Pascal Mennen
Einführung einer effektiven Informations- und Beratungspflicht der KiTa zu Inhalt, Ziel und Umsetzung ihres Konzepts zur Sexualpädagogik
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Abgeordnete! Ich mache mir bei den Sachen, die die AfD in diesen politischen Betrieb spült, tatsächlich die Mühe, sie verstehen zu wollen. Das ist nicht immer leicht. Hören Sie doch mal selbst! Ich zitiere aus dem Antrag: „Die genannten Gründe sind unseres Erachtens hinreichend dafür, jene Intransparenz bzw. sachliche Inadäquatheit durch gesetzliche Normierung einer effektiven Informations- und Beratungspflicht sowie eingeräumte Mitwirkungsrechte seitens der KiTa gegenüber den Erziehungsberechtigten in jeder Phase des Prozesses von der Konzeption bis zur Umsetzung sexualpädagogischer Dienstleistungen zu beseitigen." Aha. Gleichzeitig bringt Herr Rykena den Antrag ein, indem er freudig Fakten zusammenfantasiert hat das hat er selbst zugegeben, einmal kräftig umrührt und seinen Hass über alles ergießt. Soll das jemand verstehen? Ich denke nicht. Es geht Ihnen nur um Verunsicherung. Sie versuchen krampfhaft, den Gedanken, dass irgendetwas Schlimmes passieren könnte, zu sehen, Expertise dort, wo sie existiert, abzusprechen und Eltern auf die Barrikaden zu bringen. Sie blicken dabei mit einer staubverklebten Brille der Jahre 1933 fortfolgende auf unsere Gesellschaft. Das gilt für Ihr Demokratieunverständnis, das gilt für Ihr Familienbild, das gilt für Ihr Frauenbild, das gilt für Ihr Gesellschaftsbild in Gänze, und das gilt im Speziellen ganz offensichtlich für Ihre Sicht auf sexualpädagogische Fragen. Denn den Einrichtungen geht es darum, dass Kinder ihren Körper mit seinen Grenzen kennenlernen und eine Sprache dafür finden, auch und gerade, um Nein sagen zu können. Das ist total wichtig. Dieses Mal schwurbeln Sie sich auch noch durch die Wissenschaftsszene des vergangenen Jahrhunderts. Das ist wirklich billiges Namedropping, das keinem seriösen Anspruch genügt ‑ das lernt man irgendwann in der 9. Klasse. Nun ist es bekanntermaßen so: Wer keine Themen, keine Inhalte und keine Ahnung hat, der macht sich mit Sex interessant. Das klickt und erregt digital. Die Zahl Ihrer bildungspolitischen Anträge ist allgemein gering, um es mal freundlich zu formulieren. Ich brauche für das Zählen nicht mal eine Hand. Die Zahl von Parlamentsinitiativen, in denen es um Sex geht, ist dafür umso größer ‑ ich habe nachgezählt: Mit diesem Antrag lande ich bei insgesamt 27. Da sind Ihre ganzen Gender-Gaga-Gedanken, - Anträge und -Anfragen noch gar nicht eingerechnet. Das lässt für mich nur noch einen Schluss zu, der ziemlich bitter ist: Sie sind nicht nur in Teilen gesichert rechtsextrem, Sie sind auch sexextrem. Sexextremismus ist das neue spezielle AfD-Problem. Sehr geehrte Abgeordnete, wenn ich ernsthaft die Probleme in unseren Bildungseinrichtungen verbessern möchte, dann gehe ich in die Einrichtungen, spreche mit ErzieherInnen, mit Eltern, mit den Kindern selbst, mit den Leitungen, und ich schreibe einen guten Antrag. An dieser Stelle sind Sie aber völlig blank. Deshalb zum Abschluss einen Tipp: ErzieherInnen sind die Experten in Fragen der kindlichen Entwicklung. In diesen Fragen hole ich mir logischerweise keinen Rat bei sagen wir mal einer Hundetherapeutin. Danke schön. Vielen
