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Christian Meyer

25.06.2025 3:35 min Tagungsabschnitte 19/26

Das Wattenmeer im Würgegriff: Klimakrise, Gasbohrungen und Plastikmüll gefährden das Weltnaturerbe. Wie weiter nach der UN-Konferenz zum Schutz der Meere?

Öl und Gas. Denn das ist das Wichtigste, um unser Wattenmeer zu schützen. Wir haben diese massiven Auswirkungen auf die Biodiversität zu verzeichnen. Vogelarten werden aussterben, weil sie, wenn sie in Skandinavien starten und dann hier ankommen, durch die Temperaturentwicklungen Veränderungen im Lebensraum vorfinden. Es ist angesprochen worden: Es gibt eine Reihe von Fischarten, die verschwinden, andere, invasive Arten kommen dazu. Wenn ich mir den Plastikmüll anschaue, so ist dies kein belangloses Thema. Mittlerweile ist so viel Plastik weltweit in den Meeren, dass es die vielfache Fläche vom Land Niedersachsen ausmacht. Es gibt Untersuchungen zu Eissturmvögeln, die ein Indikator sind. 50 % der Eisturmvögel, die wir monitoren, haben Plastikmüll in ihren Körpern. Deshalb ist es richtig, dass wir den Runden Tisch Meeresmüll haben, der übrigens unter Olaf Lies schon eingerichtet worden ist. Und deshalb ist auch so etwas wie ein UN-Plastikabkommen sehr wichtig. Wenn ein Herr Trump meint, er steigt jetzt einfach mal aus, nimmt das Verbot von Plastikstrohhalmen zurück und sagt, die Haie würde das nicht stören, dann ist das eben auch eine Gefahr für uns. Denn die Meere sind ein weltweites Netz. Alles, was irgendwo passiert, kommt auch bei uns an. Es gibt also eine Vielzahl von Bedrohungen, und ich nehme es sehr ernst, dass die UNESCO im letzten Jahr gesagt hat, sie prüfe, ob sie die Einstufung als Weltnaturerbe aberkennt - wegen der vielen Eingriffe, wegen Baggerungen, wegen der Veränderungen, die wir zu verzeichnen haben, und auch explizit wegen geplanter Öl- und Gasförderungen am Wattenmeer. Man muss das teile ich völlig sehr behutsam mit ihm umgehen. Wir haben nur dieses eine Weltnaturerbe. Wir haben im Koalitionsvertrag ganz deutlich gemacht, wie wir dazu und auch zu den Gasförderungen stehen. Der Schutz des Wattenmeers, der Insel Borkum, der Umwelt, des Klimas muss sich an solchen Entscheidungen ausrichten. Insofern ist die Zukunft des Wattenmeeres erneuerbar und nicht fossil. Und in der Richtung agieren wir auch. Die HAZ hat jetzt berichtet das macht mir riesige Sorgen, dass die Seegrasflächen, ein ganz wichtiges Biotop für viele Tier- und Pflanzenarten, in Niedersachsen in den letzten Jahren um 70 % zurückgegangen sind. - Es war nicht vom Chlor. Uns liegen die Messungen vor. Es ist immer spannend. Die AfD möchte gerne mehr Gas aus Russland haben. Sie reden nicht über die russische Schattenflotte, also über die Gas- und Öltanker, die durch die Gegend fahren und eine riesige Bedrohung darstellen. Ich weiß noch, wie wir vor einem oder zwei Jahren gezittert haben, als ein Autofrachter gebrannt hat, und wie froh wir waren, dass wir ein gutes Havariekommando haben. Wir müssen aussteigen, auch wegen der Bedrohung durch Tanker mit fossilen Brennstoffen und vor allem wegen dieser Schrotttanker, die Russland durch die Nord- und Ostsee schickt. Dazu höre ich von der AfD niemals ein Wort. Die größte Bedrohung ist, dass es hier einen „fossilen Arm" gibt, der die Erneuerbaren bekämpft und damit das Wattenmeer gefährdet. Wenn wir auf 2, 3 oder 4 °C mehr zusteuern, dann ist das Wattenmeer, dieser Lebensraum, massiv gefährdet, und damit sind es auch alle Menschen, die vor und hinter dem Deich leben. Deshalb müssen wir alles tun, um das Wattenmeer weiterhin zu schützen. Kollegin Hermann bittet um zusätzliche Redezeit. - Sie wollen eine Zwischenfrage stellen? Herr Meyer, lassen Sie sie noch zu?

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