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Alfred Dannenberg

AfD 23.02.2023 4:58 min Tagungsabschnitte 19/5

Aktuelle Herausforderung Agrarwende - den Wandel auf Höfen und Äckern gemeinsam gestalten

(Beifall bei der AfD) Alfred Dannenberg (AfD): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Nicht jede Agrarwende ist ein echter Erfolg. Eine Agrarwende, wie sie den Antragstellern vorschwebt, gab es schon mal, in Sri Lanka: 100 % Biolandbau, Pflanzenschutz- und Düngemittel importieren verboten. Am Ende standen Hunger und Inflation - letztes Jahr erst. Sie erdreisten sich, man müsse daraus nichts lernen. Die rot-grüne Agrarwende erinnert mich an Sri Lanka. Eine Agrarwende, wie wir sie wirklich bräuchten, sähe hingegen wie folgt aus: Keinen höheren Anteil von Biolandwirtschaft erzwingen! Der Kunde bezahlt das nicht mehr. Weichwährung Euro, Inflation, Kaufkraftverlust! Der Ökomarkt ist nahezu komplett zusammengebrochen. Bioware wurde in den letzten Monaten oft sogar billiger vermarktet als konventionelle Erzeugnisse. Ein guter Bekannter von mir im Heidekreis sitzt immer noch auf 110 t Biodinkel, Naturland A-Ware, und wird ihn nicht los. Liebe Grüne, ich gucke bewusst in Ihre Richtung - Sie verdienen ja ganz gut. Vielleicht wollen Sie sich an ihn wenden und ihm das abkaufen. Wenn Sie zusammenlegen, wird da vielleicht noch was draus. (Beifall bei der AfD) Zweiter Punkt: Billigimporte aus dem Ausland, erzeugt zu niedrigeren Standards als hier, sind der K. o.-Schlag für unsere Betriebe. Solange Sie das zulassen, bringt alles andere nichts. Deswegen: Nur Importe zu hiesigen Standards erlauben, und schon hätten die landwirtschaftlichen Betriebe hierzulande wieder eine faire Chance auf Konkurrenzfähigkeit. Welch eine tolle Agrarwende wäre das, meine Damen und Herren! Dritter Punkt: Dünger und Pflanzenschutz im bewährten Rahmen guter fachlicher Praxis, keine willkürlichen Reduktionen! Vertrauen Sie unseren hervorragend ausgebildeten Landwirten. Die wissen, wie man auf unseren Gunststandorten nachhaltig hochwertige Lebensmittel anbaut - für unsere Versorgungssicherheit und auch gegen den Hunger in der Welt. Vierter Punkt - wie passend; da geht es nämlich um die Zahl 4 % -: Diesem Anteil eines jeden Ackers droht die Zwangsstilllegung - dieses Jahr vernünftigerweise noch einmal ausgesetzt. Aber besser als aufgeschoben wäre ganz aufgehoben. Sofort ginge ein Raunen des Aufatmens über die Höfe, sehr geehrte Damen und Herren. Dann wäre da noch nach wie vor eine grundsätzliche Frage, nämlich die der Roten Gebiete. Deshalb sind die Landwirte mit ihren Traktoren vor ein paar Jahren massiv auf der Straße gewesen. Ich selbst war bei den LsV-Demos in Berlin und Hannover mit dabei und weiß noch sehr gut, was damals der Aufreger war: Niedersachsen hatte ausschließlich die belasteten Nitratmessstellen nach Brüssel gemeldet und die zahlreichen unproblematischen verschwiegen. Sehr geehrte Frau Otte-Kinast, ich wende mich einmal ganz höflich bewusst an Sie. Ich meine mich noch gut an ein Video zu erinnern, das Sie mit einer aufgebrachten Menge von Landwirten vor dem ML zeigt. Sie beteuerten gegenüber diesen Landwirten, dass der Fauxpas mit den Brunnen leider vor Ihrer Zeit des Wirkens geschehen sei. Ich glaube Ihnen das gerne. Aber alle hier schon länger Regierenden müssen sich fragen lassen: Warum wird dieses Thema nicht endlich mal geklärt? - Das wäre eine echte Agrarwende für ganz viele Betriebe hier in Niedersachsen. Nächster Punkt kurz und bündig : Einfach mal das ständige Bauern-Bashing sein lassen! Genau wie die überbordende lähmende Bürokratie aufhören muss! Das wäre doch mal ein echter Wandel! Oder meinen Sie nicht? Dann auch endlich wieder den Wolfsbestand aktiv managen, anstatt mit immer neuen Gesprächskreisen wir hatten das gestern schon auf Zeit zu spielen! Das wäre eine echte Agrarwende für so manchen Weidetierhalter hier in Niedersachsen. Und dann: Runter von den hohen Energiekosten! Wir brauchen einen breit aufgestellten Energiemix, zu dem auch Kohle und Kernkraft gehören, damit die Energieversorgung sicher und bezahlbar bleibt, auch für unsere Landwirte. Dann kommen wir auch schon zu Punkt 10, einer echten Agrarwende. Ein kleiner Blick in die Zukunft: Überlegen Sie sich das mit der Wiedervernässung der Moorgebiete vielleicht noch einmal! Seit Jahrhunderten haben ganze Generationen für die Urbarmachung der Böden geschuftet. Und jetzt das Rollback per Zwang? Eine neue Angst geht um auf den betroffenen Höfen. Wirtschaftlich droht eine Katastrophe. Reet und Moore können wir leider nicht essen. Ich könnte noch weitere Punkte zu einer echten Agrarwende ausführen. Aber mir ist völlig klar: Sie möchten das alles nicht hören. Sie gehen die Dinge nicht mit gesundem Menschenverstand an. Auch das hatten wir gestern schon. (Beifall bei der AfD) Denn täten Sie das, müsste Ihnen klar sein, dass Ihre Agrarwende - Ihre Agrarwende! - im besten Fall zu einem Fortschreiten des Höfesterbens führt und zur Verlagerung unserer Nahrungsmittelerzeugung ins Ausland. Aber im schlechtesten Fall führt sie zu einem Sri Lanka 2.0. Wissen Sie, was der Unterschied zwischen einem Crashtest und den Grünen ist? Beim Crashtest fährt man etwas vor die Wand, um für die Zukunft etwas Gutes zu lernen, und bei den Grünen ist es so: Die meinen, etwas Gutes zu tun, und fahren es doch vor die Wand. Vielen Dank. (Beifall bei der AfD)

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