landtag-niedersachsen.de ↗

Dr. med. vet. Ingo Kerzel

AfD 18.11.2025 3:03 min Tagungsabschnitte 19/29

Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes und des Niedersächsischen Gesetzes über den Wald und die Landschaftsordnung (Gesetz zur Förderung von Paludikulturen auf Moorflächen)

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Mit dem Gesetzentwurf soll die Moorwiedervernässung gezielt gefördert werden und die notwendige rechtliche Sicherheit für Planung und Umsetzung geschaffen werden. Die AfD-Fraktion unterstützt dieses Vorhaben. Warum? Moore sind ein Herzstück unserer gewachsenen Heimat und haben eine zentrale Funktion im natürlichen Wasserhaushalt. Sie wirken wie ein Schwamm. Sie nehmen Niederschläge auf, speichern sie zwischen und geben sie langsam wieder ab. Gerade in Trocken- wie in Starkregenphasen verzögern sie Hochwasserabflüsse. Die Land- und Forstwirtschaft ist in unseren Moorregionen seit Jahrhunderten verwurzelt. Landwirte und Forstwirte sind Partner, nicht Gegner des Moor- und Landschaftsschutzes. Sie verdienen Respekt statt Stigmatisierung, Kooperation statt einseitiger Vorgaben und bürokratischer Auflagen. Praxisnahe Lösungen liegen auf der Hand: Pflege- und Extensivierungsverträge, die Förderung bewährter extensiver Bewirtschaftungsformen wie Plaggenmahd und Weidehaltung sowie Beratung durch Natur- und Wasserverbände. Wir können auch Paludikulturen ansetzen: Torf erhaltende Landwirtschaft auf wiedervernässten Moorböden. Sie verbindet ökologischen Nutzen mit wirtschaftlicher Vernunft. Wiedervernässung braucht Augenmaß. Vorrangig müssen bekannte oder ehemals entwässerte Moorstandorte genutzt werden, deren hydrologische Voraussetzungen bereits vorhanden sind. Produktive land- oder forstwirtschaftliche Flächen dürfen nicht ohne Not aus der Bewirtschaftung genommen werden. Maßnahmen sind in enger Abstimmung mit Eigentümern und Bewirtschaftern umzusetzen: freiwillig, kooperativ und mit angemessener Entschädigung. Die Wiedervernässung ist kein Selbstzweck. Sie muss dort ansetzen, wo ökologische, wasserwirtschaftliche und gesellschaftliche Interessen im Einklang stehen. Ziel bleibt die Balance zwischen Naturschutz, Eigentumsschutz und regionaler Entwicklung. Wir stehen für Pragmatismus statt Ideologie, für Kooperation statt Konfrontation. Dieser Weg verlangt Geduld, Fachwissen und Verlässlichkeit. Es ist eine Generationenaufgabe. Wer Moore bewahrt, schützt das Land, das Wasser und das Leben selbst. Lassen Sie uns einen sachlichen, verantwortungsbewussten Schritt in diese Richtung gehen! Die AfD-Fraktion sieht einer Beratung im Ausschuss positiv entgegen. Vielen Dank. Die nächste Wortmeldung: aus der Fraktion der SPD der

Alle Reden von Dr. med. vet. Ingo Kerzel Rede ansehen ↗