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Olaf Lies

SPD 26.09.2024 3:22 min Tagungsabschnitte 19/19

Wie will die Landesregierung dem Wohnraummangel für Familien entgegenwirken?

Was soll diese Rhetorik, die einfach nur Unruhe in die Gesellschaft bringt? Wozu? Warum denn nicht mal fachlich und sachlich? Was ist daran so schwer? Meine Damen und Herren, sehr geehrte Kollegen und Kolleginnen, wir sind in der Dringlichen Anfrage. Jetzt hat das Wort der Herr Minister. Ansonsten haben fast alle noch die Option, sich für eine Zusatzfrage zu melden. Ich bitte wirklich darum, diese Dialoge über die Bänke einzustellen. Danke. Olaf Lies, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Ich will die Zahlen mal nennen, denn sie sind ganz spannend in der Entwicklung. Damit ist kein Vorwurf verbunden - es sind einfach reale Zahlen. Es ist überhaupt nichts Schlimmes daran, wenn Menschen in größeren Wohnungen leben oder da auch nicht raus wollen. Aber wir können diese Zahlen ja mal betrachten und überlegen, wie Lösungen aussehen könnten. Im Moment beträgt die durchschnittliche Wohnfläche pro Person 55,4 m^2^. Das ist erst mal nur eine Zahl. Spannend wird sie im Vergleich. Die verfügbare Fläche pro Kopf ist umso größer, je weniger Personen im Haushalt leben. Darin liegt in der Gesamtbetrachtung eine gewisse Logik. Aber das Verhältnis ist schon ganz spannend. Alleinlebende, die gut 39 % aller Haushalte in Deutschland ausmachen, hatten 2022 durchschnittlich 73,4 m^2^ zur Verfügung. Dagegen betrug die Pro-Kopf-Wohnfläche in Haushalten mit mindestens vier Personen 29,9 m^2^; das folgt einer gewissen Logik. Aber man sieht den großen Anteil der Alleinlebenden, und 27 % der Alleinlebenden über 65 Jahre wohnten 2022 auf mindestens 100 m^2^. Auch das ist logisch nachvollziehbar: Die Lebenssituation hat sich verändert, die Familiensituation hat sich verändert - also eine völlig normale Erkenntnis, die erst mal nicht mit Kritik versehen ist, sondern das ist einfach eine Feststellung. Die spannende Frage, wie viel Wohnraum einem Haushalt zur Verfügung steht, hängt auch von den Eigentumsverhältnissen ab. Wer im Eigentum lebt, hatte 2022 im Durchschnitt 65 m^2^ zur Verfügung, in Mietwohnungen waren es 48,5 m^2^. Übrigens, was ganz spannend ist: Das Einzugsjahr spielte eine Rolle. Das wissen Sie, glaube ich, auch, das erlebt jeder: Bei Wohnraum, der schon sehr lange gemietet und vielleicht oft auch nicht so perfekt saniert ist, steht eine relativ große Fläche zur Verfügung. Jetzt kommen wir auf den Punkt: Ob das immer so gewünscht ist, ist, glaube ich, eine andere Frage. Das ergibt sich aus der Lebenssituation, in der sich etwas verändert, es ergibt sich aber vor allen Dingen aus der Quartiersituation: Wer, der möglicherweise älter ist und durchaus bereit wäre, kleineren barrierefreien Wohnraum zu nehmen, will denn woanders hin? Zumindest in der Regel wird man da bleiben wollen, wo man ist. Und das ist genau das Modell, das wir diskutieren und auch vor Ort mit den Wohnungsgesellschaften angehen die Mitgliedsunternehmen des Verbandes der Wohnungswirtschaft machen das auch: Wir schaffen zukünftig vor allen Dingen Wohnraum, der attraktiv für diejenigen ist, die ihn suchen und heute noch in größerem Wohnraum leben. Denen bieten wir den neuen vielleicht auch vorrangig an, damit ihr wenn sie ihn denn haben wollen bisheriger größerer Wohnraum wieder für Familien zur Verfügung steht - also im Dialog, im Miteinander, als Anreiz, als Angebot und vor allen Dingen im Quartier. Deswegen ist Quartiersentwicklung so wichtig. Es macht keinen Sinn, irgendwo Wohnraum zu schaffen, sondern wir müssen Wohnraumangebote dort schaffen, wo die Menschen sie auch haben wollen. Vielen Dank. - Für die CDU-Fraktion hat Herr Abgeordneter Christian Frölich das Wort. Bitte!

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