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Dr. Andreas Philippi

25.06.2025 3:08 min Tagungsabschnitte 19/26

Für ein menschenwürdiges Leben - Strategien zur Bekämpfung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit in Niedersachsen

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren Abgeordneten! Nicht selten sind besondere Lebensumstände und soziale Schwierigkeiten Gründe, warum Menschen ihren Rückzugsort verlieren und schließlich nahezu schutzlos dastehen. Ein Leben in Notunterkünften oder auf der Straße ist leider allzu oft die Folge von Wohnungsverlust und verschärft die bestehenden Schwierigkeiten immer mehr. Den einen Lebensweg und die eine Ursache, warum ein Mensch in eine solche Lage kommt, gibt es nicht. In der Regel sind die Zusammenhänge komplex und so vielfältig und individuell wie wir Menschen selbst: Das kann zum Beispiel eine schwere Krankheit sein, ein Schicksalsschlag, lebenslange Misshandlungen oder die Kombination der verschiedensten Faktoren. Fakt ist jedenfalls: Wohnraum gibt Sicherheit und die Kraft, Herausforderungen anzugehen. Darum ist eine Wohnung essenzielle Voraussetzung für die Überwindung sozialer Schwierigkeiten. Wohnen ist ein Menschenrecht, gleichzeitig ureigener Ausdruck menschlicher Existenz und Voraussetzung für ein Leben in Würde. Um dies zu unterstützen, hat Niedersachsen ein sehr gut ausgebautes Hilfesystem und spezialisierte Angebote, die Menschen in jeder noch so schwierigen Lebenslage zur Seite stehen. Die Aufgabe sozialer Arbeit ist es, Menschen auf diesem Weg zu begleiten, ihnen Lösungen aufzuzeigen, Türen zu öffnen und auch Brücken zu bauen. Die entscheidenden Schritte geht der Mensch dann selbst und in seinem eigenen Tempo. Mit Zuwendung auf Augenhöhe, Respekt und vor allem einem Weg, den hilfesuchende Menschen selbst wählen und der ihren Möglichkeiten entspricht, erreichen wir alle miteinander mehr als mit repressiven Ansätzen und vorgegebenen Lebensentwürfen. Das entspricht übrigens internationalen Standards und ist auch wissenschaftlich evaluiert. Gemeinsam mit den Akteurinnen und Akteuren des Hilfesystems, Kommunen und Menschen, die eigene soziale Erfahrung im Hilfesystem mitbringen, arbeiten wir an einem zukunftsweisenden Landesprogramm. Der Entschließungsantrag der Mehrheitsfraktionen „Für ein menschenwürdiges Leben - Strategien zur Bekämpfung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit in Niedersachsen" zeigt die notwendigen Schritte auf, die noch zu gehen sind - mit Respekt und auf Augenhöhe! Vielen Dank - und allen noch einen schönen Abend! Herzlichen Dank, Herr Minister.

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