Stefanie Drese
Ja, auch bei Ihnen möchte ich mich herzlich bedanken, dass wir das so unkompliziert heute Morgen verlegen können. Ich will vielleicht einmal ganz kurz zur Prognose ausführen und dann zu Ihrer Frage der Maßnahmen kommen. Es ist nicht so einfach, die Übersterblichkeit durch Hitze statistisch zu erheben, und logischerweise dann auch noch schwieriger, zukünftige Zahlen zu erheben. Bei einem Hitzeschlag beispielsweise führt direkt die Hitzeeinwirkung unmittelbar zum Tod, aber in den meisten Fällen ist es eine Kombination aus Hitzeexposition und bereits bestehenden Vorerkrankungen, die zum Tod führen. Und deswegen wird auf dem Totenschein dann normalerweise auch nicht die Todesursache „Hitze“ angegeben, sondern es wird natürlich die Vorerkrankung benannt. Und deswegen ist es schwierig, statistische Methoden anzuwenden, um wirklich auf diese Sterbefälle eine vernünftige Abschätzung machen zu können. Das RKI erfasst aber in einem Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität deutschlandweite Daten, also nicht MV-spezifisch, aber deutschlandweit, wenn die Wochenmitteltemperatur in Deutschland über 20 Grad liegt. In diesem Jahr ist der Wert erstmals in der 25. Kalenderwoche überschritten worden, und der entsprechende Bericht erscheint am 02.07., also am heutigen Donnerstag parallel zu unserer Landtagssitzung. Es lässt sich aber sagen, dass beispielsweise im Zeitraum 2016 bis 2025, da wird deutlich, dass die geschätzte Anzahl sehr unterschiedlich hoch ausgefallen ist. Also der höchste Wert lag in 18 und 19 mit jeweils 7.000 und mehr hitzebedingten Sterbefällen, während dann im Jahr 2020 bis 2022 etwa 3.000 Fälle zu verzeichnen sind. Diese Unterschiede können aus den Schwankungen der Hitzeperioden erklärt werden. Für Mecklenburg-Vorpommern gibt es solche wöchentlich geschätzten Zahlen nicht, aber es gibt den renommierten Statistiker Dr. an der Heiden, der jährlich geschätzt von 1992 bis 2021 die hitzebedingten Sterbefälle für MV zusammengefasst hat. 1994 waren es beispielsweise 280, 2010 waren es 90, 2015 50. Also auch daran sieht man eine Wellenbewegung, also auch hier zeigen sich stark schwankende Zahlen, und deswegen ist die Prognose an sich schwierig. Aber das Thema bewegt uns natürlich. Aufbauend auf Vorarbeiten des Ministeriums für Klimaschutz und Landwirtschaft und Empfehlungen des Bundesgesundheitsministeriums haben wir letztes Jahr einen gesundheitsbezogenen Hitzeschutzplan Mecklenburg-Vorpommern erarbeitet und auch als eine Handreichung für die Bürgerinnen und Bürger herausgegeben, aber auch für viele Best-Practice-Beispiele gesorgt, die wir da einmal zusammengetragen haben aus anderen Bundesländern, von anderen Institutionen oder auch Ländern, die eine höhere Hitzeexposition haben. Wir haben am 29.05. das erste Hitzeschutzsymposium in Schwerin veranstaltet und wollen für mehr Netzwerkbildung sorgen, um eben ein ganz neues Niveau des Austausches zu erreichen, denn die Auseinandersetzung mit dem Hitzeschutz wird uns auch in den nächsten Jahren erhalten bleiben.
