landtag-mv.de ↗

Dr. Wolfgang Blank

07.05.2026 Sitzungen 8/131

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete! Moin! (Harry Glawe, CDU: Moin!) Ja, also erst einmal ganz herzlichen Dank für diesen Antrag. (Marc Reinhardt, CDU: … den müssen wir leider ablehnen.) Ja, ich glaube, da könnte man jetzt ganz lange drüber reden. Also irgendwie kommen mir manche Themen da sehr bekannt vor. Ich glaube, es passt auch gut in die Zeit, weil wir auch schauen müssen, wie sieht unser Geschäftsmodell in Zukunft aus. (Vizepräsidentin Beate Schlupp übernimmt den Vorsitz.) Innovation aus der Forschung heraus, aus den Hochschulen heraus, aus den außeruniversitären Forschungseinrichtungen heraus, auch aus den Universitätskliniken heraus wird für die Zukunft ganz, ganz besonders wichtig sein. Dass wir das können, das haben wir gezeigt, glaube ich, das hat auch das Land gezeigt, und da schaue ich jetzt nicht auch wieder in die breite Runde. Ich glaube, gerade das Beispiel der Leitbranche Gesundheitswirtschaft zeigt ja, dass im Wesentlichen auch Kraft, Wirtschaftskraft, Wertschöpfungskraft, aus der Forschung heraus entstanden ist und heute auch nicht mehr wegzudenken ist: DOT, ARTUS, Albutec, Cortronik, Miltenyi und so weiter und so fort, das sind die eher älteren. Ich glaube, da kann man sich auch allseits auf die Schultern klopfen. Die Start-ups von gestern sind eigentlich schon etablierte auch, wie sagt man, Kraftmodule der Gegenwart. Ich glaube, auch in den Hochschulen hat sich etliches getan. Im Landeshochschulgesetz ist der Auftrag gegeben, Wissens- und Technologietransfer zu betreiben und Forschungs- und Entwicklungsergebnisse in die Praxis umzusetzen. Da kommen wir schon mal zu einem Thema, das aufzuschreiben und dann umzusetzen, ist noch ein zweiter Schritt. Und um es gleich vorwegzunehmen, vorwegzusagen, ich glaube, ich kann viele Punkte unterschreiben. Ich vermisse noch etwas die Lösungsansätze, aber das ist vielleicht auch ein Auftrag an uns gemeinsam in die Zukunft, das zu tun. Und es passiert ja auch vieles. Die Hochschulen sollen die Patentierung und Verwertung von Forschungsergebnissen fördern und damit auch die Gründung von Unternehmen durch Mitglieder und Absolventinnen und Absolventen der Hochschule unterstützen. Da braucht man natürlich auch alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschule. Ich habe immer noch in den letzten Jahren Kolleginnen oder Kollegen, Professoren getroffen, die sagten: „Mensch, Herr Blank, das war ja früher schön, da kamen die Firmen zu uns. Jetzt müssen wir zu den Firmen fahren.“ – Ich glaube, da müssen wir auch Mindset gemeinsam ändern. Ganz, ganz wichtiges Thema. Und es passiert auch vieles, und auch das, glaube ich, gemeinsames Ergebnis: EFRE, 266 Millionen Euro in der aktuellen EU-Förderperiode. Das könnte man ja auch zurückschreiben auf die vorherigen Förderperioden, die für Unterstützung der wirtschaftsnahen Forschung zur Verfügung stehen. Schaut man in aktuell die Zuschüsse, sind von insgesamt 99,7 Millionen Euro 263 Projekte bewilligt. Nicht für Start-ups und Gründungen, aber immerhin ein gewisser Anteil. Das ist bürokratisch in der Tat manchmal nicht so ganz einfach, wenn man was vorzeigen muss, weil es die Start-ups ja zum Teil noch nicht haben. Von den bewilligten EFRE-VI-Zuschüssen entfallen anteilig knapp 10 Millionen auf 32 Forschungs- und Entwicklungsprojekte von 17 Existenzgründungen. Ich denke, auch was das Risikokapital anbetrifft, hat das Land sich gut entwickelt: innoSTART, MV innoPRO, die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft, die Ostsee-Sparkasse. Auch die weiteren Träger, glaube ich, haben sich entwickelt, selbst in Vorpommern, sage ich jetzt mal vorsichtig. Wir haben jetzt da seit fünf/acht Jahren eine Initiative der Sparkasse Vorpommern. Da sehe ich auch ein sehr konkretes Zusammenwirken der drei Träger, die auch für die Zukunft da einen wichtigen Part übernehmen wollen – das haben sie uns signalisiert – und die es durchaus geschafft haben, auch von außerhalb Investoren anzuwerben. Und da ist es in der Tat so, ich glaube, wir müssen gemeinsam auch viel stärker den Scheinwerfer auf die Gründungsszene richten. Wir fahren nach außen, wir fahren nach Hamburg, wir fahren nach Berlin, München oder anderswohin, ich glaube, wir müssen es noch mehr schaffen, natürlich das Kapital zu uns zu bekommen. Das ist sicher ein Bedarf. Wir müssen uns da gemeinsam Gedanken machen. Verbundforschung, ganz, ganz wichtiges Thema, gerade auch als Verbindung zum jetzt WKM, glaube ich, versuchen die Kollegen ja auch. Sie müssen sich manchmal ein bisschen strecken und auch aufpassen, dass sie dann bürokratisch/verwaltungstechnisch nicht die Finger in das Scharnier bekommen. Verbundforschung in Zusammenarbeit mit den Hochschulen hier in gut gestrickten Verbundprojekten auch zur Verfügung zu stellen, dass wir über die Hochschulen, die zu 100 Prozent gefördert werden, auch solchen Unternehmen helfen, da sind wir dann in der Problematik, wenn wir dann an Zweckmittel denken, dann reicht das wahrscheinlich nicht, weil wir mit den kleinen Start-ups eben nicht die ganz großen Märkte erreichen können. Da muss man sich auch Förderinstrumente noch mal anschauen. Es gibt seit vielen, vielen Jahren, glaube ich, auch von ganz verschiedenen getragen, den Ideenwettbewerb INSPIRED, ganz wichtig, der dazu dient, auch die Jungen an den Hochschulen zu motivieren. Da sind inzwischen die Außeruniversitären auch mit einbezogen. Ich glaube, auch hier müssen wir Mindset ändern, insofern ein Handlungsbedarf, ja. Die Lösung liegt zum Teil vor, kann immer wieder verbessert werden. Es gibt Programme wie Inno-X, SPINOFF, und ja, in der Tat, da müssen wir auch mehr und mehr weg von dieser Projektförderung. GründerMV – wichtiges Thema, Aufmerksamkeit erzeugen, Sichtbarkeit erzeugen, ganz wesentlich. Wunderbar, dass wir in Mecklenburg-Vorpommern eine viel beachtete Gründungswerft, ich will nicht sagen, initiiert haben, weil die das von sich aus auch aufgestellt haben. Ich glaube, das wird in Norddeutschland beachtet, die sind auch in der Baltic-Sea-Region, also im Ostseeraum, unterwegs – eine beachtliche, ich sage mal, fast schon Graswurzelinitiative, die sich auch da in die, in die Strukturen hineingekämpft hat, wenn man sie auch am Anfang ein bisschen beäugt hat, die aber auch vom Land jetzt mit unterstützt wird. Für Gründungsstipendiatinnen und Gründungsstipendiaten sind wir gerade dabei, ein neues Veranstaltungsformat zu überlegen. Wir haben immer wieder das Problem, hatte ich mir noch mal aufgeschrieben, wir können uns mit anderen vergleichen, also alle Punkte sind richtig, aber wir haben das weite Land und die nicht kritische Masse. Das heißt, unsere Programme müssen auch so sein, dass sie dann auch ein, auch was jetzt die Zielkriterien anbetrifft, dass sie da auch eine gewisse Flexibilität erlauben. Wir haben mit dem Ideenaufruf zur Fachkräftesicherung Studierende für Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern gewinnen können und zu den im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Entrepreneurship geförderten Projektideen für Unternehmen Aktivitäten in den Fokus gestellt, die Kontakte zwischen Studierenden und Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern fördern sollen. Ich hatte es auch aus meiner vorherigen Tätigkeit aber auch festgestellt, auch da müssen wir Mindset bei den Unternehmen und vielleicht auch bei den Wirtschaftsverbänden fördern, die zum Teil da eher noch konservativer aufgestellt sind. Das Thema Kreativität von Start-ups in Verbundprojekten mit Unternehmen zu nutzen, ist, glaube ich, in anderen Landstrichen da deutlich aktiver. Ich glaube, das liegt weniger an der, an der vorliegenden Förderkulisse, sondern auch am Öffnen der Unternehmen dafür, dass wir dort auch die positiven Beispiele zeigen. Ja, also Sie sehen, wir haben, glaube ich, einen breiten Blumenstrauß. Es gibt ein großes Portfolio. Danke für den Punkt Berlin, äh, für den Punkt, dass Sie das Thema eingebracht haben. Sie haben gesagt Start-up Magnet Berlin, ich lese aber auch schon in einigen Veröffentlichungen und auch Berichten, dass Rostock sich durchaus auch im Bereich der Start-up-Szene einen Namen gemacht hat. Nicht so groß wie Berlin, Hamburg und die anderen Großen. Ich glaube, da müssen wir stärken und müssen dann schauen, dass vielleicht ein Magnet wie Rostock mit den anderen zusammen noch viel mehr zusammen dann auch agiert. Es sind ein paar Themen nicht adressiert worden. Ich glaube, einen Punkt hatte ich schon ein wenig angedeutet. Schaue ich auf Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie auch die Uni-Krankenhäuser, dann müssen wir noch stärker in der Wissenschaft aktiv werden, dort den Mindset ändern und noch viel stärker auf das Thema Transfer hinwirken, da bin ich auch sehr, sehr dabei, bis hin zu Hochschulrahmenplänen. Ein weiterer wichtiger Punkt, da wir viele Aktivitäten haben, ist das Bündeln von Maßnahmenstruktur ist genannt worden. Es ist, glaube ich, noch ein bisschen mehr, auch das Verständnis. Ich erinnere mich an ein Treffen von Gründungsberaterinnen und -beratern vor etwa drei Jahren. Da haben wir, glaube ich, in Rostock irgendwie 40/50/55 Gründungsberater von Verbänden, Hochschulen gemacht, die sich zum Teil zum ersten Mal gesehen haben und wo wir sagen, wir müssen dieses Zusammenwirken da auch befördern. Es ist der Größe unseres Landes geschuldet, zeigt, dass es bereits mehr als ein Grundrauschen gibt. Aber ich glaube, hier ist auch durchaus noch Entwicklungspotenzial. Und als dritten Punkt, die bestehenden Unternehmen, hatte ich genannt. Danke hier an dieser Stelle, dass Sie das Thema aufgebracht haben. Ich sehe das auch als Gesprächsangebot. Ich hatte schon gesagt, unterschreiben von den Themen her könnte ich es. Es ist mir zu wenig konkret. Den Punkt mit den öffentlichen Ausschreibungen finde ich einen ganz wichtigen Punkt. Ich glaube, dass es auch ein Mindset jetzt wieder aufseiten der Verwaltung ist. Da haben die Digitalen Innovationszentren schon etliches versucht, auch beigetragen, auch mit dem Minister für Finanzen und Digitalisierung gibt es da gute Konzepte. Ich glaube, da müssen wir insgesamt ein wenig mehr Risikobereitschaft zeigen und da in die Richtung gehen. Ich nehme die Vorschläge gerne mit, Scheinwerfer Startup-Kultur, Gründungskultur in Mecklenburg-Vorpommern, basierend auf Hochschulen, basierend auf den außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Da sieht man auch sehr unterschiedliche Herangehensweisen. Die haben zum Teil ihre kleinen Ökosysteme, das müssen wir mehr verbinden. Ganz herzlichen Dank für die Diskussion und das Aufbrechen dieses Punktes! – Danke schön! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und Die Linke)

Alle Reden von Dr. Wolfgang Blank Protokoll ↗