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Sebastian Penno

SPD 27.05.2026 5:04 min Tagungsabschnitte 19/34

Langfristige Strategien und verlässliche Unterstützung für Niedersachsens Wälder - zukunftsfeste Strukturen in Zeiten des Klimawandels

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Mindestens in der Zustandsbeschreibung, wie es unserem Wald geht so habe ich Herrn Dorendorf jedenfalls am Anfang seiner Rede verstanden, sind wir uns einig. Unsere Wälder stehen unter Druck. Dürrejahre, Stürme, Borkenkäfer und neue Schadorganismen haben in den vergangenen Jahren deutliche Spuren hinterlassen. Das haben auch Sie erwähnt. Wer heute durch den Harz oder durch andere geschädigte Waldflächen in vielen Regionen unseres Landes geht, sieht, dass der Klimawandel längst keine abstrakte Zukunftsfrage mehr ist. Er verändert unsere Wälder bereits jetzt. Jetzt komme ich dazu, wo wir uns unterscheiden. Wir sagen: Wir brauchen eine Waldpolitik, die auf langfristige Strategien, verlässliche Unterstützung und praxistaugliche Lösungen setzt. Der Waldumbau hin zu klimaresilienten Mischwäldern ist keine Aufgabe für ein oder zwei Legislaturperioden. Das ist eine Generationenaufgabe. Sie gelingt nur gemeinsam mit den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern, mit den Forstbetriebsgemeinschaften, mit Wissenschaft, Naturschutz, Verwaltung und Politik. Wir stärken den klimaresilienten Waldumbau entlang der Ziele des „Niedersächsischen Weges". Wir wollen standortangepasste Mischwälder fördern und Forschung sowie Wissenstransfer ausbauen. Wir stärken außerdem die Beratungsangebote, insbesondere für den Kleinprivatwald. Wir stärken ferner die forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse, weil sie längst ein zentraler Baustein für die Zukunft unserer Wälder sind. Forstbetriebsgemeinschaften und Forstwirtschaftliche Vereinigungen leisten heute bereits Enormes. Sie bündeln Holzvermarktung, organisieren Beratung, koordinieren Maßnahmen und helfen dabei, strukturelle Nachteile kleiner Waldflächen zu überwinden. Viele dieser Zusammenschlüsse arbeiten hochprofessionell, viele leisten hervorragende Arbeit - und das oft mit begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen. Deshalb sagen wir: Diese Strukturen müssen unterstützt und weiterentwickelt werden. Aber sie müssen praxisnah bleiben. Sie müssen wirtschaftlich tragfähig sein. Und vor allem: Sie müssen von den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern akzeptiert werden. Der CDU-Antrag lieber Kollege Dorendorf, in weiten Teilen haben Sie ihn ja noch einmal vorgelesen setzt an vielen Stellen auf Modellprojekte, neue Pachtmodelle, die Crop-Sharing-Systeme, die Sie angesprochen haben, und weitreichende Managementansätze, deren praktische Relevanz das betone ich hier auch noch einmal bislang kaum belegt ist. Deshalb stellt sich mir die Frage: Brauchen wir erst solche groß angelegten Experimente mit komplizierten Entgeltmodellen und neuen Verwaltungsstrukturen, oder sollten wir zunächst die Instrumente stärken, die bereits funktionieren? Wir sagen klar: Bestehende Instrumente konsequent zu nutzen und gezielt weiterzuentwickeln, ist der richtige Weg. Deshalb setzen wir auf die GAK-Förderung. Deshalb wollen wir Waldflurbereinigungen dort stärken, wo sie sinnvoll sind. Deshalb wollen wir Professionalisierung innerhalb bestehender Zusammenschlüsse fördern. Ich glaube, Sie haben das schon in der Ausschussberatung nicht verstanden. Das hat sich hier in Ihrem Redebeitrag auch wieder gezeigt. Deshalb bleibt meine Frage: Haben Sie die Unterrichtung durch die Landesregierung zu Ihrem Antrag nicht gelesen? Haben Sie die Stellungnahmen zur schriftlichen Anhörung nicht gelesen? Hätten Sie das ernsthaft getan, hätten Sie Ihren Antrag anpassen müssen, und dann sähe er unserem sehr ähnlich. Wir haben die Unterrichtung und die schriftliche Anhörung genutzt und daraus unseren Antrag erstellt. Wir sehen die Herausforderungen im Kleinprivatwald. Wir sehen den steigenden Druck auf ehrenamtliche Strukturen. Deshalb konzentrieren wir uns mit unserem Antrag auf solide Unterstützung, auf stabile Förderstrukturen und auf langfristige Verlässlichkeit. Denn der Waldumbau gelingt durch Vertrauen und gemeinsame Verantwortung. Wir stehen für eine Waldpolitik, die ökologische Stabilität, wirtschaftliche Perspektiven und soziale Verantwortung zusammendenkt. Genau dafür steht unser Antrag. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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