Alfred Dannenberg
Den Bestand des Europäischen Mufflons in Niedersachsen erhalten: Konsequenter Naturschutz setzt aktives Wolfsmanagement voraus!
Bei mir im Heidekreis, in der Eibia bei Bomlitz, gibt es einen der wenigen verbliebenen Mufflonbestände in Niedersachsen. Kurz vor der Ausrottung! Kürzlich fiel der vermutlich letzte Muffelwidder dem Wolf zum Opfer. Übrig sind geschätzt noch ganze fünf Schafe und Lämmer. „Die erledigt der Wolf bis zum Frühjahr auch noch“, sagte mir gestern ein Vertreter der Jägerschaft. Aus und vorbei! An Rot-Grün: Sehr, sehr traurig, dass das Wildschaf in Ihren Augen eben auch nur ein Schaf ist. Und Schafe scheinen bei den schon länger hier Regierenden leider nur wenig wert zu sein. Sie wurden für das große Freilandexperiment „Wolf“ schon zu Tausenden geopfert. Ja, der verwegene Wolf. In den Augen naturferner Grüner vielleicht eine verklärte Projektionsfläche: ein edler Wilder - aber mit flauschigem Fell! Damit lassen sich Spenden generieren. Genau wie mit dem elegant sich emporschwingenden Storch im NABU-Wappen. Wen interessiert da schon so’n zotteliges Wildschaf mit gedrehten Hörnern - sofern es sich denn als männlich identifiziert. Schöne Grüße an die in Ihren Augen wichtigen Themen! Für Sie gehört das Mufflon offenbar eh nicht in unsere Landschaft - obwohl es das Muffelwild ja schon seit über 100 Jahren in Deutschland gibt und es damit als heimisch gilt. Minister Meyer meinte am 14. Dezember hier im Plenum aber, das Mufflon sei keine heimische Tierart. Bemerkenswert, wo die Grünen die Willkommenskultur doch sonst so hochhalten! Ja, heimisch ist nicht gleich heimisch. Den Wolf, der hier sogar viel länger als 100 Jahre quasi ausgestorben war, erklären Sie trotzdem zum heimischen Tier. Herr Kollege Dannenberg, ich darf Sie in Ihrem Redefeuerwerk kurz unterbrechen. Es gibt den Wunsch nach einer Zwischenfrage des Kollegen Schroeder. Das können wir gerne am Ende machen, vielen Dank. Das heißt also nein. Sie erklären ihn trotzdem zum heimischen Tier. Welch Widersprüche! Und noch etwas: Der Wolf, der eignet sich ja ganz hervorragend, um so ganz ohne Schutzgebietsausweisung, ohne Bürgerbeteiligung, ohne Planfeststellungsverfahren und ohne Ordnungsrecht die Tierhaltung in Niedersachsen massiv unter Druck zu setzen. Und die ländliche Bevölkerung gleich mit! Aber das ist ja eh nicht Ihr Klientel. Gerade auf dem Land wählt man ja mittlerweile eher die AfD als die Grünen. Jedenfalls: das Wildschaf, Ihr achselzuckend hingenommener Kollateralschaden! Wer weiß, wie vielen Abgeordneten von Rot-Grün vormals noch nicht mal bekannt war, dass es bei uns in Niedersachsen überhaupt Mufflons gibt. Na ja, lohnt sich ja eh nicht mehr zu wissen, das Mufflon ist ja sowieso bald weg. Mir jedenfalls bleibt es im Gedächtnis. Und noch etwas wird mir im Gedächtnis bleiben: die Eiseskälte, mit der die Vertreter der Regierungsfraktionen im Ausschuss das gute Anliegen dieses Antrags vom Tisch gewischt haben. Sie haben dem Mufflon seine Daseinsberechtigung hier quasi abgesprochen. Schauen Sie mal ins Protokoll vom 30. August! Und die Expertenanhörung hat Rot-Grün auch verweigert. Sogleich wurde abgestimmt - Antrag abgelehnt! Ende im Gelände mit dem Mufflon - aus den Augen, aus dem Sinn. Aber Sie haben jetzt ja Ihren Wolf. Hurra! - Na, so still? Sie jubeln ja gar nicht! Eines noch: Irgendwann müssen Sie mir Ihre befremdlich selektive Wahrnehmung, die ganzen eklatanten Widersprüche Ihrer Politik mal erklären: Mufflon weg - Wolf her. Wälder zerstören - für Windräder. Moore wiedervernässen - und dann mit Photovoltaik zupflastern. Kernkraftwerke aus - und den Atomstrom aus Frankreich importiert. Du liebe Güte! Und das war erst das erste von fünf grünen Jahren hier Niedersachsen.
