch die Anhebung der Wasserentnahmegebühr viel Geld gegeben hat ausreichend ist es nie, um mehr Naturschutzmaßnahmen durchzuführen. Wir können dadurch den Landwirten viele Programme zum Schutz von Wiesenvögeln und vielen anderen Arten anbieten, um unser Ziel zu erreichen, realen Naturschutz zu machen. Das unterscheidet uns wahrscheinlich von der AfD, die Naturschutz nur dann im Munde führt, wenn es, wie wir gehört haben, gegen Windräder geht, und der ansonsten die Natur egal ist. Ja, es stimmt, Sie haben kritisiert, dass während der Vogelgrippe viele Kraniche gestorben sind. Aber Ihre Forderung war eine bürokratische Dokumentation von Beringungssystemen. Das ist nicht die Lösung. Wenn wir die Kranich- und Storchpopulation wieder steigern wollen, müssen wir wieder Lebensräume schaffen und Moore, Feuchtgebiete und andere Flächen erhalten. Das ist realer, pragmatischer Naturschutz, den wir hier auch gemeinsam machen. Deshalb bin ich dem Landtag sehr dankbar, dass er unterstreicht, dass wir mit einer Vielzahl von Maßnahmen daran arbeiten wollen, vor allem Fördermittel des Bundes zu binden - sei es im Rahmen des Bundesprogrammes „Blaues Band", um Gewässer zu renaturieren, sei es im Rahmen des „Grünen Bandes" an der innerdeutschen Grenze, sei es im Rahmen der Maßnahmen des Bundes im Aktionsprogramm „Natürlicher Klimaschutz", das jetzt aufgestockt worden ist, wofür ich der Bundesregierung sehr dankbar bin. Und der Landtag hat uns Geld bereitgestellt, um Kofinanzierungen zur Schaffung von Biotopverbünden leisten zu können. Sie wissen, in der Region Hannover gibt es ein neues großes Moorprojekt, für das das Land Geld bereitstellt, bei dem wir mittels Flurbereinigung mit Maßnahmen daran arbeiten, dass die Natur in Niedersachsen ihren Platz bekommt, wir das Artensterben stoppen und zeigen können, dass Niedersachsen auch beim Naturschutz die grünen Lebensadern pragmatisch, gemeinsam, zielorientiert handelt. Ich bin sehr froh, dass sich im Land viele Landwirte, viele Grundeigentümer, viele Kommunen, viele Umweltverbände und ganz, ganz viele Ehrenamtliche für den Naturschutz einsetzen, um die Artenvielfalt nicht nur zu erhalten, sondern auch dafür zu sorgen, dass viele Arten zurückkehren. Wir haben hierbei in vielen Bereichen Erfolge. Wir haben wieder mehr Seeadler als vor 20 Jahren, wir haben wieder mehr Biber als vor 20 Jahren, und wir haben eine Erfolgsgeschichte im Naturschutz. Wenn wir ihn gemeinsam mit den Menschen betreiben, dann schaffen wir auch das, was unser Grundgesetz uns vorschreibt, nämlich dauerhaft unsere natürlichen Lebensgrundlagen für die kommenden Generationen zu schützen. Vielen Dank, Herr Minister Meyer. Das war eine Punktlandung.
