Julia Willie Hamburg
Lehrkräfteausbildung praktisch und vernetzt denken - Qualität stärken, Fachkräftemangel bekämpfen!
die Kultusministerin Frau Hamburg. Bitteschön! Vielen Dank. - Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Gesellschaft entwickelt sich weiter, und insofern entwickeln sich auch die Anforderungen an Schule immer weiter. Die Lehrkräfteausbildung ist in der Tat ein grundlegender Schlüssel dafür, darauf vorzubereiten und Schulen immer weiterzuentwickeln. Insofern bin ich den Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen sehr dankbar für diesen Antrag. Denn es ist ganz entscheidend, dass wir unsere Lehrkräfte für die Gegenwart, aber auch für die Zukunft in unserem Land fit machen. Insofern finde ich es auch gut und wichtig, dass der Antrag gerade die Fragen „Wie finden wir zusätzliche Lehrkräfte? Wie können wir das Studium für neue Zielgruppen öffnen?" so explizit in den Blick nimmt. In der Tat arbeiten wir als Landesregierung gerade unter Hochdruck an der Konzeption eines Quereinstiegsmasters. Ich freue mich sehr, zu hören, dass hier in diesem Hause sehr breit unterstützt wird, dass wir solche Angebote in Niedersachsen brauchen. Auch die Verbesserung der Anerkennung ausländischer Abschlüsse ist für uns ein wichtiges Anliegen. Herr Reinken, ich muss Sie korrigieren: Wir warten nicht auf den Bund, sondern wir machen. Wir als Land Niedersachsen sind Teil der Pilotphase und sind schon mittendrin, um das als Pioniere für den Bund zu innovieren. Insofern sind wir ganz vorne mit dabei, wenn es an dieser Stelle um die Einführung von digitalen Verfahren geht. Darüber hinaus Frau Kollegin Nzume hat es gesagt prüfen wir gerade auch sehr intensiv, wie wir neben der Verfahrensbeschleunigung durch zusätzliches Personal auch noch Anpassungslehrgänge und berufsfeldbezogene Sprachkurse verbessern und anbieten können, weil das in der Tat bei der Anerkennung vielfach der Flaschenhals ist. Darüber reden wir hier alle miteinander immer wieder. Insofern sind wir auch an diesem Thema dran. In der Tat prüfen wir mit Blick auf den Entschließungsantrag auch die Einführung eines Lehramts für die Sekundarstufe I. Das führt nämlich am Ende dazu, dass die Kolleginnen und Kollegen, also die Lehrkräfte, sich erst später entscheiden müssen, an welche Schule sie wollen, welche Schulform sie wählen wollen. Insofern ist auch ein flexiblerer Einsatz möglich und damit womöglich auch eine höhere Attraktivität dieses Lehramts gegeben. Das hat aber überhaupt nichts damit zu tun, dass wir hier bestimmte Schulstrukturdebatten führen wollen, sondern es ist einfach ein pragmatisches Vorgehen, um noch mehr angehende Lehrkräfte für dieses Studium zu begeistern. Ich will deutlich betonen, dass das Stufenlehramt auch keine Schulstrukturdebatte mit sich gebracht hätte. Als wir das mit den Universitäten geplant und innoviert haben, war dort wirklich eine sehr positive Stimmung ob der Möglichkeiten gegeben, die sich durch dieses Lehramt an den Universitäten entwickeln. Es ist äußerst bedauerlich, dass die wirtschaftliche Situation und die nicht steigenden Steuereinnahmen dazu führen, dass wir dafür kein Geld haben, liebe Kolleginnen und Kollegen. Aber wir können es weder drucken noch von den Bäumen ernten. Insofern müssen wir an dieser Stelle warten. Ich finde es sehr wichtig, dass der Entschließungsantrag das Thema Praxisschock adressiert. Denn in der Tat erzählen viele Kolleginnen und Kollegen an den Schulen, dass die ersten Jahre sehr herausfordernd für sie waren. Insofern prüfen wir auf der einen Seite durchaus, wie wir Praxisanteile erhöhen können. Auf der anderen Seite wissen wir aber auch, dass wir in Niedersachsen einen Fachkräftemangel haben. Zusätzliche Anrechnungsstunden für ganz gleich welches Thema bedeuten weniger Unterricht, und auch das ist nicht in unser aller Interesse. Insofern schauen wir gerade parallel mit den Universitäten, wie wir durch zusätzliche Qualitätsstandards und vielleicht auch durch Umorganisation die Praxisphasen intensivieren und weiterentwickeln können. Denn unser Ziel muss es doch sein, eine stärkere Praxisorientierung in allen Studiengängen zu haben. In der Tat spricht der Antrag auch das Thema Basiskompetenzen an: Inklusion, heterogene Schülerschaft, Berufsorientierung, Demokratiebildung, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Digitalisierung. Uns fallen auch noch Tausende andere Themen ein, die Schule und Lehrkräfte mitbringen müssen. Insofern ist es ganz entscheidend, zu schauen, wie wir diese Angebote besser aufstellen können. Ich bin dem Kollegen Falko Mohrs sehr dankbar, dass er mit den Universitäten intensiv über Kooperationen in diesem Bereich und darüber nachdenkt, wie wir auch digitale Möglichkeiten nutzen können, um das Angebot noch einmal breiter und attraktiver aufzustellen. Darüber hinaus werden wir die Bildungsforschung in diesem Bereich stärken, damit wir noch mehr Daten zum Thema Studienverläufe und Übergänge bekommen. Denn das ist am Ende natürlich die Basis für die Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung. Ich möchte auch betonen, dass wir gerade sehr intensiv prüfen das haben Sie ja auch gefordert, wie wir einen dualen Masterstudiengang im Bereich der berufsbildenden Schulen als Modell innovieren können. Denn natürlich wäre es sehr spannend, auch Erfahrungen zu sammeln, wie mit dieser Verzahnung mehr Praxisnähe und vielleicht ein Mehrwert für nachhaltige Fachkräftegewinnung gegeben sein könnte. Insofern möchte ich Ihnen ganz herzlich für diesen Entschließungsantrag danken, der den Fokus auf ein wirklich wichtiges Thema legt. Ich hoffe, ich konnte deutlich machen, dass wir den Ball gerne aufnehmen, um dann auch in Ihrem Sinne weiterzuarbeiten.
