Colette Thiemann
Machtmissbrauch und sexueller Belästigung in der Filmbranche entgegentreten
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir befassen uns heute abschließend mit dem Antrag zum Schutz von Beschäftigten in der Filmbranche vor Machtmissbrauch und sexueller Belästigung. Wir als CDU-Fraktion haben diesen Antrag im Ausschuss intensiv begleitet und die Beratung konstruktiv geführt. Ich hatte schon im Zuge der Einbringung deutlich gemacht, dass es sich hierbei um ein ernstes und zugleich sensibles Thema handelt. Es geht um faire Arbeitsbedingungen, um Schutz vor Übergriffen, aber auch um die Verantwortung der gesamten Branche, eine Kultur des Respekts zu unterstützen und zu fördern. Im Zuge der Einbringung hatte ich weitere Punkte angesprochen. Im Laufe der Ausschussberatungen haben wir einen Blick darauf geworfen, dass es vor allem darauf ankommt, vorhandene Mechanismen zu verzahnen und Doppelstrukturen zu vermeiden. Denn wir müssen immer prüfen, ob neue Strukturen wirklich einen Mehrwert bringen oder ob sie am Ende nur Bürokratie auflasten, den administrativen Aufwand erhöhen, ohne den tatsächlichen Schutz zu verbessern. In Niedersachsen existieren bereits Instrumente, die in diese Richtung wirken. Über die Nordmedia-Filmförderung gibt es schon Standards zu Compliance, Ansprechstellen und Verhaltenskodizes, die bundesweit abgestimmt sind. Aber es war uns im Ausschuss wichtig, dass es nicht zu Parallelstrukturen zwischen Landesförderung, Bundeseinrichtungen und Brancheninitiativen kommt. Wir sagen klar, es geht nicht darum, möglichst viele neue Regelwerke zu schaffen, sondern darum, die bestehenden Mechanismen zu stärken, zu vernetzen und praxistauglich zu gestalten. Das ist aus unserer Sicht der richtige Weg. Die vorgesehenen Maßnahmen, ein gemeinsamer Verhaltenskodex, Schutzkonzepte, Vertrauenspersonen und eine unabhängige Anlaufstelle sind inhaltlich sinnvoll, aber sie müssen auf jeden Fall mit den bereits bestehenden Strukturen abgestimmt werden, damit sie wirksam bleiben und nicht die Branche mehr belasten, als ihr zu nutzen. - Danke. Wir als CDU-Fraktion stimmen dem Antrag deshalb zu. Er ist besser als nichts, und er ist nicht falsch. Er greift ein reales Problem auf. Seinen Nutzen werden wir aber erst sehen, wenn die Umsetzung in die Praxis geht. Wir werden aufmerksam beobachten, ob er wirklich zu mehr Schutz führt oder ob er am Ende neue Verwaltungswege schafft. Für uns bleibt eigentlich eines entscheidend. Respekt und Verantwortung entstehen nicht durch Papier, sondern durch Haltung, durch Bewusstsein, Prävention und Eigenverantwortung in der Branche. Gerade in der Medien- und Filmförderpolitik gilt: Wir müssen den Spagat zwischen Sicherheit und Freiheit, zwischen Schutz und Kreativität schaffen. Nur wenn diese Balance gelingt, kann Niedersachsen als Film- und Medienstandort stark bleiben. Ich wünsche mir, dass alle demokratischen Fraktionen bei diesem Thema geschlossen bleiben. Hier geht es nicht um Parteipolitik, sondern um ein gemeinsames Bekenntnis zu Würde, Respekt und Verantwortung in der Kultur- und Medienlandschaft unseres Landes. Vielen Dank.
