Sebastian Penno
Masterplan Marienburg 2030 - kultur- und landesgeschichtliche Bedeutung bewahren und erschließen!
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Im vergangenen Jahr bin ich mit der Bahn auf dem Weg zur IdeenExpo. Mit mir fahren viele Schulklassen, auch Klassen aus meinem Wahlkreis, unter anderem aus meiner Referendariatsschule. Ich unterhalte mich die Fahrt über also mit den ehemaligen Kolleginnen und Kollegen, als wir uns Nordstemmen nähern. Plötzlich bricht Unruhe aus, die sich in laute „Maxton Hall! Maxton Hall!"-Rufe verwandelt. Die Schülerinnen und Schüler in unserem Abteil drücken sich an die Scheiben, machen Fotos, sind total begeistert, während die Kolleginnen und Kollegen zwischen irritiert und wissend aussehen. Als ich dann einigen Schülerinnen und Schülern erzählt habe, dass ich im Landtag im Ausschuss für Wissenschaft und Kultur bin und dass Maxton Hall, also Schloss Marienburg, dort oft Thema ist, waren die Schülerinnen und Schüler interessiert, ja fast fasziniert. Aus diesem Erlebnis heraus ergeben sich zwei Gedanken. Zum einen: Schloss Marienburg fasziniert die meist jungen Fans der Serie und ist offensichtlich ein mindestens deutschlandweit bekannter Ort. Das bietet die Möglichkeit, aktuelles populärkulturelles Interesse und historische Bedeutsamkeit zu verbinden. Zum anderen stellt sich die Frage, warum die Kolleginnen und Kollegen der CDU-Fraktion zwar schon die gesamte Wahlperiode über mit Kleinen Anfragen und Unterrichtungswünschen zum Thema Marienburg auf sich aufmerksam machen wollen, der Entschließungsantrag hingegen erst am 17. Dezember 2024 gestellt wird - als Direktüberweisung begleitet von einer weiteren Kleinen Anfrage. Während sich Ersteres in Punkt 6 unseres Antrags niederschlägt, ergeben sich aus dem zweiten Gedanken wiederum zwei Möglichkeiten. Entweder glauben die Kolleginnen und Kollegen der CDU im Ausschuss für Wissenschaft und Kultur nicht an die Bedeutsamkeit der Marienburg und haben den Entschließungsantrag deshalb kurz nach dem letzten Plenum und vor der Weihnachtspause gestellt, oder die übrigen Fraktionsmitglieder haben in den letzten zweieinhalb Jahren gemerkt, dass sich die CDU-Kolleginnen und -Kollegen im Ausschuss beim Thema Marienburg heillos verrannt haben. Vielleicht können sich aber manche in der Fraktion noch an die letzte Wahlperiode erinnern und wissen deshalb noch, dass der damalig für Schloss Marienburg zuständige Wissenschaftsminister aus ihren Reihen kam. Der Versuch, mit der Skandalisierung des Komplexes Marienburg unserem erfolgreichen und hoch geschätzten Minister für Wissenschaft und Kultur zu schaden, führt deshalb auch unweigerlich zu Fragen, die in Ihre Richtung gestellt werden würden. Fragen über Fragen! Ich habe mal nachgezählt: drei Unterrichtungsanträge der CDU, dazu einer der AfD, sechs Kleine Anfragen der CDU, zusätzlich eine Dringliche Anfrage der AfD - und das nur in dieser Wahlperiode. In der vergangenen Wahlperiode waren es insgesamt neun Kleine Anfragen der damals vertretenen Fraktionen, mehrere Unterrichtungen in verschiedenen Ausschüssen, eine Regierungserklärung und Debatten im Plenum. Von Nichtinformation oder anderen Unterstellungen, die immer wieder auftauchen, kann also keine Rede sein. Meine Vermutung wäre daher eher: Wer sich nicht informiert fühlt, der interessiert sich entweder nicht für das Thema oder hat so einiges verschlafen. Nach diesem Rückblick will ich jetzt noch weitere Punkte aus unserem Antrag ansprechen. Wir wollen, dass die Umsetzung des Masterplans Marienburg 2030 konsequent weitergetrieben wird, damit das wissenschaftliche, museale und touristische Potenzial des Schlosses voll ausgeschöpft werden kann. Wir wollen, dass schon während der Sanierung von Schloss Marienburg geprüft wird, wie Teilbereiche trotz laufender Bauarbeiten nutzbar gemacht werden können. So können Einnahmen erzielt werden. Um Ihnen, liebe CDU, den Wind aus den Segeln zu nehmen, haben wir explizit aufgenommen, dass der Landtag natürlich auch weiterhin über die Planung und die Umsetzung der Sanierung zu unterrichten ist, insbesondere über die Einhaltung des vorgesehenen Zeit- und Kostenrahmens. Dazu, dass das bislang auch schon der Fall ist, habe ich ja eben schon ausführlich ausgeführt. Abschließend: Schloss Marienburg ist nicht nur ein herausragendes Zeugnis des Historismus in Norddeutschland, sondern auch ein lebendiges Zeugnis der Geschichte und Kultur Niedersachsens. Als weithin bekanntes Wahrzeichen ist Schloss Marienburg Anziehungspunkt für zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus aller Welt und damit auch ein Eckpfeiler der niedersächsischen Tourismuswirtschaft. Das Schloss stellt nicht nur den Alltag vergangener Staats- und Gesellschaftsformen dar, sondern wird durch seine denkmalgerechte Sanierung und durch die Umsetzung des Masterplans Marienburg 2030 zu einem zukunftsfähigen Lernort und zu einem gewinnbringenden Ort für Veranstaltungen, der auch für die lokale Wirtschaft zum wichtigen Standortfaktor werden kann. Schloss Marienburg und sein Inventar gehören zum kulturellen Erbe Niedersachsens und tragen zur touristischen Attraktivität Niedersachsens bei. Die Umsetzung des Masterplans Marienburg 2030 macht den Ort zu einem Vorzeigeprojekt für die auch wirtschaftlich wichtige Verbindung von Kultur und Tourismus in Niedersachsen. Ich freue mich auf die konstruktiven Beratungen im Ausschuss und danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
