Nicolas Mülbrecht Breer
Fachkräftegewinnung und -sicherung braucht regionale Netzwerke und Willkommenskultur: Nachhaltige Strukturen für die Förderung der Fachkräfteeinwanderung und Arbeitsmarktintegration in Niedersachsen sichern und ausbauen
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Ja, Frau Behrendt, wir wollen, dass geflüchtete Menschen einen besseren Zugang in den Arbeitsmarkt erhalten. Insbesondere sollen Ausbildungs- und Erwerbstätigkeit zugewanderter und geflüchteter Frauen verbessert und die Förderung der Start-Guide-Projekte sowie der Welcome Center langfristig abgesichert werden. Warum ist die schnelle Einbindung in den Arbeitsmarkt für Geflüchtete so wichtig? Arbeit gibt uns die Möglichkeit, unsere Fähigkeiten einzusetzen, zur Gemeinschaft beizutragen und das Selbstwertgefühl zu steigern. Arbeit trägt wesentlich dazu bei, einen sozialen Status und eine Rolle zu entwickeln. Arbeit gibt unserem Tag Struktur. Arbeit hilft beim Aufbau sozialer Kontakte und beim Erlernen von Sprache. Da könnte man doch glatt denken: Was sind wir für gute Menschen, dass wir den Geflüchteten diese Möglichkeiten geben? Lassen Sie mich bitte die Perspektive wechseln. Bis 2036 werden deutschlandweit etwa 12,9 Millionen Erwerbspersonen das gesetzliche Rentenalter erreicht haben. Das sind knapp 30 % der aktuellen Erwerbsbevölkerung. Gleichzeitig fehlt uns aufgrund des demografischen Wandels der notwendige Nachwuchs. Experten würden sagen, dass wir ziemlich am Arsch sind, wenn wir nicht gegensteuern und die Integration in den Arbeitsmarkt vereinfachen. Wir sind es, die auf Zuwanderung angewiesen sind. Wir brauchen Menschen, die medizinisch versorgen. Herr Kollege Breer, ich wurde gerade darauf hingewiesen, dass Sie einen Begriff aus dem Fäkalbereich verwendet haben. Bitte überdenken Sie, ob man das im Parlament machen sollte! Tut mir leid, Herr Präsident. Wir brauchen Menschen, die Häuser bauen. Wir brauchen Menschen, die unterrichten. Wir brauchen Menschen, die sich ehrenamtlich einbringen. Wir brauchen Menschen, die Nachbarn sind und zu Freunden werden. Die Integration von Fachkräften gelingt am besten, wenn Menschen nicht nur einen Arbeitsplatz finden, sondern auch in ihrer neuen Umgebung gut unterstützt werden. Die Welcome Center in Niedersachsen spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie bieten nicht nur Hilfe bei bürokratischen Hürden wie Anerkennung von Abschlüssen und Arbeitserlaubnissen, sondern begleiten die Zugewanderten auch in sozialen und kulturellen Fragen. Ob bei der Wohnungssuche, dem Zugang zu Sprachkursen oder der Vernetzung mit lokalen Gemeinschaften - diese Anlaufstellen schaffen eine Brücke zwischen der neuen Heimat und den Bedürfnissen der Fachkräfte und ihrer Familien. So entsteht nicht nur eine schnelle Integration in den Arbeitsmarkt, sondern auch ein Gefühl von Zugehörigkeit, das langfristig für eine stabile und erfolgreiche Zusammenarbeit sorgt. Deshalb setzen wir auf die Förderung weiterer qualifizierter Zuwanderung sowie die schnelle Integration bereits hier lebender Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt. Und das tun wir nicht allein, sondern mit großer Unterstützung der Unternehmens- und Handelsverbände in Niedersachsen. Ich danke Ihnen herzlich für Ihre Aufmerksamkeit und freue mich auf die Beratung im Ausschuss.
