Dr. med. vet. Ingo Kerzel
Das Wattenmeer im Würgegriff: Klimakrise, Gasbohrungen und Plastikmüll gefährden das Weltnaturerbe. Wie weiter nach der UN-Konferenz zum Schutz der Meere?
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Das Wattenmeer, ein UNESCO-Weltnaturerbe, steht unter erheblichem Druck. Kann der Mensch das Wattenmeer retten? Eine ernste Herausforderung. Die AfD-Fraktion richtet einen klaren Appell an Sie: Schluss mit der Scheinheiligkeit in der Umweltpolitik! Der Klimawandel, Gasbohrungen und die allgegenwärtige Bedrohung durch Plastikmüll gefährden das Wattenmeer. Das ist nicht harmlos, sondern eine Naturkatastrophe in Zeitlupe. Das Wattenmeer ist leider kein in sich geschlossenes System. Es unterliegt allen Einflüssen um sich herum, die auf das Wattenmeer einwirken. Vor der Küste fährt die globalisierte Welt - und die globalisierten Mentalitäten. Was nicht gesehen wird, ist nicht da - selbstverständlich auch nicht die Altlasten aus dem Weltkrieg. Jahrzehntelang ist das auch durch die Politik ignoriert worden. Als ich in den 70er-Jahren mit meiner Schule auf Langeoog war, klebte schon damals Schweröl an meinen Füßen, wenn man es übersah. Überraschungseier fanden wir damals nicht, auch nicht Kokain - sehr komisch. Jetzt soll die Insel auch noch mit Bohrungen durchlöchert werden, um Stromtrassen der Offshore-Windkraftanlagen zu legen - was für ein Wahnsinn, den man Fortschritt nennt! Das ist wahrer Naturschutz? Die Inselbewohner fürchten zu Recht um ihre inseleigenen Trinkwasservorkommen. Was geschieht, wenn das Wasser brackig wird? Dann ist das ein bedauerlicher Zustand, der ja nur einen geringen Teil der Bevölkerung Niedersachsens betrifft. Die Touristen können ja ihr Wasser selbst mitbringen. Steigt oder sinkt dann die Kurtaxe? Gutachten und Genehmigungen gibt es schon genug: Die Gefahr besteht nur eingeschränkt. - Das soll wahr sein? Wer es glaubt, wird selig! Wie soll das Motto denn lauten: Irren ist menschlich? Die Frage, die sich stellt, ist nicht nur die, ob der Mensch das Wattenmeer retten kann, sondern auch, ob er es überhaupt will. Zu oft hören wir Versprechen, doch Papier ist geduldig - auch das chlorgebleichte. Wir fordern, dass den Worten endlich Taten folgen! Unsere Kinder und Enkelkinder haben ein Recht auf eine intakte Umwelt. Unsere Politik darf nicht daran scheitern, diese zu bewahren. Der Mensch hat es bisher nicht geschafft, die Natur in ihrer Gesamtheit zu schützen. Seine Anstrengungen bleiben punktuell. Es ist ein Unding, dass er weiterhin sich und seine Umwelt belastet, während sich die Ideale der Nachhaltigkeit lediglich als leeres Gerede herausstellen. Natürlich müssen selbstgesteckte Absichten, wie die Unversehrtheit des Körpers nach Artikel 2 des Grundgesetzes und Artikel 3 der Charta der Grundrechte, nicht aus dem Blick geraten - fromm reden können viele, fromm sein nur ganz wenige. Betrachten wir die Altlasten im Wattenmeer: Sie sind ein ständiger Beweis für die Kurzsicht. Die Altlasten reichen ja weit zurück. Aus den Augen, aus dem Sinn. Auch in den 70er-Jahren fand ich schon Phosphor. Denken wir doch einfach auch an Uniper und die Genehmigung zur Tankwaschung mit Chlorreiniger - genehmigt bis Ende 2043. Es wird nicht nur eine vergiftende Belastung in Kauf genommen. Was der Eintrag tatsächlich langfristig und akkumuliert bedeutet, weiß keiner, zumal die Filterstationen in Form von Mies- oder Herzmuscheln weit weg sind. Tatsächlich muss zum Beispiel regelmäßig auf Chloroform untersucht werden. In der Umwelt wird Chloroform in Chlorwasserstoff und Phosgen, das hochtoxisch ist, umgesetzt. - Na, super! Als aber damals durch Kronos Titan jetzt ist es die Höegh Esperanza verklappt wurde und der Überlebenswille von Nordsee und Wattenmeer getestet wurde, wurde bereits der Kampf zwischen Natur und behördlichen Genehmigungen ausgetragen. Nur wusste die Natur gar nichts davon. Sie kennt auch keine wissenschaftlichen Untersuchungen und Gutachten, aber sie muss damit fertig werden, wie auch die zukünftigen Generationen, die mindestens Urlaub an der Nordsee machen wollen. Die Auswirkungen der sogenannten Öko-Investitionen kennen diese Generationen noch nicht, sie müssen aber mit diesen leben. Ob dann noch Wattwanderungen möglich sind? Oder besser Ausschläge auf der Haut? Egal, Michael Jackson bleichte ja auch seine Haut mit Chlor. Mit Besorgnis, aber auch mit einem Schuss Ironie betrachtet, wird sich der Wattwurm als Monsterwurm rächen. Spielberg wird es als Spielfilm liefern. Können Sie das bitte aufschreiben: Der Wattwurm kommt aus meinem Ohr. Doch hier endet die Fantasie und beginnt der Ernst: Das natürliche Gleichgewicht ist bedroht und damit auch das Großbiotop Wattenmeer. Und was bringt uns Nizza? Erst einmal gar nichts: nur viel Papier und Absichten. Ein Naturschutz muss ausgewogen sein. Stoppschilder interessieren das Wattenmeer nicht. Wie auch? Ist das nicht eine gezeitige Wasserfläche? Dr. Kerzel, kommen Sie bitte zum Schluss! Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass ein Aufruf zum Handeln keine Zeit mehr für Ausreden oder verzichtbare Versprechen beinhaltet. Das Wattenmeer darf keine Kloake werden! Vielen Dank. Zu Wort hat sich gemeldet:
