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Jutta Wegner

GRÜNE 07.05.2026 Sitzungen 8/131

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Kolleginnen und Kollegen! Der Antrag der CDU beschreibt ein echtes Problem unseres Landes. Mecklenburg-Vorpommern hat starke Hochschulen, starke Forschung und in vielen Bereichen auch starke Ideen. Aber daraus werden noch zu selten erfolgreiche Ausgründungen und wachsende Start-ups. Insofern beschreibt der Antrag den Kern erst einmal richtig. Aber entscheidend ist ja nicht, ob wir das Problem noch einmal beschreiben, entscheidend ist, ob wir das nicht endlich lösen. Und die Lage ist klar, Mecklenburg-Vorpommern ist bisher kein starker Start-up-Standort in der Breite. Im Bitkom Länderindex 2024 liegt unser Land insgesamt auf Platz 14, in der Kategorie Digitale Wirtschaft auf Platz 16 von 16. Für 2023 werden gerade einmal 19 Start-up-Gründungen ausgewiesen, also 1,2 je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Schon die Prognos-Studie von 2020 hat Mecklenburg-Vorpommern beim Start-up-Geschehen im unteren Drittel verortet und auf Schwächen bei Risikokapital, Sichtbarkeit und Netzwerkdichte hingewiesen. Aber genauso klar ist auch, dieses Land hat Potenzial, und zwar nicht irgendeines, sondern ein ziemlich besonderes. Wir haben wissenschaftliche Stärke in Greifswald, Rostock, Wismar, Stralsund, Neubrandenburg. Wir haben kurze Wege, vorhandene Netzwerke und inzwischen zusätzliche positive Signale wie den GreenTech Hub Rostock/Greifswald. Und vor allem, Mecklenburg-Vorpommern ist kein Start-up-Massenstandort, aber es kann ein profilierter Spezialstandort sein. Der Green Startup Report 2026 sieht unser Land beim Anteil grüner Start-ups mit 28 Prozent bundesweit vorn. Genau darin liegt eine echte Chance, bei GreenTech Energie, Gesundheit, maritime Technologien und forschungsnahe Deep Tech. Deshalb liegt die Stärke des CDU-Antrags auch nicht in der erneuten Forderung nach einer landesweiten Analyse, denn mit der Prognos-Studie liegt seit 2020 bereits eine fundierte Bestandsaufnahme vor. Die eigentliche Frage ist also nicht, ob wir noch einmal beschreiben, was schiefläuft, sondern ob wir endlich konsequent an die Umsetzung gehen. Stärker ist der Antrag dort, wo er an die realen Engpässe im Land rührt, bei passgenaueren Förderprogrammen, bei längeren Entwicklungszeiträumen, beim Kapitalzugang und beim Transfer von Forschung in wirtschaftliche Anwendung. Gleichzeitig bleibt der Antrag an einigen Punkten unvollständig, weil er Fragen von Infrastruktur, Verstetigung und klarer Governance nicht entschlossen genug aufgreift. Gerade deshalb kommt es jetzt darauf an, die richtigen Schwerpunkte zu setzen. Wir brauchen eine klare Fokussierung auf die Bereiche, in denen Mecklenburg-Vorpommern wirklich stark werden kann. Wir brauchen bessere Brücken von der Forschung in den Markt. Wir brauchen Pilotkunden und öffentliche Beschaffung, damit junge Unternehmen hier im Land erste Referenzen aufbauen können. Wir brauchen nicht nur regionale Kapitalgeber, sondern vor allem Sichtbarkeit und Zugang zu überregionalen Investorennetzen nach Berlin, Hamburg und darüber hinaus. Und wir brauchen endlich messbare Ziele, statt wohlklingender Absichten. Darum ist unser Fazit heute, wir teilen die Analyse wesentlicher Hemmnisse bei Ausgründungen, halten den Antrag aber in der vorliegenden Form für zu allgemein, teilweise redundant und nicht konsequent genug auf die tatsächlichen Stärken Mecklenburg-Vorpommerns im Bereich grüner, forschungsbasierter Start-ups ausgerichtet. Wir werden uns deshalb enthalten. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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