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Lukas Reinken

CDU 26.03.2025 4:20 min Tagungsabschnitte 19/24

Lehrkräfteausbildung praktisch und vernetzt denken - Qualität stärken, Fachkräftemangel bekämpfen!

dass dieser Lehrstuhl erhalten bleibt. Ich bin ohnehin gespannt, ob das Wissenschafts- und das Kultusministerium einen gemeinsamen Weg bei der Lehrkräfteausbildung gehen. Die waren unter unterschiedlichsten Konstellationen in der Vergangenheit nicht immer ganz einfach. Bisher scheitert es ja zumindest auch noch an der Zahlenbasis, wie viele Studienplätze überhaupt gebraucht werden. Sie werden hier sicherlich in den Ausschüssen ausführen, wie die Zusammenarbeit funktionieren wird. Sie bleiben uns im Übrigen auch schuldig, wie Sie eigentlich konkret den Praxisbezug erhöhen wollen und den Quereinstieg verbessern möchten. Sie sollten am Ende nicht immer nur Anträge mit vielen Worthülsen und Phrasen vortragen, sondern tatsächlich auch mit konkreten Vorschlägen um die Ecke kommen und insbesondere, wenn Entschließungsanträge dann mal vom Landtag angenommen werden, irgendwann daran weiterarbeiten und diese auch umsetzen. Bei einem Punkt aber das will ich Ihnen zugutehalten werden Sie sehr konkret, und da sehen wir dann auch das größte Problem. Sie wollen das Lehramt an Haupt- und Realschulen in ein Lehramt der Sekundarstufe I ändern. Ich bin sicher, Sie haben schon damit gerechnet. Das ist Ihr nächster Schritt auf dem Weg zum Einheitslehrer und zur Einheitsschule. Sie können sich sicher sein: Diesen ideologischen Schritt machen wir nicht mit, und den braucht Niedersachsen auch nicht. Meine Damen und Herren, immer mehr Gleichmacherei wird der Vielfalt der Schülerinnen und Schüler in diesem Land einfach nicht gerecht. Auch die Verbände von GEW bis VNL haben Ihnen in den letzten Tagen bescheinigt, dass es wirklich keinen Vorteil durch die Vorschläge gibt, die Sie in Ihren Antrag reingeschrieben haben. Man wird am Ende das Gefühl nicht los, dass Sie einfach nicht die Schmach überwinden können, dass das von Ihnen so geliebte, aber letztendlich unbrauchbare Stufenlehramt nicht umgesetzt werden kann. Selbst Frau Nzume ist ja eben wieder mit dem Begriff um die Ecke gekommen. Sie können es einfach nicht verkraften, dass dieser Punkt gescheitert ist. Sie sollten endlich aufhören und diesen Punkt begraben. Ich prophezeie Ihnen: Auch dieser Antrag wird bei den vielen Worthülsen, die da drinstehen, in der vorliegenden Fassung ein Rohrkrepierer werden. Ich lade Sie ein: Ändern Sie noch einmal etwas an Ihrem Antrag! Denn ohne konkrete Maßnahmen werden Sie die Lehrkräfteausbildung eben nicht verbessern, sondern Sie werden nur Ihre Vorliebe für immer neue Arbeits- und Gesprächskreise befriedigen, aber nichts wirklich in diesem Land umsetzen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wenn Sie wirklich möchten, dass zum Beispiel Hürden für den Berufszugang von Lehrkräften abgebaut werden, dann könnten Sie sich ja mal die Erlasslage ansehen, in der künstliche Hürden für Haupt- und Realschulkräfte dargelegt werden, an Gesamtschulen oder Oberschulen mit gymnasialem Zweig zu arbeiten. Fangen Sie doch vielleicht da an ganz praktisch an der Erlasslage, bevor Sie die gesamte Lehrkräfteausbildung umkrempeln und dabei in die falsche Richtung gehen. Also, meine Damen und Herren: Mehr Praxisbezug - ja, die Einheitsschule durch die Hintertür - nein! ‑ Frau Lansmann, wer bei dem Thema das Trauma hat und wer nicht, konnten wir, glaube ich, in der Rede von Frau Nzume ganz gut hören. Sie kommen offensichtlich nicht damit klar, dass bestimmte Punkte aus Ihrem Koalitionsvertrag nicht umgesetzt werden können, nicht mal von Ihrer eigenen Kultusministerin. Das wird nicht funktionieren, und das wird auch in Zukunft mit dem Stufenlehramt nichts. Also, hören Sie endlich auf damit! Suchen Sie sich neue Möglichkeiten, die Lehrkräfteausbildung wirklich zu verbessern! Ich lade Sie ein: Lassen Sie uns im Ausschuss wirklich in die Tiefe gehen, lassen Sie uns darüber sprechen, wie wir die Lehrkräfteausbildung gemeinsam verbessern! Ich glaube, für einige Punkte gibt es hier eine große Mehrheit im Hause. An denen sollten wir weiterarbeiten, aber eben ohne ideologische Experimente. Im Übrigen, Herr Präsident: Ich beantrage die Mitberatung im Ausschuss für Wissenschaft und Kultur. Das ist, glaube ich, untergegangen. Ein Großteil der Lehrkräfteausbildung findet auch in der Hochschullandschaft in Niedersachsen statt. Deswegen sollte der Wissenschaftsausschuss, glaube ich, mitberaten. Ich vermute aber, das dürfte kein großer Streitpunkt sein. Das sollten wir an dieser Stelle machen. Dann freue ich mich sowohl auf die Beratung im Kultusausschuss als auch auf die Beratung im Ausschuss für Wissenschaft und Kultur, und bin froh, wenn wir bei dem Thema ein Stück weit vorankommen, aber eben ohne Ideologie. Herzlichen Dank.

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