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Pascal Mennen

GRÜNE 18.12.2025 5:39 min Tagungsabschnitte 19/30

Gleiche Chancen im digitalen Lernen: Kostenfreie Tablets für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Abgeordnete! Erlauben Sie mir zu Beginn einen kurzen Zeitsprung: In den späten 70er-Jahren tobte ein riesiger bildungspolitischer Streit um die Einführung von Taschenrechnern im Mathematikunterricht. Das Abendland war quasi bedroht. Vor genau 50 Jahren wurde in der Bundesrepublik die Nutzung erlaubt. Kleiner Fun-Fact: In der DDR dauerte es bis in die 80er-Jahre und hieß dann offiziell „schulischer Rechenschieber-Ersatz SR1". Noch einmal herzlichen Glückwunsch 50 Jahre nachträglich, auch dazu, dass Kinder und Jugendliche in den letzten Jahrzehnten weiterhin gut und vermutlich sogar besser als zuvor Rechnen gelernt haben. Heute reden wir über eine weitere technische Entwicklung im Schulsystem, nämlich die landesweite Einführung kostenloser Tablets. Sie wird schlechtgeredet, wo es nur geht. Es werden Probleme herbeigeredet, und den an Schule Beteiligten wird Angst gemacht. Genau das haben wir gerade in der Rede von Herrn von Danwitz gehört. Herr Kollege Mennen, es gibt den Wunsch nach einer Zwischenfrage: des Kollegen Dr. Mohrmann. Lassen Sie sie zu? Nein, danke. Mit diesem Antrag zeigen wir heute, dass wir eben nicht nur Geräte vor die Tür stellen wollen, sondern dass an einem schlüssigen pädagogischen und organisatorischen Gesamtkonzept gearbeitet wird. Die AfD lehnte die Einführung der Tablets mal ab, heute auch mal nicht. Oder wie es Fraktionschef Klaus Wichmann im NDR-Sommerinterview sagt: „Wir sind ja früher auch ohne digitale Geräte zur Schule gegangen und haben durchaus gute Ergebnisse erzielt". Ich frage: Wie war das damals noch mit den Taschenrechnern? Und wie war das noch mit der bildungspolitischen Bankrotterklärung der sogenannten AfD? Haken dran! Die CDU hingegen ist offenbar tatsächlich etwas verzweifelt - was ich verstehen kann. Denn im Grunde wissen Sie alle, dass das hier der richtige Weg ist. Die Rekordinvestitionen in unser Bildungssystem, die wir gerade eben beschlossen haben, sind richtig: fast 10 Milliarden Euro, stärkster Aufwuchs in der Nachkriegsgeschichte! Dahinter stehen viele Konzepte. Wir stellen mehr Lehrkräfte ein - und beschaffen eben auch die Tablets. Ich habe die Meldungen gesehen, aber Sie machen keine Pause. Es gibt den Wunsch der Kollegin Ramdor von der CDU, und der Kollege Fühner hat auch den Wunsch nach einer Zwischenfrage. Nein, danke. Sie sind in der Opposition, Sie müssen kritisieren. Ich habe dafür Verständnis. Trotzdem war die Rede von Herrn von Danwitz gerade wirklich fernab jeglicher Realität, die uns auch aus den Schulen immer wieder zurückgemeldet wird. Sie wollen eine sogenannte budgetbasierte digitale Förderung. Wem wollen Sie denn sagen, dass sie das Arbeitsgerät selbst kaufen sollen und angeblich auch können? Es sind eben nicht nur die bildungs- und teilhabeberechtigten Kinder und Familien, die es sich nicht leisten können. Sie haben eben völlig unterschlagen, dass bildungs- und teilhabeberechtigte Kinder und Familien die Geräte nicht finanziert bekommen. Wo wollen Sie die Grenze ziehen, und wem wollen Sie das wie sagen? Leihtablets dürfen übrigens auch nicht mit nach Hause genommen werden. Denken Sie so etwas alles mit, wenn Sie hier einfach sagen, die Geräte sollten nicht für alle bezahlt werden? Wir wollen Bildung, die sich alle leisten können. Sehr geehrte Abgeordnete, ich bin froh, dass im Ministerium von Julia Hamburg pragmatisch, zielführend und auch bildungspolitisch klug an dieser Aufgabe gearbeitet wird. Alle SchülerInnen im Land Niedersachsen sollen ab Klasse 7 ab dem kommenden Schuljahr kostenfrei und jahrgangsweise aufsteigend mit Tablets eben nicht nur von einem Hersteller, nicht nur mit iPads ausgestattet werden. Ich höre aus den Kommunen und Schulen vor allem den Wunsch, es einfach und ohne großen organisatorischen Aufwand zu gestalten. Da ist Ihr Vorschlag, von der CDU, eines angepassten Digitalhaushalts mit Prüfungen oder Selbsterklärung der Eltern ich weiß nicht, wie Sie es umsetzen wollen, Budgetverhandlungen und Co. doch genau das Gegenteil, nämlich ein riesiges Bürokratiemonster. Wir wollen eine didaktische Einbettung der Geräte, die wir den SchülerInnen und Lehrkräften zur Verfügung stellen werden. Wir wollen eine nachhaltige Nutzung, keine doppelten Geschenke. Wir wollen Fortbildungen für die Lehrkräfte. Und wir wollen ein Anknüpfen an bestehende Konzepte. Das beinhaltet auch die einfache Auswahl aus verschiedenen Geräten, sodass sie anschlussfähig an die bisherigen Konzepte sind. Sehr geehrte Abgeordnete, der Taschenrechner wurde damals zum Schrecken aller bildungspolitischen Dinosaurier: Die Kinder verlernen das Rechnen, sie werden faul und mathematisch dumm. Wir wissen heute: Das ist Mumpitz. Längst weisen internationale Studien nach, dass technische Hilfsmittel, intelligent eingesetzt, den Lernprozess beschleunigen und die Kreativität fördern. Legen Sie deshalb Ihr Dinosaurierkostüm ab, und lassen Sie uns uns gemeinsam auf den Weg begeben, die Schulen, die sie klug in ihren Unterricht einbinden wollen, nicht nur mit kostenfreien Geräten zu versorgen, sondern ihnen mit diesem Antrag auch den entsprechenden Rahmen für eine gute Nutzung zu geben. Danke schön. Vielen Dank, Herr Kollege Mennen. -

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