Kirsikka Lansmann
Für jeden eine Perspektive schaffen - Anteil der Jugendlichen ohne Schulabschluss minimieren!
Sehr geehrte Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Als Sozialdemokratin in der Bildungspolitik ist mir Bildungsgerechtigkeit natürlich ein Herzensthema. Und zur Bildungsgerechtigkeit gehört auch, dass alle Kinder und Jugendlichen ihr Potenzial bestmöglich ausschöpfen können, um auch ihren Schulabschluss zu schaffen. Vielen Dank daher, dass wir uns zum Ende des Plenums mit diesem wirklich wichtigen Thema beschäftigen dürfen. Denn wie Sie eben bereits erwähnt haben, ist ein Schulabschluss wichtig, um auch im Berufsleben Fuß zu fassen. Ohne Schulabschluss sieht es auf dem Arbeitsmarkt oft düster aus. Frau Ramdor, in der von Ihnen erwähnten Studie, die auch Basis für Ihren Antrag ist, heißt es: „Das Verfehlen eines Hauptschulabschlusses ist ‑ anders als es die Bezeichnung ‚ohne Hauptschulabschluss‘ vermuten lässt ‑ nur am Rande mit der Hauptschule verbunden: Lediglich 13 Prozent der Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss haben 2020 in Hauptschulen gelernt.“ Weiter heißt es: „Im Bundesdurchschnitt kommt mit 49,2 Prozent nahezu die Hälfte der Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss aus den Förderschulen. … In Bremen …, in Berlin … und in Schleswig-Holstein … stammen weniger als ein Viertel der Jugendlichen ohne einen Hauptschulabschluss aus Förderschulen. Dies erklärt sich fraglos auch dadurch, dass in diesen drei Ländern … die Inklusionsanteile höher als in den übrigen dreizehn Ländern sind.“ Letzter Teil, den ich aus der Studie zitiere: „Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in inklusiven Lernsettings sind im Vergleich seltener dem Risiko ausgesetzt, ihre Schulzeit ohne Schulabschluss zu beenden, als gleichaltrige Schülerinnen und Schüler an Förderschulen. Vor diesem Hintergrund gilt es einmal mehr, die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention konsequent voranzutreiben, um möglichst vielen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit eines qualifizierten Schulabschlusses zu eröffnen.“ Unter Punkt 6 Ihres Antrags fordern Sie, Methoden digital gestützter Lern- und Kompetenzdiagnostik zur Erkennung von Lernrückständen zu entwickeln, insbesondere an Grund-, Haupt- und Realschulen. Warum werden hier nicht auch die Förderschulen mit in den Blick genommen? ‑ Ja, aber wenn man die Hälfte hat, dann ist es schon ein wichtiger Faktor. Da frage ich mich doch, Frau Ramdor, warum diese essentiellen Punkte weder in Ihrem Antrag noch in Ihrer Rede erwähnt werden. Entweder haben Sie die Studie nicht wirklich gelesen, oder Sie haben diese wichtigen Informationen absichtlich nicht aufgeführt. Beide Möglichkeiten finde ich unerhört. ‑ Ja, 50 % sind an Förderschulen. Die Studie unterstreicht erneut eindrücklich, wie wichtig eine inklusive Beschulung ist. Zugegeben: Wir haben noch lange nicht das gesamte Potenzial dafür ausgeschöpft. Aber im Unterschied zu Ihnen ist uns der Stellenwert einer gelungenen Inklusion durchaus bewusst, liebe CDU. Am Mittwoch hat der Kollege Fühner deutlich gezeigt, dass Sie immer noch nicht verstanden haben, dass Inklusion nicht bedeutet, separate Schulen zu schaffen, sondern die Beschulung an Regelschulen voranzubringen. Aber darauf hat mein Kollege Grosch zum Glück noch einmal hingewiesen. Lassen Sie eine Zwischenfrage zu? Ja, na klar! Gut. Vielen Dank, Frau Präsidentin. - Vielen Dank, Frau Kollegin Lansmann, dass Sie die Zwischenfrage zulassen. Vor dem Hintergrund Ihrer kritischen
