Miriam Staudte
Keine Exoten in Zirkussen - Tierhaltung und -transportbedingungen weiter verbessern
und die Gespräche einzustellen. Dann ist es mit der Akustik hier etwas einfacher. Bitte schön, Frau Ministerin! Miriam Staudte, Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: Vielen Dank. - Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Der Entschließungsantrag „Keine Exoten in Zirkussen“ findet meine volle Unterstützung. Ich meine, dass das Halten von exotischen Tieren wirklich nicht artgerecht ist und auch das Vorführen von andressierten Zirkuskunststückchen wirklich keine zeitgemäße Art der Unterhaltung darstellt. Man kann hier nicht von einem Kulturgut reden, das zu schützen ist. (Beifall bei den GRÜNEN und bei der SPD) Es ist auch einfach nicht vermittelbar, dass für die gleichen Tierarten völlig unterschiedliche Haltungsanforderungen gelten Herr Domeier hat es vorhin ausgeführt , ob im Wildpark oder im Zoo oder im Zirkus. Das können wir so einfach nicht weiter hinnehmen. Entweder sind Haltungsbedingungen artgerecht, oder sie sind es nicht. Nun noch zu dem Vorwurf der Illusion. Es ist sehr gut, dass Sie sich mit einer Zirkusfamilie unterhalten haben. Ich glaube aber, dass man eher auf das Zirkuszentralregister zurückgreifen sollte, wenn man belastbare Zahlen haben möchte. Mir liegen folgende Zahlen vor: Wir haben in Deutschland 358 Zirkusbetriebe. 31 von diesen Betrieben sind sozusagen über ihre Winterquartiere hier in Niedersachsen gemeldet. Und tatsächlich haben nur 8 von ihnen exotische Tiere: 3 asiatische Elefanten und 26 Großkatzen. Ich würde anders argumentieren. Sie sagen, es gibt nur noch so wenige, als brauchen wir keine Regelung. Wir können aber doch auch sagen, es gibt nur noch sehr wenige Betriebe, die auf exotische Tiere setzen, deswegen ist es auch völlig angemessen, diese Art der Haltung künftig zu untersagen. (Beifall bei den GRÜNEN) Das, was wir haben, sind die Zirkusleitlinien, die Frau Klöckner auf den Weg gebracht hat. Die sind nicht ausreichend. Da geht es darum, dass nur die Neuanschaffung von exotischen Tieren untersagt wird, also ein sogenanntes Nachstellverbot. Ich meine, das ist nicht ausreichend, und deswegen bin ich sehr offen, was eine Bundesratsinitiative angeht. Wir werden die Beratung dieses Antrags im Ausschuss auf jeden Fall positiv begleiten. Ich glaube auch nicht, dass im Vordergrund die große Sorge steht, dass der Kontakt mit Menschen das große Problem darstellt. Aber es ist in einem Zirkusbetrieb, der sehr viel unterwegs ist, nun einmal gang und gäbe, dass Tiere über einen längeren Zeitpunkt in Käfigen gehalten werden. Ich glaube, das ist eine Art der Haltung, die wir nicht weiter akzeptieren können. Was die Dressur von Wildtieren angeht, müssen wir feststellen, dass sehr viele dieser Kunststücke und Übungen ohne Erfolg wären, wenn nicht auch Zwangsmaßnahmen angewendet würden. Der berühmte Kopfstand von Elefanten beispielsweise führt zu gesundheitlichen Schäden. Wir müssen diese Erkenntnisse akzeptieren und daraus unsere Konsequenzen ziehen. Wir können nicht einfach sagen, das hat es schon immer gegeben, das ist etwas Typisches, das hat Tradition, das können wir einfach weiter so dulden. Viele Länder Dänemark, Schweden, Belgien, Norwegen, Frankreich haben solche Verbote, die ab 2028 gelten werden. Ich denke, dass sich Deutschland in dieser Hinsicht absolut auf den Weg machen sollte. Vielen Dank. (Beifall bei den GRÜNEN und bei der SPD) Vizepräsidentin Meta Janssen-Kucz: Vielen Dank, Frau Ministerin.
