Thore Stein
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kollegen! Herr Minister Backhaus hat eines eben richtig festgestellt: Dieses Thema ist ein Thema, was die deutsche Politik seit vielen Jahren, nicht erst seit 2000, sondern eigentlich seit 1984, seit dem Inkrafttreten der Berner Konvention, beschäftigt. Da ist nämlich erstmals der Wolf tatsächlich als streng geschützte Art quasi aufgenommen worden. Dann war er lange Zeit eben hier gar nicht heimisch. 1998 gab es die ersten Wölfe auf dem Truppenübungsplatz in Sachsen, später dann auch in Mecklenburg-Vorpommern. Und um zumindest etwas Wasser in den Wein zu kippen, der hier heute serviert wird: Da, wo wir heute stehen, hätten wir, ganz ehrlich, schon vor mindestens fünf Jahren stehen müssen, denn das Anwachsen der Wolfspopulation in Deutschland und in Mecklenburg-Vorpommern und die damit verbundenen Herausforderungen für die Weidetierhaltung, die sind hier spätestens seit dem Jahr 2016 doch sehr intensiv und immer wieder vorgetragen worden. Und jahrelang wurde auch hier im Haus gerne nach Berlin und nach Brüssel gezeigt und schulterzuckend gesagt, wir können ja gar nichts tun, denn Brüssel erlaubt es uns nicht. Das war natürlich immer doch ein wenig sehr einfach, wenn man dann gerne nach oben zeigt und sagt, wir würden gerne, aber die lassen uns nicht. Jetzt ist man dort zumindest auch endlich zur Einsicht gelangt, dass eben hier mit mittlerweile über 250 Rudeln die Vereinbarkeit zwischen offener Weidetierhaltung, die ja auch gerne gewollt ist, und eben diesem hohen Schutzstatus so nicht mehr zu vereinbaren ist. Und nun kommt das Ganze auch ins Rollen. Am Ende müssen Sie sich auch daran messen lassen, wie das Ganze jetzt in der Praxis umgesetzt wird. Und ich möchte hier noch eine Sache ganz klar noch mal betonen, und das ist auch eine Erwartungshaltung ans Ministerium, wenn jetzt die offizielle Jagd auf den Wolf erlaubt wird und auch praktiziert wird, dann steht das Ministerium und dann steht letztlich das Land Mecklenburg-Vorpommern auch in der Pflicht, die Jägerschaft vor dem zu schützen, was nämlich jahrelang auch herangezüchtet worden ist, nämlich eine völlig verklärte Sicht auf die Natur und die Dinge, die Abläufe der Natur. Und ich habe ernsthaft Sorgen, dass eventuell auch gewisse Kreise und Cliquen, die es so gibt, dann auch den Jägern, die diese Aufgabe erfüllen werden, das Leben schwer machen. Und da erwarte ich auch, dass entsprechender Rückhalt für die Jägerschaft dann auch aus der Politik kommt, (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) denn ansonsten wird es nicht funktionieren. – Herzlichen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD – Enrico Schult, AfD: Sehr richtig!)
