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Britta Kellermann

GRÜNE 27.03.2025 4:49 min Tagungsabschnitte 19/24

Kooperation statt Konfrontation: Fünf Jahre "Niedersächsischer Weg" - ein Erfolgsmodell für den Bund?

Vielen Dank. - Frau Präsidentin! Liebe Abgeordnete! Das Statement der CDU lässt tief blicken, was uns wohl in den Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene erwarten wird, wenn es um Kooperationen zwischen Landwirtschaft und Naturschutz geht. Der „Niedersächsische Weg" ist das haben wir heute in zahlreichen Redebeiträgen gehört eine einzigartige Kooperation zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Politik. Die Vereinbarung verfolgt 15 Punkte zum Schutz der Natur, der Artenvielfalt und der Gewässer, die seitdem Schritt für Schritt umgesetzt werden. So wurden zum Beispiel 16 weitere Einrichtungen zur Vor-Ort-Betreuung von Schutzgebieten in die Förderung genommen, sodass derzeit 28 Ökologische Stationen in Niedersachsen bestehen. Ebenso wurde die Finanzierung von Ausgleichszahlungen an Landwirte für Gewässerrandstreifen durch den Umweltminister Christian Meyer aus Mitteln der Wasserentnahmegebühr abgesichert. Das und die weiteren Maßnahmen des „Niedersächsischen Weges" sind ein Riesenerfolg für den Artenschutz. Besonders hervorheben möchte ich aber die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure in den Arbeitsgruppen des „Niedersächsischen Weges", die auch bei strittigen Themen nach Lösungen suchen. Kooperation bedeutet hier mehr als nur Arbeitsteilung im ökonomischen Sinne. Sie ist eine Haltung, die auf einem offenen Dialog basiert. Es geht darum, einander zuzuhören, Verständnis zu zeigen und bereit zu sein, unterschiedliche Meinungen zu respektieren. Genau das gelingt offenbar in den Arbeitsgruppen des „Niedersächsischen Weges". Dort wird miteinander gesprochen, und der Fokus liegt auf Lösungen statt auf Hindernissen. Schon deshalb ist der „Niedersächsische Weg" ein Erfolgsmodell. Er ist ein zutiefst demokratischer Weg, bei dem Geduld und Zusammenarbeit gefragt sind, um Lösungen zu finden, die für alle tragbar sind. Auch der Start des „Niedersächsischen Weges" war zutiefst demokratisch. Getragen von den Umweltverbänden BUND und NABU sowie meiner Partei, haben sich 2019 über 200 Vereine, Unternehmen und Parteien zu einem Bündnis zusammengeschlossen und das Volksbegehren Artenvielfalt ins Leben gerufen. Obwohl die Unterschriftensammlung mitten in die Hochphase der Corona-Pandemie fiel, haben rund 163 000 Menschen in Niedersachsen unterschrieben und für besseren Schutz von Tieren und Pflanzen gestimmt. Ohne dieses Volksbegehren gäbe es den „Niedersächsischen Weg" heute nicht. Aus den fünf Jahren „Niedersächsischer Weg" können wir lernen, dass wir die großen Herausforderungen unserer Zeit am besten durch Kooperation bewältigen und dass Spaltung, Hass und Hetze uns nicht weiterbringen. Das Artenstreben ist eine der größten Krisen unserer Zeit. Millionen von Arten könnten in nur wenigen Jahrzehnten für immer verschwinden und damit ganze Ökosysteme zu Fall bringen. In einem Ökosystem hängt alles mit allem zusammen. Auch wenn wir auf den ersten Blick vielleicht nicht erkennen, was es bedeutet, wenn in einem Feuchtgebiet plötzlich keine Molche mehr leben, werden wir es durch andere Veränderungen zu spüren bekommen, etwa durch eine steigende Mückenpopulation. Wir können uns als Menschen nicht getrennt von der Natur betrachten. Wir sind ein entscheidender Teil der Natur und gleichzeitig von ihren Systemdienstleistungen abhängig. Wir sind bei unserer Nahrung Obst, Gemüse, Getreide auf Bestäuber wie Bienen, Wespen und andere Insekten angewiesen. Es gibt auch viele andere Funktionen in der Natur, die für uns Menschen auf den ersten Blick keinen Nutzen haben, aber trotzdem unverzichtbar sind, weil sie das gesamte Ökosystem am Leben erhalten. Es bleibt dringend notwendig, die Artenkrise weiter anzugehen und die Maßnahmen konsequent fortzusetzen. Das Modell des „Niedersächsischen Weges" kann auch auf Bundesebene helfen, wirksame Maßnahmen für den Natur- und Artenschutz in der Landwirtschaft zu etablieren. Und das haben auch die Partner des „Niedersächsischen Weges" jüngst in einem Forderungspapier an die neue Bundesregierung adressiert - Nachahmen erwünscht! Vielen Dank. Vielen Dank, Frau Kollegin Kellermann.

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