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Dr. Andreas Philippi

19.06.2024 4:22 min Tagungsabschnitte 19/17

Kinderschutz an erster Stelle! Von der Kinderschutzstrategie zum niedersächsischen Landeskinderschutzgesetz

Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung: Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete! Schreiben Sie bitte eine Minute von meiner Redezeit Frau Schendel gut, damit das demokratisch im Gleichgewicht bleibt. Meine Damen und Herren, laut aktuellen Zahlen des Bundeskriminalamtes sind im Jahr 2023 insgesamt 17 168 Kinder unter 14 Jahren als Opfer sexuellen Missbrauchs polizeilich bekannt geworden. Weitere 1 211 waren Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren. Das sind 18 379 zu viel, meine Damen und Herren. Diese Taten sind abscheulich! Die Dunkelziffer sexueller Gewalttaten wird vermutlich noch um ein Vielfaches höher liegen. Damit aber leider nicht genug: Die Zahlen häuslicher Gewalt sind im vergangenen Jahr erneut um 6,5 % gestiegen. Allein die Zeugenschaft von partnerschaftlicher Gewalt hat massive Auswirkungen auf die Entwicklung eines Kindes, ganz zu schweigen von der Gewalterfahrung, die ein Kind durch einen nahen Familienangehörigen selbst ertragen muss. Wir dürfen an dieser Stelle nicht nachlassen, wirksame Strategien und Maßnahmen zu entwickeln, damit diese schrecklichen und unverzeihlichen Taten besser aufgedeckt werden können. Vor diesem Hintergrund zeigt der vorliegende, sehr gute Entschließungsantrag von SPD und Grünen den richtigen Weg auf. Er ist präzise und mit allen Beteiligten vorab sehr gut abgestimmt. Wir müssen mit Entschlossenheit die interdisziplinäre Zusammenarbeit weiter voranbringen, uns miteinander an einen Tisch setzen, gemeinsame Präventionsstrategien entwickeln und uns gegenseitig gut aufeinander abstimmen für das gemeinsame Ziel, unsere Kinder zu schützen und unsere Kinder stärker zu machen. Wir, meine Damen und Herren, sind gemäß der UN-Kinderrechtskonvention dazu verpflichtet, Kinder über ihre Rechte aufzuklären und diese kindgerecht zu vermitteln. Wir sind aufgefordert, den Kindern eine Stimme zu geben, indem wir sie beteiligen. Wir sind dafür verantwortlich, unsere Kinder vor jeglicher Art von Gewalt zu schützen. Sehr geehrte Damen und Herren, mit dem Kinderschutzgesetz und der Kinderschutzstrategie greifen wir nun das auf, was in den drei vorangegangenen Kommissionen mit Unterstützung vieler Expertinnen und Experten erarbeitet wurde. Der IMAK Kinderschutz hat die Ergebnisse der Präventionskommission, der Lügde-Kommission und der Enquetekommission ressortübergreifend bewertet. Mit dem Ergebnis bereiten wir den Kindern ein Fundament, damit sie gestärkt und unbeschwert ins Leben gehen können. Wir sind fest entschlossen, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen und Gewaltstraftaten an Kindern und Jugendlichen noch besser aufzuklären, gerade auch medizinisch und juristisch. Wir wollen eine Grundlage dafür schaffen, Fachkräfte, Ärztinnen und Ärzte sowie Ehrenamtliche, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, mehr für Kinderschutz zu sensibilisieren. Wir verfolgen innovative Ansätze, um Unterstützung von allen Seiten der Gesellschaft und aus der Wirtschaft für unsere Kinder zu ermöglichen. Das Kinderschutzgesetz wird dabei unterstützen, bewährte Strukturen zu sichern und weiter innovativ auszubauen. Lassen Sie uns also alle gemeinsam ein Zeichen setzen und den Kinderschutz in Niedersachsen auf eine neue Ebene bringen - zum Wohle unserer Kinder! Vielen Dank.

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