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Christian Schroeder

GRÜNE 11.10.2023 4:42 min Tagungsabschnitte 19/10

Lebensmittel-Herkunftskennzeichnung verbessern - regionale Wertschöpfung stärken

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! „Support your local“ hieß es in Corona-Zeiten und nach den Lockdowns immer wieder. Als Gastronom kann ich ein Lied davon singen. Zum Glück habe ich davon profitiert. Ansonsten wäre es für mich, für viele andere und auch für viele regionale Lebensmittelerzeuger schwierig geworden. Aber was ist „Support your local“? Kann der Verbraucher überhaupt zweifelsfrei feststellen, was das ist, und vor allem: Kann er es im Supermarkt an der Kasse oder im Einzelhandel generell einfach so erkennen? Kann er erkennen, ob das Produkt aus der Region, nur aus dem inländischen Markt, vielleicht nur aus dem europäischen Ausland oder gar sonst woher kommt? Das ist oft schwierig, und das ist auch für mich als Fachmann, als Koch, schwierig. Selbst ich muss schauen, woher ich Ware bekomme, deren Kennzeichnung den Namen auch verdient. Ich möchte drei zentrale Themen unseres Antrages beleuchten. Das sind Themen, die, so glaube ich, Potenzial haben, die Gesellschaft nachhaltiger zu machen. Frau Kämmerling, wir werden uns das im Fachausschuss genau angucken. Ich glaube, wir können viele Ihrer Befürchtungen entkräften. Denn beim Biosiegel hat zum Beispiel niemand von einer verpflichtenden Angabe gesprochen. Man muss das also nicht machen. Auch auf dem Kartoffelsack muss am Ende nicht das regionale Biosiegel stehen. Aber wir werden darüber reden, und ich glaube, wir sind da nicht so weit auseinander, wie Sie hier gesagt haben. Die Verbesserung der Lebensmittelherkunftskennzeichnung generell, darum geht es, aber auch um die Stärkung der regionalen Wertschöpfung. Aus diesen beiden Themen resultiert vor allem eines: die Fairness für die Erzeugerinnen und Erzeuger. Das ist kein Luxus, sondern ein Vorteil, der nachher unseren Erzeugerinnen und Erzeugern, den Bäuerinnen und Bauern zugutekommt. Das erste Thema ist die Lebensmittelherkunftskennzeichnung. Informationen und Transparenz sind von entscheidender Bedeutung für eine bewusste Kaufentscheidung der Verbraucher*innen. Wir wollen aus Niedersachsen heraus zusammen mit dem Bund die Kennzeichnung von Lebensmitteln verbessern. Damit meine ich nicht die Angabe von Inhaltsstoffen und Herstellungsverfahren, sondern die Herkunft der Lebensmittelzutaten. Regionale Produkte spielen eine immer wichtigere Rolle ‑ wir haben es eben gehört ‑, und im Sinne der Erzeuger sollten wir das nutzen. Regionale Produkte stärken die Wertschöpfungsketten, und vor allem ‑ das wurde auch schon vom Kollegen Güldner gesagt ‑ stärkt es die Verbundenheit mit unserer Heimat. Doch leider ist das bisher nicht ‑ auch das wurde schon gesagt ‑ für alle Produkte aus Niedersachsen möglich. Eine regionale Kennzeichnung anzubringen, ist manchmal schwierig. Das Beispiel des niedersächsischen Weines wurde hier genannt. Das Label „Deutscher Wein“ reicht einfach nicht hin, um ein gutes niedersächsisches Produkt zu vermarkten. Das Ziel muss es also sein, gerade da, wo wir es benötigen, die Diversifizierung in der Landwirtschaft voranzutreiben, es den Landwirtinnen und Landwirten zu ermöglichen, dass diese Produkte entsprechend gekennzeichnet werden, und regionale Weine in Niedersachsen vernünftig, zu einem richtig guten Preis zu vermarkten. Ich glaube, das Potenzial haben wir. Das zweite Thema ist in diesem Zusammenhang auch schon genannt worden: die Klimafolgen, die es auch gibt. Der Green Deal sagt es: Wir müssen in der Landwirtschaft klimafreundlicher werden. Die Betriebe machen sich auf einen guten Weg. Aber dazu gehört am Ende auch der Transport der erzeugten Produkte. Die Lieferwege müssen möglichst kurz sein, um die Produkte möglichst CO2-neutral in die Läden zu bekommen. Meine Damen und Herren, Transport, Regionalität und Saisonalität sind nicht nur aus klimatechnischen Gründen wichtig, sie fordern auch die wirtschaftliche Stabilität und die Marktfairness zwischen den Erzeugerinnen. Wir müssen die Verbraucherinnen befähigen, die Umweltauswirkungen ihrer Ernährung selbstbestimmt zu minimieren. Aber wir dürfen die Dinge auch nicht gegeneinander ausspielen. Regionales und Ökologisches, das geht aus unserer Sicht auch zusammen. Denn was habe ich von einer Biobratwurst, wenn die vorher um den halben Erdball geflogen wurde? - Auch Bio ‑ da gebe ich Ihnen recht ‑ muss regionaler werden. Frau Präsidentin, ich komme zu Ende ‑ ich habe noch acht Sekunden, aber für den Satz reicht es ‑: Support your local! Entschuldigen Sie, Herr Präsident!

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