Christian Meyer
Klimaziele, erneuerbare Energien und fossile Abhängigkeiten - welchen Beitrag leistet Niedersachsen zum ambitionierten Klimaschutz?
Welche wirtschaftlichen Folgen hat das? Bitte, Herr Minister! Vielen Dank. - Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es gibt zum einen weltweite Schätzungen. Die globalen Versicherer warnen, weil wir jetzt schon eine massive Zunahme an Stürmen haben. Die Hurrikans in den USA, die Milliardenschäden verursachen, nehmen deutlich zu. Wir kennen das bis hin zum Kleinen. Ich glaube, gestern hat der NDR berichtet, dass wir eine Zunahme von Tornados sehen. Wir kennen das aus meinem Wahlkreis, wo ein Ort von einem Tornado betroffen war. Das hat auch etwas mit Veränderungen der Lufttemperatur zu tun. Das heißt, wir werden deutlich mehr solcher wetterbedingten Risiken haben. Auch die Hannover Rück als großer Versicherer hat letztens vor der Klimakrise gewarnt. Die Katastrophe im Ahrtal das habe ich Ihnen ja schon gesagt hat 40 Milliarden Euro Schäden verursacht, und wir haben täglich eine Zunahme von solchen Kosten - sowohl global als auch in Niedersachsen. Es gibt Studien, dass Niedersachsen die Region in Europa ist, die am härtesten von der Klimakrise betroffen ist. Das liegt an der langen Küstenlinie. Bayern oder Baden-Württemberg müssen keine 680 km Deich aufstocken. Es liegt auch an unserer Landwirtschaft. Wir sind schon jetzt das bewässerungsintensivste Bundesland, und wir tragen natürlich auch die Folgen. Das kostet eben. Deshalb müssen wir sparsamer mit Wasser umgehen und den Wasserrückhalt stärken. Das alles wird Geld kosten. Wir erleben das auch in unseren Forsten und in den Wäldern: Die Trockenheit in den letzten Jahren hat dazu geführt, dass mittlerweile auch unsere Wälder austrocknen. Das alles sind wirtschaftliche Schäden. Ich denke an die Dürre, die wir in Niedersachsen vor ein paar Jahren hatten. Ich glaube, der Bund hat in Niedersachsen 1 Milliarde Euro allein an Entschädigungen gezahlt, und das wird wahrscheinlich nicht ausreichend gewesen sein. Man kann sich vorstellen, dass wir in der Land- und Forstwirtschaft, aber auch in der Wirtschaft insgesamt mit erhöhten Krankheitsraten rechnen werden müssen. Wir müssen uns vor Hitze schützen. Ich denke da an Alten- und Pflegeheime. Wir müssen Klimaanlagen einbauen, wir müssen entsiegeln, und das alles wird Geld kosten. Und beim Wasser steuern wir auch auf die Problematik zu, dass wir allein durch die Erwärmung Wasser verlieren. 1 °C Erwärmung führt zu 7 % mehr Verdunstung, also bei 2,5 °C mehr verdunstet schon 20 % mehr Wasser, wenn es zuvor gleichmäßig regnen würde. Unsere Flüsse die Weser, die Elbe, die Ems führen so wenig Wasser wie noch nie. Wir werden uns auf Niedrigwasser einstellen müssen mit Folgen für Tourismus, für Schifffahrt, für Fischerei. Das alles sind enorme Folgekosten. Deshalb sagen viele Institute, an volkswirtschaftlichen Kosten ist eigentlich das Zehnfache von dem zu erwarten, was effektiver Klimaschutz kostet. In Niedersachsen würden wir sogar profitieren. Ich habe Ihnen gesagt, dass die guten Zahlen, die wir mit Blick auf das Wirtschaftswachstum haben, zum Beispiel auch am Stromnetzausbau liegen. Der SuedLink kostet 10 Milliarden Euro, und davon fließt viel an heimische Unternehmen, die hier die Kabel verbuddeln. Letztens habe ich mit einem großen niedersächsischen Erdkabelhersteller gesprochen, der hier mit vielen arbeitet und sagt: Bleibt bloß beim Erdkabelvorrang. Wir haben uns darauf verlassen. Falls es wieder zu einer anderen Logik kommt, wären hier in Niedersachsen viele Arbeitsplätze gefährdet. - Niedersachsen profitiert bei Wärmepumpen, bei Elektromobilität, bei Wasserstoff, bei grünem Stahl sehr stark von Klimaschutzmaßnahmen. Das trägt dazu bei, dass wir Klimaziele erreichen und dass ein Deich dann weniger hoch gebaut werden muss. Also führt jedes Windrad, das hinzukommt, dazu, dass wir Klimafolgekosten sparen.
