Klaus Wichmann
Eltern und Kinder nicht im Stich lassen - Ganztagsausbau verlässlich regeln
Klaus Wichmann: Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Ab 2026 gilt also per Gesetz ein Rechtsanspruch der Eltern auf einen Betreuungsplatz für ihre Kinder in der Grundschule. Das ist schwierig, weil völlig klar ist darauf möchte ich mich in erster Linie konzentrieren , dass es dafür kaum Personal gibt. Wie soll das also gehen? - Ich zitiere dazu unsere Kultusministerin oder müsste ich nach Grün-Sprech jetzt schon sagen: „Kultusministernde“? egal, ich zitiere sie jedenfalls aus dem letzten Plenum: „Ziel ist es, in Zusammenarbeit mit allen Verantwortlichen eine gelingende Umsetzung des Rechtsanspruchs durch einen regelmäßigen Austausch und eine enge Abstimmung zu gewährleisten.“ Jetzt übersetze ich das mal auf Deutsch für Sie: Wir reden alle ganz viel miteinander. An der Personalsituation können wir aber auch nichts ändern. Das ist doch irgendwie ein bisschen Absicht: Wir reden und reden und reden so lange, bis die Krise dann hoffentlich von selbst verschwindet. Kein Wunder; denn das ist eine klassische Methode aus dem Handbuch des Linken-Problemmanagements, genauer gesagt: Lösungsstrategie Nummer drei. Lösungsstrategie Nummer zwei im Handbuch des Linken-Problemmanagements ist falls Sie es noch nicht wissen , zu erklären, dass etwas gar kein Problem ist. Erinnern Sie sich noch an die erste grüne Bundeskanzlerin, an den Satz „Wir schaffen das!“? Lösungsstrategie Nummer eins, derzeit sehr beliebt, ist, bei Widerspruch irgendjemanden stumpf zu verhetzen, einfach zu erklären: „Mit dem reden wir nicht. Dem müssen wir auch gar nicht zuhören, weil der undemokratisch ist“, ihn von allen Diskussionsrechten auszuschließen, um damit quasi putinesk das Ergebnis zu erzielen: Gott sei Dank. Mit diesen unangenehmen Meinungen muss ich mich nicht mehr auseinandersetzen. – Nur: Was mithilfe von sogenannten Haltungsjournalisten bei Corona-Maßnahme-Kritikern, Montagsdemonstranten, AfD und öfter auch bei den Ostdeutschen ganz allgemein funktioniert, das können wir doch jetzt nicht auf Lehrer und Eltern oder auf Kommunen ausweiten, die gar nicht wissen, wie sie den von oben verordneten Rechtsanspruch überhaupt ermöglichen sollen! Also, was machen wir bloß? - Genau! - Lösungsstrategie drei: Reden, reden, reden, und alle beim gemeinsamen Sich-unwohl-fühlen mitnehmen. Geteiltes Leid ist schließlich halbes Leid. Es ginge natürlich auch anders. Konservative würden das Problem so lösen: Erste Frage. Was sind die Ziele, und welche davon sind die wichtigsten? - Wichtigstes Ziel: Beste Schulbildung. Die Kinder sollen am Ende etwas können. Sie sollen Leistung gelernt haben, und sie sollen das Lernen gelernt haben. Das braucht man nämlich später. Zweites Ziel. Mama und Papa müssen arbeiten gehen können; denn die Lebenshaltungskosten sind so hoch, dass es für viele Familien ohne zwei Jobs gar nicht zu schaffen ist. Dafür müssen die Kinder irgendwo hin. Ich weiß, das klingt hart, aber das ist die Realität. Dann würden Konservative die Mittel prüfen, die für diese Ziele da sind. Angesichts der geringen Lehrerzahlen insgesamt würden Konservative diese beiden Aufgaben eben nicht verknüpfen, verflechten, ineinander verweben, sie würden sie strikt trennen, alle Kapazitäten auf das wichtigste strategische Ziel richten, wenn man überhaupt eine Chance auf Erfolg haben will. Und das heißt: Lehrer unterrichten, und sie betreuen nicht. Schule ist Schule und keine permanente Klassenfahrt. Die Lehrpläne werden entschlackt und darauf reduziert, dass unsere Kinder am Ende der Grundschule hauptsächlich Lesen, Rechnen und Schreiben können, und zwar bitte richtig und nicht nur ein bisschen, und zwar möglichst alle und nicht nur ein paar. Übrigens nennt sich das militärisch „Konzentration der Kräfte“. Jetzt, wo Sie als Grüne sich ein bisschen mehr für Kriegsführung interessieren, könnte Ihnen das später noch einmal helfen, wer weiß! Wenn man das zweite Ziel erreichen will, dann macht man das eben ohne Lehrer und mit einem anderen Konzept. Keine Angst, Sie kennen das Konzept selbst, Sie haben es erwähnt, man nennt es „Hort“. Stattdessen hören wir aber Sätze wie diesen hier: „Ziel ist es, in Zusammenarbeit mit allen Verantwortlichen eine gelingende Umsetzung des Rechtsanspruchs durch einen regelmäßigen Austausch und eine enge Abstimmung zu gewährleisten.“ Wir sind als Landesregierung hilflos und ideenlos das ist jetzt kein Zitat mehr , aber wir reden mal darüber. Zusammenfassend könnte man die Frage stellen: Was haben Linke und Fürst Potemkin gemeinsam? Nichts. Fürst Potemkin hat wenigstens noch Fassaden errichtet, um das Elend zu verdecken. Die Linke behauptet einfach: Das ist doch überhaupt kein Elend. - Und das ist das eigentliche Elend. Vielen Dank.
