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Katharina Jensen

CDU 17.04.2024 4:03 min Tagungsabschnitte 19/15

Die Ausbreitung des Erdmandelgrases verhindern und zurückdrängen

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Verehrte Kollegen! Wir sprechen heute über sechs Pflanzenarten mit einem erheblichen Bedrohungspotenzial für die Kultur- und Nutzpflanzen in Niedersachsen. Das ist auch mit Blick auf den Klimawandel, der es einigen Arten erst ermöglicht hat, sich in Norddeutschland auszubreiten, und mit Blick auf die Bedeutung der heimischen Landwirtschaft für die Versorgungssicherheit in Deutschland von Relevanz. Es geht um Pflanzenarten, die in den vergangenen zehn Jahren in Niedersachsen zum Problem geworden sind, weil es sich entweder um gebietsfremde Arten handelt, oder um solche, die bisher bei der Bekämpfung anderer Schaderreger miterfasst wurden oder vor wenigen Jahren einfach keine große Schadwirkung hatten. Inzwischen kämpfen die Menschen in Niedersachsen mit Ambrosia ‑ einer Pflanze, die allen Allergikern bekannt ist und diesen schwer zusetzt ‑ oder auch mit dem Erdmandelgras, das sich nur sehr schwer bekämpfen lässt und bereits auf Tausenden Hektar Fläche in Niedersachsen bzw. insbesondere in Norddeutschland auftritt. Das Tückische am Erdmandelgras ist: Die Pflanzen bilden an ihren Wurzeln mehrere Hundert sogenannte Knöllchen, die im Boden bleiben und auskeimen. Keimfähig sind sie bis zu sechs Jahre. Besonders in den Kulturen Mais und Kartoffel lässt sich das Erdmandelgras so gut wie gar nicht bekämpfen, wenn es durch die Maschinen von Schlag zu Schlag verteilt wird. Die gute fachliche Praxis heißt hier: Fruchtwechsel hin zu mehr Raps und Getreide, eine Kombination von Spritzfolgen und Maschinen- und Bodenhygiene. Dies sind derzeit die einzigen Werkzeuge, die betroffenen Landwirten zur Verfügung stehen. Quirlige Borstenhirse und Gelbe Borstenhirse werden in den Maisanbauregionen Niedersachsens ebenfalls zum Problem. Die Samtpappel, ursprünglich aus Südeuropa, ist inzwischen in all unseren Kulturen als Unkraut anzutreffen. Auf Rübenflächen ist diese Pflanze mit den dafür zugelassenen Herbiziden nicht zu bekämpfen. Einjähriges Berufkraut vermehrt sich unter anderem stark auf Weiden. Es wird vom Vieh gemieden. Auf Ruderalstandorten und Magerwiesen verdrängt es die einheimische Flora. Das alles geht aus der Antwort auf meine Kleine Anfrage „Welche Gefahr geht von neuen Pflanzenschädlingen und -krankheiten aus?“, die ich an die Landesregierung gestellt habe, hervor. In meinen genannten Beispielen beziehe ich mich nur auf Unkräuter in Kultur- und Nutzpflanzen. Es gibt natürlich noch mehr - im Wald und auch im Gemüseanbau. Ich hoffe, damit deutlich gemacht zu haben, wie dringend der Handlungsbedarf ist. Deshalb bringen wir heute unseren Antrag in geänderter Fassung hier ins Plenum ein, der weit über den ursprünglichen Antrag der AfD, der sich nur mit dem Erdmandelgras befasst hat, hinausgeht. Im Landwirtschaftsausschuss ist dem Antrag bereits von allen Fraktionen zugestimmt worden. Vielen Dank an dieser Stelle auch an die SPD und an die Grünen, dass sie kaum Änderungswünsche hatten. Wir als CDU-Fraktion fordern darin vor allem eine qualifizierte und systematische Erfassung des Befalls von landwirtschaftlichen Flächen mit Pflanzenarten mit Bedrohungspotenzial bei gleichzeitiger Bewertung hinsichtlich ökonomischer und ökologischer Bedeutung. Wir wollen die Meldesysteme und die derzeitigen Möglichkeiten zur Bekämpfung dieser Pflanzenarten sowie die Umsetzbarkeit verschiedener Bekämpfungsstrategien überprüfen. Denn das Ziel muss es sein, diese Pflanzen zurückzudrängen, um weiteren Schaden von unseren Kultur- und Nutzpflanzen abzuwenden. Im Pflanzenschutzamt der Landwirtschaftskammer laufen diesbezüglich schon Untersuchungen, und beispielsweise auch in der Schweiz ist man da schon recht weit. Da weitgehend Konsens herrscht, ist für uns nach Zustimmung hier heute im Plenum vor allem eine schnelle Umsetzung der geforderten Maßnahmen maßgeblich. Danke schön. Vielen Dank. - Als nächster Redner hat sich zu Wort gemeldet: von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen der Kollege Leddin.

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