Dr. Till Backhaus
Ja, Frau Präsidentin, vielen Dank für die Frage! Wir beide waren ja auch gerade bei den Ökoanbauverbänden. Ich glaube, ich habe meine Position da noch mal sehr deutlich dargestellt. Für uns ist klar, Mecklenburg-Vorpommern ist im ökologischen Landbau auf Spitzenposition. Wir haben mittlerweile 26 Prozent der ökologisch wirtschaftenden Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern. Wir kommen aus dem ökologischen Landbau. Das wollen wir halten. Im Übrigen, bedarfsgerechter Ausbau mit dem Absatz mit deutschen, regionalen Produkten für unser Bundesland und natürlich für Deutschland insgesamt, da sind wir wirklich auf einem sehr, sehr guten Weg bis heute gewesen. Wir sind bei gut 16 Prozent. Damit sind wir an der Spitze der Bewegung in Deutschland insgesamt. Und wir dürfen diesen wichtigen Beitrag, noch mal, für Klimaschutz, für Artenschutz, für gesunde Ernährung und für das saubere Wasser, sage ich immer wieder, was den ökologischen Landbau besonders prädestiniert – gerade auch in den Gebieten, wo wir erhebliche andere Risiken sonst haben, halten wir an dem Grundprinzip „Öffentliches Geld für öffentliche Leistung“ fest. Deswegen ist unsere Forderung ganz klar, dass der ökologische Landbau mit in die GAP hineinmuss, Punkt eins, dass es zu 100 Prozent durch Europa mitfinanziert werden muss. Denn wenn es eine These gibt, für Klimaschutz, Artenschutz, sauberes Wasser und auch für gesunde Ernährung einen Beitrag zu leisten, dann ist es der ökologische Landbau. Ich nehme zur Kenntnis, dass der Trilog hoch spannend wird. Und wir werden uns im Jahr 27 mit dem ganzen Komplex sehr intensiv zu befassen haben, weil in 27 dann hier entsprechende Entscheidungen getroffen werden müssen. Eine Zahl, die Sie einfach wissen müssen, ist, wir zahlen pro Jahr für die Agrarumweltmaßnahmen 86 Millionen Euro aus. Und davon ist der ökologische Landbau mit 45 Millionen Euro dabei. Wenn das zusammengestrichen würde in Brüssel, könnten wir das nicht kompensieren. Das haben wir mal hochgerechnet. Das sind allein für diese kommende Förderperiode insgesamt, was die Zahlungen an die Landwirtschaft und ländlichen Räume für den Umweltbereich bedeuten, sind das tatsächlich 580 Millionen Euro, die wir verlieren würden. Und das können wir so nicht akzeptieren. Deswegen ist hier in dieser Frage der Bundeskanzler gefragt, Frau von der Leyen davon zu überzeugen, dass diese Art der erfolgreichen gemeinsamen Agrarpolitik nicht einfach geopfert werden darf. Und dazu gehört insbesondere ausdrücklich der ökologische Landbau, aber auch die Agrarumweltmaßnahmen. Und da arbeiten wir heftig dran. Es gibt ja Agrarministerkonferenzbeschlüsse, es gibt klare Beschlusslagen der Umweltministerkonferenz. Und ich bin froh im Übrigen, dass auch gerade die Ministerpräsidentenkonferenz, dass wir aus Mecklenburg-Vorpommern in dieser Frage klare Kante gezeigt haben. Kappung, Degression lehnen wir ab, und wir brauchen ein ausgewogenes Verhältnis der Finanzierung.
