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Noah Böhringer

FDP 07.05.2026 Sitzungen 8/131

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Ich glaube, der Leitfaden „Nie wieder!“ begleitet mich als Schüler, der in Deutschland aufgewachsen ist, glaube ich, mein Leben lang. Ich persönlich hatte noch das Glück, Zeitzeugen mitzuerleben. Und auch wenn es in Ihrem Antrag steht, doch, diese Opfer wurden auch in meiner Schulzeit behandelt von Lehrkräften, die die Sachen auch vernünftig eingeordnet haben. (Enrico Schult, AfD: Das ist sehr gut! Das ist sehr gut!) Und das gehört dazu, was Herr Koplin richtig gesagt hat, dass man dabei auch bespricht, wie konnte es überhaupt zu dieser Katastrophe kommen. (Zurufe von Martin Schmidt, AfD, und Enrico Schult, AfD) Und das war das deutsche Naziregime, was dafür gesorgt hat, dass die Leute nicht rechtzeitig evakuiert wurden. Deswegen finde ich es auch gut, dass Sie es erwähnt haben, Herr Koplin. Und ja, wir können natürlich darüber hier sprechen, ob es völkerrechtlich in Ordnung war, dieses Schiff abzuschießen. Aber darum geht es ja gar nicht. Es geht um die zivilen Opfer, die dabei gestorben sind. (Enrico Schult, AfD: Richtig!) Die Leute, die in einem Krieg am meisten leiden, das ist immer die Zivilbevölkerung. (Enrico Schult, AfD: Jawoll!) Und deswegen ist es auch vernünftig, darüber zu sprechen, (Enrico Schult, AfD: Jawoll!) was Sie auch gesagt haben, dass wir auch genau benennen, wie es überhaupt dazu kommen konnte: Wie konnte es zu so einem grauenhaften Krieg auf der ganzen Welt kommen? Und da tragen wir, auch wenn ich natürlich später geboren bin, eine große Verantwortung für und vor allem eine Verantwortung, dass wir auch erinnern. Und gerade wenn wir über Erinnerung sprechen, wir hatten gestern den Antrag von den GRÜNEN zur Demokratieförderung. Und wenn Sie sich den Antrag durchgelesen hätten, da war das Thema Erinnerungskultur/Gedenkstätten, es wurde erwähnt. Sie stimmen dagegen. (Enrico Schult, AfD: Da ist ja mehr im Antrag drin.) Also wenn es Ihnen wirklich um Erinnerung gehen würde, dann hätte ich mir gewünscht, dass Sie das, dafür gestimmt hätten. (Enrico Schult, AfD: Es ist ja nicht nur eine Erinnerung im Antrag. Da steht ganz viel im Antrag.) Ja, wir haben es aber überwiesen und hätten darüber sprechen können an dieser Stelle. Genau. Entschuldigen Sie mich, dass ich mich kurz sammeln muss. (Im Plenarsaal fällt ein Laptop zu Boden.) Huch, nicht schlimm! Genau, die Verantwortung, die gerade wir tragen, ist enorm. Ich möchte, dass es nie wieder auf der Welt zu so einem Krieg kommt, wie wir ihn hatten, dass nie wieder so viele Menschen dieses Leid erleben müssen, dass diese Menschen sterben müssen – Kinder, Mütter, Leute, die nichts dafür konnten, (Zuruf von Martin Schmidt, AfD) Leute, die einfach nie, keine Verantwortung dafür hatten. Persönlich macht es mich einfach wütend und traurig zugleich. Ich weiß nicht, wie ich es richtig ausdrücken soll. Ich finde den Antrag zwar aus der Sicht, dass wir über die zivilen Leute sprechen, richtig, aber so, wie Sie ihn stellen, ist es aus meiner Sicht komplett verkehrt, weil er nicht eingeordnet wird. Es geht am Ende nicht darum, dass wir vernünftig erinnern. Es geht nicht darum, dass wir uns dafür einsetzen, dass so etwas nie wieder passiert, es geht einfach nur darum, dass wir in diesem Moment an, nur an diese Katastrophe erinnern, aber nicht darum, wie es dazu gekommen ist und wie wir so etwas verhindern können. In diesem Sinne, wir werden diesen Antrag auf jeden Fall ablehnen, weil er einfach eine Schande für die Leute ist, die damals ihr Leben verloren haben. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, CDU, Die Linke, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der Gruppe der FDP)

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