Olaf Lies
Wie will die Landesregierung dem Wohnraummangel für Familien entgegenwirken?
Stellen Sie Ihre Gespräche ein! Jetzt hat die Landesregierung das Wort. Bitte! Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrter Herr Henning, die Antwort hat sich nur auf einen Teil bezogen. Insofern kann ich das auf Ihre Frage wohl gut ergänzen. Was wir auf Landesebene tun, macht das Landesbüro, das versucht, genau diese Frage zu beantworten; natürlich mit Best Practice. Wir würden uns ja etwas vormachen, wenn wir als Land der Meinung wären, genau zu wissen, wie es geht, und dann anderen erklären würden, wie sie es machen sollen. Wir müssen die Impulse setzen, damit wir in den Kommunen da ist ja die Hauptaufgabe zu leisten; die Kolleginnen und Kollegen dort wissen am besten, wie die Lebenswirklich der Menschen ist planen. Eine der Aufgaben ist, finde ich, ganz wichtig, und zwar dort, wo Neubaugebiete geplant werden, barrierefreien Geschosswohnungsbau, in den die Menschen einziehen können, zu berücksichtigen. Der Geschosswohnungsbau sollte nicht als Belastung betrachtet werden, sondern als wesentlicher Teil einer Gebietsentwicklung. In alten Zeiten war es nicht so, da war es immer sehr klassisch: Einfamilienhaus oder nicht. Zweitens müssen wir in die Beratung gehen, damit dort, wo Lücken im verdichteten Innenbereich sind, die Chancen genutzt werden und barrierefreier, natürlich in die Umgebung angepasster Geschosswohnungsbau geschaffen wird. Dieser Begriff klingt schon so, dass viele zusammenzucken. Das kann aber ganz nett aussehen. Man muss sich nur einmal ansehen, wie das heute gebaut wird. Das ist wirklich eine gute Antwort. Wir erleben das ja alle selber wir brauchen gar nicht in die Theorie gehen, dass Menschen für sich selber sagen: Die große Wohnung, von der ich eigentlich nichts mehr habe, kostet mich nur Geld, das große Haus mit dem großen Garten, das für mich sehr viel Arbeit und auch zukünftig - hohe Kosten bedeutet, kann ich nicht mehr sanieren lassen, oder eine Sanierung lohnt sich für mich nicht mehr. Es geht darum, diesen Menschen eine Perspektive zu bieten. Wichtig ist dabei, dass wir uns schon in einer sehr frühen Planung der Gebietsentwicklung Gedanken machen, wie wir den B-Plan aufstellen müssen, um diesen Aspekt mit zu bedenken. Bei der Aufstellung des B-Plans das soll keine Belastung, sondern eine Chance für die Kommune sein sollten wir versuchen, die Menschen mitzunehmen und auch anzusprechen: Was stellt ihr euch eigentlich vor, wie wollt ihr euch verändern? Lasst uns doch die Gelegenheit des Diskurses mit der Gesellschaft viel stärker nutzen, denn die Menschen wissen doch viel besser, was sie wollen, als dass wir uns überlegen, was sie morgen gerne hätten. Das ist ein ganz, ganz wichtiger Weg. Das ist nicht die eine große Lösung, aber wir wollen auch nicht die eine große Lösung, wo alle Leute, die vorher größeren Wohnraum hatten, hinziehen, sondern die Lösung muss integriert im Quartier sein. Die Menschen wollen auch zukünftig da leben, wo sie heute leben. Das ist die Hauptanstrengung, die wir leisten müssen. Vielen Dank. Uns liegen keine weiteren Zusatzfragen vor.
