Thordies Hanisch
Eine Frage der Gerechtigkeit: Klimaschutz in der Sozialwirtschaft stärken!
Bitte sehr! Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Soziale Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Fortschritt sind Grundpfeiler sozialdemokratischer Politik. Sozialdemokratische Politik in Niedersachsen hat maßgeblich zur Stärkung der sozialen Infrastruktur beigetragen, ob beim Ausbau der Kindertagesstätten, bei der Pflege, bei der Integration, der Gleichstellung oder in der Jugendhilfe. Ohne die freie Wohlfahrtspflege, ohne die vielen Träger sozialer Dienste von der Arbeiterwohlfahrt über die Caritas, das Deutsche Rote Kreuz, das Diakonische Werk, die Jüdische Wohlfahrt bis hin zum Paritätischen Wohlfahrtsverband wäre unser soziales Netz und unsere Gesellschaft nicht denkbar. Allen, die in diesen Bereichen haupt- und ehrenamtlich tätig sind, gilt dafür unser Dank. Der persönliche Einsatz geht hier in der Regel über den in klassischen Unternehmen hinaus, weil es die Arbeit mit Menschen ist und Beziehungen und Bindungen und die menschliche Verantwortung eben keinen Feierabend kennen. Im Unterschied zu profitorientierten Unternehmen kann die Sozialwirtschaft auch keine hohen Rücklagen bilden. Viele Träger arbeiten gemeinnützig und haben kaum Mittel für Investitionen. Die Sozialwirtschaft ist aber einer der größten Wirtschaftsbereiche im Land mit über 300 000 hauptamtlichen Mitarbeitenden, rund 500 000 Ehrenamtlichen und etwa 8 000 Einrichtungen. Hier in den Einrichtungen liegt ein erhebliches Potenzial für eine andere gesamtgesellschaftliche Aufgabe: die Erreichung der Klimaziele durch die Minderung von CO2-Emissionen. Genau deshalb setzen wir mit dem Projekt KiSs Klimaschutz in der niedersächsischen Sozialwirtschaft stärken hier an. Damit erreichen wir nicht nur einen Output für den Klimaschutz, sondern entlasten die Einrichtungen der Sozialwirtschaft ganz konkret. Denn was nicht oft genug deutlich gesagt werden kann: Jede Senkung des Energieverbrauchs ist eine Senkung der Betriebskosten. Das kommt dann der Sozialwirtschaft und damit auch den Niedersächsinnen und Niedersachsen ganz konkret zugute. Gemeinsam mit der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege und der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen unterstützen wir gezielt bei der energetischen Sanierung, bei der klimafreundlichen Wärmeversorgung, beim Einsatz erneuerbarer Energien wie beispielsweise Photovoltaikanlagen und bei nachhaltiger Beschaffung, Mobilität und Gemeinschaftsverpflegung. In gemeinnützigen Einrichtungen fehlt oft bei aller Überzeugung und Motivation die Zeit für die Konzeption und die Umsetzung von Klimamaßnahmen oder für die Fördermittelakquise. KiSs greift genau diese Herausforderung auf und bietet einen passgenauen Lösungsansatz. Mit rund 3,38 Millionen Euro in den nächsten vier Jahren unterstützen wir Vernetzung, Beratung, Planung und Information zu der nachhaltigen Ausrichtung der Sozialwirtschaft. 1 Million Euro wird dabei für energetische Sanierungsfahrpläne für mindestens 100 Einrichtungen aufgewendet werden. Sehr geehrte Damen und Herren, gesellschaftliche Aufgaben lassen sich nur mit der Gesellschaft zusammen lösen. Das gilt im sozialen Bereich ebenso wie im Bereich des Klimaschutzes. Klimaschutz und das Geld, das man durch Klimaschutzmaßnahmen sparen kann, darf dabei keine Frage von Kapazitäten oder Betriebsformen sein. Mit diesem Programm setzen wir an dieser Stelle an. Ich danke allen Partnerinnen und Partnern, die dieses Projekt mit uns auf den Weg gebracht haben. Ich danke der Klimaschutz- und Energieagentur und der LAG Freie Wohlfahrtspflege für die kluge und zukunftsgerichtete Konzeption und Zusammenarbeit. Ich freue mich auf die gemeinsame Arbeit in den kommenden Jahren für mehr Klimaschutz, mehr Gerechtigkeit und ein starkes Niedersachsen. Vielen Dank. Vielen Dank. -
