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Alfred Dannenberg

AfD 14.09.2023 5:22 min Tagungsabschnitte 19/9

Trockenheit und Starkregen beeinträchtigen Erntebilanz - Niedersachsens Landwirtschaft auf die Herausforderung der Klimakrise vorbereiten

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Jetzt kommt die Stimme aus der Wirklichkeit. Als ich Montag vom Thema dieser Aktuellen Stunde erfuhr, da wollte ich gerade auf den Trecker steigen und die letzten Heuballen reinholen: Zweiter Schnitt - super Qualität dank einer Woche Südostwind und Wärme. Die Wochen zuvor waren regenreich. Dadurch gab es guten Zuwachs auf dem Grünland. Abermals zuvor, Anfang Juni, hatte ich von meinen Wiesen schon einen ersten Schnitt Heu einfahren können, ebenfalls von bester Qualität, bedingt durch sonnig-warmes Sommerwetter. Die exzellente Erntebilanz vom Grünland können Sie also nicht gemeint haben, liebe Grüne. Tja, und mein Wald wächst dank Regen auch super. Also, für meinen Betrieb war das bisher ein Top-Sommer. Anruf beim Pächter meiner Ackerflächen: „Hans-Jürgen, sag mal, wie zufrieden bist du im Moment mit der Ernte?“ - Er sagte genau das, was ich bereits ahnte: „Der Mais steht gut da. Ja, beim Getreide war es ein bisschen unterschiedlich. Gerste gut, Roggen schlecht. Aber gesamtbetrieblich kein Beinbruch.“ Anruf beim nächsten Landwirt: „Raps okay. Soja okay. Die Kartoffeln im konventionellen Anbau stehen sehr gut da.“ - Übrigens: Nur die Bio-Kartoffeln hatten etwas Probleme mit Kraut- und Knollenfäule, weil die Biomittel hier nun mal nicht so wirksam sind wie die konventionellen Pflanzenschutzmittel. Ich habe meine nette und vor allem erkenntnisreiche Plaudertour am Telefon dann noch quer durch Niedersachsen fortgesetzt, vom Wendland bis ins Emsland, vom Alten Land über die Heide bis Süd-Hannover, inklusive Expertise eines kompetenten Ansprechpartners bei der Landwirtschaftskammer. Quintessenz: Getreide, je nach Region, knapp unter Durchschnitt, Gerste und Raps gut, Probleme bei Weizen und Roggen. Aber jetzt kommt es: Super-Ernte bei Grünland, Mais sieht, je nach Region, normal bis sehr gut aus. Bei Kartoffeln und Zuckerrüben steht ebenfalls eine sehr gute Ernte bevor. Obst im Alten Land auch gut. Werte Grüne, wo ist eigentlich Ihre Krise? Ich sage Ihnen was: Diese Krise ist in Ihrem Kopf, und zwar nur dort. Sie brauchen diese herbeigeredete Krise als Daseinsberechtigung. Und weil uns Ihre ganzen realen Krisen schon um die Ohren fliegen ‑ Inflation, Zuwanderung, Energiepreise, Messerkriminalität, Wohnungsmangel, Kriegstreiberei ‑, vor denen Sie aber die Augen verschließen, fantasieren Sie andere Krisen herbei, ohne zu wissen, wie es eigentlich in der Wirklichkeit aussieht. Die Praktiker haben über den Titel dieser Aktuellen Stunde verständnislos den Kopf geschüttelt. Es ist nur noch lächerlich. Ist es trocken: Klimakrise! - Ist es nass: Klimakrise! - Ist es erst trocken, dann nass, dann wieder trocken, also wie diesen Sommer, ist es wieder: Klimakrise! Wir hatten einen ganz normalen norddeutschen Sommer. Die Landwirte wissen schon, mit den Bedingungen umzugehen; man muss sie nur lassen. Und wissen Sie, was meine Großeltern mütterlicherseits ‑ liebe Grüße in den Himmel ‑, ebenfalls eine Familie aus der Landwirtschaft, oft gesagt haben? - Hören Sie einmal zu. - „Wat den eenen sin Uhl, is den annern sin Nachtigall.“ Frei übersetzt: Für den einen ist es gut, für den anderen halt schlecht. Also: Der Regen im Juli/August war zwar schlecht fürs Getreide, aber gut für Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben und Grünland. Und umgekehrt wär’s halt umgekehrt gewesen. Das war schon immer so. Und die Betriebe kommen damit klar. Der Erdkundelehrer in mir ‑ mit abgeschlossenem Studium übrigens ‑ muss auch noch was ergänzen: „Klimakrise“ ist kein Fachterminus, sondern ein politischer Kampfbegriff - mehr nicht. Und während Sie mit Kampfbegriffen Katastrophenszenarien an die Wand malen, arbeiten die Landwirte in Wirklichkeit ganz unspektakulär und professionell mit den Wetterbedingungen dieses Jahres. Womit die Landwirte aber tatsächlich Probleme haben, sind grüne Ideologie und deren reale Folgen: Regelungswut, hohe Preise für Strom, Diesel und Dünger, ausufernde rote Gebiete, Schutzgebiete, höhere Bioquoten, Zwangsstilllegungen, Moorvernässung usw. Das nur am Rande. So, liebe Grüne, das ist jetzt das zweite Mal, dass ich Sie dabei erwische, wie Sie hier an prominenter Stelle ein Katastrophennarrativ einbringen wollen, das in Wirklichkeit überhaupt nicht trägt. Das erste Mal war im Frühjahr Ihre Nummer mit den exotischen Zirkustieren, die in Wirklichkeit aber gar nicht mehr mit auf Tour gehen. Sie können’s offenbar nicht lassen. Und Sie haben sich mal wieder überhaupt nicht in der Wirklichkeit informiert. Sie haben nicht recherchiert. Melden Sie sich nächstes Mal gerne bei mir! Mein Handy ist voller Kontakte mit Leuten aus der Praxis. Interesse? Und falls Ihnen das zu viel Wirklichkeit aus erster Hand ist - ich wollte Ihnen noch was zeigen. Das ist die Land & Forst. Ein Blick in diese Zeitung hätte schon gereicht - Ausgabe von letzter Woche. Da steht zum Erntebericht im Wesentlichen genau das drin, worüber ich Sie gerade aufgeklärt habe. Die Pointe kommt jetzt. Sie hätten in dem Artikel auch das folgende Zitat Ihres Parteigenossen, des grünen Landwirtschaftsministers Özdemir, gefunden ‑ ich muss jetzt schon lachen ‑, Zitat: „Alles in allem können wir zufrieden sein mit der Ernte.“ Tja, nur die niedersächsischen Grünen sind es nicht. Es ist unglaublich. Eines noch, liebe Grüne: Wenn ich Sie das dritte Mal mit einer Luftnummer wie dieser erwische, dann gebe ich dem Urheber aus Ihren Reihen einen aus, weil Sie uns selbst hier eins ums andere Mal beweisen, wie wirklichkeitsfern Sie sind. Vielen Dank. Das hat Spaß gemacht.

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