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Kirsikka Lansmann

SPD 08.10.2025 3:40 min Tagungsabschnitte 19/28

Machtmissbrauch und sexueller Belästigung in der Filmbranche entgegentreten

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir beraten heute abschließend über unseren Antrag, mit dem wir Machtmissbrauch und sexueller Belästigung in der Filmbranche entschieden entgegentreten wollen. Ich freue mich sehr, dass wir mit der CDU über Fraktionsgrenzen hinweg zusammenstehen und dass auch die CDU diesen Antrag unterstützt. Das zeigt: Wenn es um den Schutz von Menschen geht, ziehen wir an einem Strang. Herzlichen Dank. Bereits in der ersten Beratung haben wir deutlich gemacht, warum dieser Antrag so wichtig ist. Die MeToo-Bewegung liegt inzwischen einige Jahre zurück, und trotzdem hören wir immer wieder von Übergriffen, Einschüchterungen und Grenzverletzungen am Filmset. Es geht dabei nicht um Einzelfälle oder um einzelne schwarze Schafe, sondern um Strukturen, die Machtmissbrauch ermöglichen. Es wurde zu lange weggeschaut. Die bereits erwähnte Studie der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien zeigt deutlich, dass fast die Hälfte der Filmschaffenden in Deutschland angab, in den letzten drei Jahren sexuelle Belästigung erlebt zu haben. Zum Vergleich: In anderen Branchen liegt dieser Wert bei nur 9 %. In fast 90 % der Fälle waren die Täter Männer, meist in höheren Positionen als die Betroffenen. Und viele Betroffene haben geschwiegen, aus Angst, ihre Karrieren zu gefährden oder weil sie keine vertrauliche Anlaufstelle kannten. Diese Zahlen sprechen für sich, und sie zeigen, dass freiwillige Selbstverpflichtungen nicht ausreichen. Deshalb ist unser Antrag richtig und notwendig. Wir schaffen damit klare Regeln, um Sicherheit und Respekt in der Filmbranche zu gewährleisten. Konkret heißt das: Wer öffentliche Filmförderung in Niedersachsen erhält, muss sich an einen Verhaltenskodex gegen Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung halten. Es wird eine unabhängige Anlaufstelle für Betroffene geben, an die man sich ohne Angst wenden kann. Und Schutzkonzepte für Vertrauenspersonen am Set werden zur Bedingung für Förderung. Damit bekommt die Branche Orientierung und Sicherheit, und wir machen deutlich: Wer mit Steuergeld gefördert wird, trägt auch Verantwortung für faire und sichere Arbeitsbedingungen. Es gibt zum Glück bereits einige gute Entwicklungen, zum Beispiel den neuen Respect Code Film und die Vertrauensstelle bei der Nordmedia. Das zeigt deutlich: Das Bewusstsein wächst. Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, verbindliche Strukturen zu schaffen. Denn bisher sind diese Maßnahmen freiwillig, und Freiwilligkeit funktioniert leider zu oft nur dort, wo es ohnehin schon gut läuft. Mit unserem Antrag geben wir ein klares politisches Signal: Wir schauen nicht weg. Wir sorgen dafür, dass Betroffene ernst genommen werden und Täter Konsequenzen spüren. Und wir fördern die, die mit gutem Beispiel vorangehen. Viele Filmschaffende, gerade auch in Niedersachsen, haben sich längst auf den Weg gemacht. Diese Menschen verdienen unsere Unterstützung. Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Filmbranche steht für Kreativität, Inspiration und Vielfalt. Diese Werte können aber nur dann gelebt werden, wenn es ein respektvolles Miteinander gibt. Stimmen Sie daher dem Antrag zu! Herzlichen Dank.

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