Pascal Mennen
Schule zukunftsfest machen - mit A 13, 2 460 neuen Lehrkräften und mehr Bildungsgerechtigkeit beginnt das neue Schuljahr
hat sich zu Wort gemeldet: der Kollege Pascal Mennen. Bitteschön! Moin zusammen! Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Abgeordnete! Auf diese Weise habe ich jahrelang morgens meine SchülerInnen begrüßt. Ich sage es mal als Deutschlehrer mit Hermann Hesse: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne." Es ist wichtig, wie man gemeinsam anfängt. In der ersten Stunde des Schulalltags liegt der Zauber meistens im Aufwecken und Wachhalten. Ich bin Ihnen heute sehr dankbar, dass ich diese Aufgabe hier nicht habe, möchte aber zumindest einmal an die Debatte auch in anderen Ländern erinnern, was einen späteren Schulanfang und flexiblere Anfangszeiten angeht. Meine Damen und Herren, liebe KollegInnen, was Hermann Hesse mit seinem Gedicht „Stufen" über das Leben an sich sagt, trifft auf den Schulstart, über den wir hier heute in unserer ersten Stunde sprechen, ganz besonders zu. Dem Start in ein neues Schuljahr wohnt ein Zauber inne. Man muss kein begeisterter Lehrer sein, um das zu kennen und zu wissen. Es ist wichtig, wie man gemeinsam anfängt und startet. Unsererseits gibt es zahlreiche Maßnahmen, die kurz-, mittel- und langfristig deutliche Verbesserungen bringen werden. Das ist ein sehr gelungener Anfang in das neue Schuljahr - keine Zauberei; keine Frage -, aber mindestens ein wahnsinniger Sprung, der sich aus zahlreichen einzelnen Schritten und Maßnahmen zusammensetzt, und den sollten wir uns auch nicht wegmeckern lassen. Mit den Maßnahmen setzen wir nicht nur viele unserer Koalitionsversprechen um oder gehen wichtige Schritte in diese Richtung, sondern schaffen auch endlich mehr Gerechtigkeit, mehr Verlässlichkeit und stärken Lehrkräfte, das System und die Qualität nachhaltig. Wir kündigen an und setzen konsequent um. Erstens zum Thema Gerechtigkeit: Wir haben umgesetzt, dass endlich alle Lehrkräfte nach A 13 bezahlt werden. Mit dem Startchancen-Programm sorgen wir dafür, dass der Bildungserfolg von Kindern endlich zumindest etwas vom Wohnort und Elternhaus losgelöst werden kann. Und mit dem Sozialindex können wir ab jetzt passgenau den bestehenden Herausforderungen an den Schulen in Niedersachsen entgegenwirken - weg vom Gießkannenprinzip und hin zu mehr Gerechtigkeit. Das zweite Thema ist die Verlässlichkeit. Wir schaffen 2 460 neue Lehrkräftestellen. Das schafft Verlässlichkeit und eine bessere Unterrichtsversorgung. Wir lösen damit auch unser zentrales Versprechen ein, nicht besetzte Lehrkräftestellen nicht mehr als Ersparnis an das Finanzministerium - zulasten der Bildung - zurückzugeben, sondern sie tatsächlich in das System zu holen. Drittes Thema: die Stärkung der Schulen und die Qualitätssicherung. Mit dem Freiräume-Prozess stellen wir uns den Problemen der Schulentwicklung und finden mit den Schulen pragmatische, aber zugleich auch innovative Lösungen. Wir können nicht jedes Problem in Schulen per Schema F lösen. Aber wir können die Bedingungen dafür schaffen, dass die Menschen vor Ort, die Verantwortung tragen, in Zukunft für sich passende Lösungen nutzen können. Außerdem verstetigen wir zahlreiche Stellen in der Schulsozialarbeit, in der Schulpsychologie, in der Multiprofessionalität insgesamt. Was unsere Schulen brauchen, ist Verlässlichkeit, Planbarkeit und Nachhaltigkeit. Wir wollen nachhaltig und langfristig planbare Gegebenheiten für die Schulen. Deshalb rücken wir von der Projektitis ab, bei der es immer wieder - allen bekannte - Zeitpunkte gibt, zu denen Stellen und Ressourcen auslaufen, und gehen zur Verstetigung von Stellen und langfristigen Maßnahmen über. All das startet bzw. wirkt sich direkt auf das nun angefangene Schuljahr aus. Diese positiven Nachrichten müssen auch genannt werden. Studien zeigen: Wir alle - auch wir in der Politik - brauchen jeden Tag zwei Drittel positive Nachrichten, um unseren Aufgaben optimistisch und gestärkt nachgehen zu können. Das gilt natürlich insbesondere auch für an Schule Beschäftigte, von denen die Mehrheit immer noch frohen Mutes in die Schule geht. Es ist eine ruhigere Mehrheit, und es ist auch eine schrumpfende Mehrheit. Das liegt eben auch daran, dass wir über Verbesserungen im System kaum oder viel zu wenig sprechen. Mein Fazit also: Mehr Motivation, weniger Miesmachen - das sollte unsere aller Devise sein. Unsere Maßnahmen gehen genau in diese Richtung und unterstützen das. Von daher ist es ein guter Schulanfang gewesen. Selbstverständlich gehen wir davon aus, dass noch zahlreiche Aufgaben vor uns liegen. Ich möchte auf keinen Fall sagen, dass hiermit alles erledigt wäre. Auch wir sehen, dass ein - wiederholt - größter Kultusetat aller Zeiten nicht oder noch nicht alle Herausforderungen lösen kann. Aber dieser Sprung zu diesem Schuljahr ist ein Anfang, dem ein Zauber innewohnt. Vielen Dank.
