Christian Schroeder
Niedersachsens Wälder zukunftssicher umbauen - klimaresilienten Waldumbau gestalten
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Die Älteren unter uns haben es vor fast vier Jahrzehnten schon einmal erlebt: Ein Blick auf unseren geliebten Harz, damals wie heute, hat ausgereicht, um zu verstehen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Die meisten haben das begriffen - leider nicht alle. Damals wurde das Sterben der Wälder vom sauren Regen ausgelöst. Man hat schnell begriffen, dass sich in Art und Weise der Bewirtschaftung und der Sortenauswahl etwas ändern muss. Das Programm LÖWE, später LÖWE+, hat geholfen, einen Teil des Forstes in einen widerstandsfähigen Mischwald umzubauen, der gut auch mit heutigen Herausforderungen umgehen kann. Das zeigt: Wenn wir auf die Herausforderungen der menschengemachten Probleme reagieren und auf die Natur hören, ist es möglich, Folgen abzumildern oder sie gar zu nutzen. Das lässt uns zuversichtlich auf den Harz und andere Problemregionen blicken. Deshalb ist es nun wichtig, auf diese richtigen Ansätze zu schauen, davon zu lernen und sie fortzuführen und gegebenenfalls auch anzupassen. Wie es heute ohne LÖWE aussehen würde, mag zumindest ich mir nicht vorzustellen. Zu unserem Antrag, der das alles aufgreift. Wir haben ein Papier erstellt, welches die wichtigen Aspekte zusammenfasst und neue Handlungsfelder aufzeigt. Wir haben in dem Beratungsprozess auf wichtige Verbesserungsvorschläge reagiert. Und auch in dem jetzt folgenden Prozess in der Zusammenarbeit mit den Forstämtern sowie den Ministerien wird es sicherlich immer wieder nötig sein, das Vorgehen an lokale Herausforderungen anzupassen. Wichtig ist hier aber der Blick auf die Forschung, die Beratung und die Art der Förderung, meine Damen und Herren. Das Thema Wasser hat uns in den letzten Jahren sehr deutlich gezeigt, wie schwierig das Ganze ist, wie schwierig es ist, den richtigen Weg zu finden. Da gebe ich Ihnen durchaus recht. Das eine Mal, wie aktuell, ist es zu viel, meist war es in den letzten Jahren aber eher zu wenig Wasser. Und wenn es kommt, dann mit aller Macht mit der Gefahr von Bodenerosion und Überschwemmungen. Das Wassermanagement wird also eine große Rolle spielen. Wir werden die enorme Speicherfähigkeit der Wälder nutzen müssen, werden dann davon aber auch profitieren. Bei alledem schauen wir natürlich auch auf den „Niedersächsischen Weg“. Denn auch dort finden wir viele Punkte, die wir in LÖWE+ und auch in unserem Antrag finden: keine Entwässerung der Waldmoore, idealerweise Wiedervernässung, Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes. Die CDU sagt, es werde ohnehin nicht mehr viel ausgebracht. Das ist durchaus lobenswert. Das erkennen wir durchaus an. Aber das muss natürlich fortgeführt werden. Auch der Einsatz möglichst waldschonender Forsttechnik steht im „Niedersächsischen Weg“, und das steht auch in LÖWE. Natürlich alles das unter Beachtung des Arbeitsschutzes. Das ist doch selbstverständlich. Meine Damen und Herren, Sie alle kennen die entsprechenden Kapitel im „Niedersächsischen Weg“. Viele von Ihnen haben persönlich daran mitgearbeitet, es gestaltet und verhandelt. Ich bin der Meinung, wir können gut damit weiterarbeiten. Und wir sollten das auch tun. Neben den genannten Rückmeldungen gab es sehr viele positive Reaktionen in der Anhörung im Ausschuss. Ich weiß nicht, warum Sie das so schlechtreden. Natürlich gibt es auch andere Sichtweisen und andere Meinungen. Bei den anderen Meinungen erkenne ich aber keine grundsätzlich andere Zielsetzung. Im Grunde geht es um das Gleiche, was auch wir wollen; vielleicht in anderem Maße und vielleicht auch auf einem anderen Weg. Aber grundsätzlich sind wir uns doch einig, dass wir einen resilienten Wald brauchen. Von daher verstehe ich überhaupt nicht, warum hier Fundamentalopposition betrieben wird. Wenn die CDU kurz vor Ende der Beratungen mit eigenen Vorschlägen um die Ecke kommt bzw. diese ankündigt ‑ gesehen habe ich diese Vorschläge noch nicht ‑, dann ist das recht spät. Ein bisschen eher wäre gut gewesen. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir uns auf viele Punkte hätten einigen können. Ich komme zum Schluss, meine Damen und Herren. Lassen Sie uns zügig auf die Herausforderungen des Klimawandels reagieren und die heimischen Wälder sowie den geliebten Harz unterstützen! Danke schön.
