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Barbara Becker-Hornickel

FDP 08.05.2026 Sitzungen 8/132

Sehr geehrte Präsidentin! Meine Damen und Herren Abgeordnete! Ich kann es nur immer wieder sagen, die Geburt eines Kindes ist einer der prägendsten Momente im Leben – für das Kind selbst, für die Eltern, für die gesamte Familie und auch für die Gesellschaft. Und dass uns Freie Demokraten dieses Thema wirklich sehr am Herzen liegt, das haben wir schon mit unserem Antrag in der letzten Plenarwoche gezeigt. Vielen Dank, dass der wohl wirklich tatsächlich mehrfach erwähnt wurde und seine Spuren hinterlassen hat. Und wir begrüßen deshalb auch, dass wir das Thema Geburtshilfe heute nochmals auf der Tagesordnung haben. Realität in Mecklenburg-Vorpommern ist: weniger Geburten, weniger Kliniken, größere Entfernungen. Und diese Entwicklung stellt durchaus ein strukturelles Phänomen dar. Und wir brauchen deshalb auch eine strukturierte Antwort. Positiv hervorzuheben ist auch hier im Antrag der Fokus auf die flächendeckende Versorgung. Die geplante Festlegung einer Erreichbarkeitsfrist ist dabei ein gesundheitspolitisches Versprechen, dass Geburt kein Standortprivileg wird. Und genauso wichtig ist die vorgesehene Stabilisierung kleiner, bedarfsnotwendiger Geburtsstationen. Wenn wir wohnortnahe Versorgung wollen, müssen wir sie auch politisch absichern, finanziell und planerisch. Und ganz zentral die Stärkung der Hebammenversorgung. Die vorgesehenen Maßnahmen vom Hebammenbonus über die Niederlassungsprämie bis hin zum Ausbau der Studienkapazitäten adressieren ein Kernproblem, den zunehmenden Fachkräftemangel. Ohne ausreichende Hebammen wird keine Struktur, so gut sie auch geplant ist, tragfähig sein. Aber ich denke, da herrscht hier auch wirklich ein gemeinsamer Konsens. Auch der Ansatz, regionale Versorgungsnetzwerke verbindlich zu fördern, ist ausdrücklich zu begrüßen. Und Geburtshilfe funktioniert eben nicht nur in einzelnen Einrichtungen. Sie braucht Kooperation zwischen Kliniken, freiberuflichen Hebammen, Geburtshäusern und ambulanter Versorgung. Und ja, es bleibt festzuhalten, der Antrag formuliert einen gewissen Rahmen. Und es ist auch – das wurde vorgetragen –, es gibt ganz viel Bewegung in dem Thema. Das würde ich nie so ignorieren. Und entscheidend muss aber auch sein, dass aus Förderansätzen verbindliche Strukturen werden, dass dem vorliegenden Zielbild dann überprüfbare Realitäten auch vorliegen. Und ich denke schon, dass dieser Antrag ein wichtiger und ein guter Schritt ist, diesen Prozess voranzutreiben. Auch die Schwächen, die ich da durchaus sehe, halten uns nicht davon ab, ihn nicht zu unterstützen. Und ich möchte noch eines sagen: Wir brauchen neben einer kinderfreundlichen Gesellschaft ein System, das es fördert, auch Kinder zu bekommen. Frauen müssen sich wohlfühlen und geborgen fühlen, wenn sie dann sich entschieden haben, ein Kind zu gebären, was uns dann allen, denke ich, unserer Gesellschaft und den Familien guttut. Also wir stimmen diesem Antrag zu. (Beifall vonseiten der Gruppe der FDP)

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