Lena Nzume
Schulfrieden nicht gefährden: für eine zukunftsfeste Bildung unserer Kinder mit individueller Förderung statt Einheitsschule und Einheitslehrern
weitergelaufen ist. Sie haben noch 3:15 Minuten. Machen Sie ganz entspannt weiter! Wie gesagt, durch den Freiräume-Prozess, den BNE-Erlass, den Demokratiebildungserlass eröffnen wir Schulen Möglichkeiten für projektbasiertes, selbstverantwortetes Lernen. Die Kinder und Jugendlichen werden in die Lage versetzt, Verantwortung für ihre Lernprozesse zu übernehmen und Lernprozesse aktiv mitzugestalten. Ich finde, das ist wirklich Individualisierung. Dafür müssen Lehrkräfte natürlich auch ausgebildet werden. Deshalb wollen wir die Aspekte Coaching, Lernbegleitung, Inklusion stärken. Dazu gehören natürlich auch diagnostische Kompetenzen. Wie gesagt, hinsichtlich der Überarbeitung der Kerncurricula unterliegen Sie einem Irrtum, wenn Sie von einem Einstieg in ein Einheitscurriculum fabulieren. Ich hatte es schon gesagt: Es gab die Diskussion im Ausschuss, und es gab auch die schriftliche Beantwortung der Kleinen Anfrage. Das zeigt, Sie wollen es nicht lesen, Sie wollen es nicht verstehen. Ich weiß es nicht. Alle Schulformen des Sekundarbereichs vergeben die gleichen Abschlüsse. Auch im Sekundarbereich II wird nur das Abitur vergeben. Und deswegen ist es nur transparent, diese KCs entsprechend der Bildungsstandards der KMK zu überarbeiten und anzupassen. Und natürlich ist es so, dass wir die Lehrkräftebildung angehen wollen. Dabei geht es darum, Praxisorientierung zu ermöglichen. Eine gute Professionalisierung bedeutet eben, eine gute inklusive, rassismuskritische, diskriminierungskritische Pädagogik zu stärken. Das sind alles Ansätze, die wir gerade erarbeiten. Ich freue mich, dass Frau Kultusministerin Hamburg so engagiert in diesem Prozess ist und dass der Prozess auch mit dem Wissenschaftsministerium so weit vorangetrieben wird. Noch mal zu Ihrer Angst vor den Gesamtschulen. Unzählige Studien zeigen: Je später schulisch differenziert wird und je länger gemeinsam gelernt wird, desto besser sind die Bildungschancen. In vielen Ländern der Welt wird bis zur Klasse 10 gemeinsam gelernt. Der Landesschülerrat fordert in seiner Pressemitteilung zum Sozialindex auch eine Diskussion über ein gemeinsames Lernen. Genau das wollen wir doch: dass diejenigen, die es angeht, mit uns diskutieren - und das sind die Schüler*innen. Und wir wollen natürlich, dass alle Schüler*innen ihren Wunschberuf ausüben können, ein gutes Einkommen haben, ein selbstbestimmtes Leben führen können und gesellschaftliche Teilhabe genießen. Gerade angesichts der sozialen Spaltung sollten wir doch alles dafür tun, dass die Schere zwischen Arm und Reich nicht weiter auseinandergeht. Genau deshalb setzen wir uns für eine gute Schule ein. Für mich bedeutet Schulfrieden in diesem Zusammenhang, dass Schulen inklusive und sichere Orte für alle sind ‑ Orte, an denen alle Kinder ihre individuellen Fähigkeiten und Potenziale entwickeln können ‑ und dass die Kerncurricula unterschiedlich sind und differenzieren und sie in ihren Fähigkeiten stärken. Vielen Dank.
