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Dr. Andreas Philippi

29.04.2026 4:05 min Tagungsabschnitte 19/33

Fachkräftegewinnung und -sicherung braucht regionale Netzwerke und Willkommenskultur: Nachhaltige Strukturen für die Förderung der Fachkräfteeinwanderung und Arbeitsmarktintegration in Niedersachsen sichern und ausbauen

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete! Mit dem vorliegenden rot-grünen Entschließungsantrag unterstützen Sie die Bestrebungen der Landesregierung, dem Mangel an Fachkräften auch durch Gestaltung von Zuwanderung zu begegnen. Unser Leitbild ist ein Niedersachsen als zuwanderungsfreundliches Land. Fach- und Arbeitskräfte aus aller Welt und ihre Familien sollen spüren, dass sie hier bei uns willkommen sind, willkommen in unserer Gesellschaft und willkommen in unseren Betrieben. Der demografische Wandel lässt sich nicht aufhalten, und seine Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt lassen sich nicht mit den Menschen, die hier geboren werden und hier aufwachsen, auffangen. Deren Potenziale zu nutzen, ist ein wesentlicher Teil unserer Fachkräftestrategie. Aber genauso brauchen wir qualifizierte Zuwanderung und die Integration von Menschen, die zu uns geflüchtet oder hierher zugewandert sind. Landesweit übernehmen acht regionale Fachkräftebündnisse die zielgerichtete Vernetzung von Arbeitsmarktakteurinnen und -akteuren und die Bündelung von Angeboten. Auch die Welcome Center, die unseren niedersächsischen Unternehmen einerseits und Zuwanderern sowie ihren Familien andererseits als regionale Anlaufstellen dienen, sind Teil dieses Angebotes. Unsere Welcome-Center-Strukturen sichern wir ganz aktuell mit einem weiteren Förderaufruf, der die Weiterentwicklung unseres Netzwerkes bis Oktober 2028 ermöglichen soll. Meine Damen und Herren, mit unseren Start-Guides-Projekten konnten wir in den letzten Jahren Geflüchtete und Betriebe zu Praktika, Ausbildungen und Beschäftigungsverhältnissen zusammenführen. Auch diese erfolgreichen Projekte fördern wir weiterhin - derzeit bis September 2027. Die Start-Guides-Projekte wurden zuletzt immer öfter auch von geflüchteten Frauen in Anspruch genommen, die bisher noch nicht bei uns erwerbsfähig waren. Der Anteil von Frauen an von den Start Guides beratenden Menschen betrug zuletzt mehr als 44 %. Das ist ein erfreulich hoher Wert im Vergleich zu anderen Arbeitsmarktmaßnahmen, die sich nicht nur an Frauen richten. Und das ist es, was wir brauchen, zumal geflüchtete Frauen am Arbeitsmarkt bisher deutlich unterrepräsentiert sind. Dabei sind sie in vielen Branchen mit Fach- und Arbeitskräftebedarf schon heute hoch willkommen. Meine Damen und Herren, die Weichen für eine gelingende Fachkräftegewinnung und -sicherung werden aber auch auf Bundesebene gestellt - wir werden das beobachten. Hier setzen wir uns an vielen Stellen für noch bessere Voraussetzungen und Prozesse ein. Als prominentes Beispiel lassen Sie mich die geplante Work-and-Stay-Agentur benennen. Die geplante IT-Plattform des Bundes soll einen längst überfälligen Schritt zur Vereinfachung, Digitalisierung und Zentralisierung der Einwanderungsprozesse im Interesse der ausländischen Fachkräfte und Unternehmen schaffen. Wir erwarten, dass wir mit der Work-and-Stay-Agentur des Bundes einfach mehr Stay, also Aufenthalt, im Sinne der Integrationsunterstützung bekommen und dies ernst genommen wird. Deshalb setzen wir uns dafür ein, die Work-and-Stay-Agentur mit unseren bestehenden Strukturen, etwa in den regionalen Welcome Centern, zu verknüpfen. Ich freue mich auf eine weitere konstruktive und erfolgreiche Zusammenarbeit bei diesem für uns und unsere Gesellschaft doch wichtigen und essenziellen Thema. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Glück auf! Vielen Dank, Herr Minister Philippi.

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