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Hannes Damm

fraktionslos 07.05.2026 Sitzungen 8/131

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Abgeordnete der demokratischen Fraktionen! In weiten Teilen kann ich Herrn Wulff zustimmen. Ich habe den Bericht, den Bericht gelesen, (David Wulff, FDP: Angeguckt!) na ja, angeguckt. Also ich habe die ersten Seiten gelesen und dachte so, das sind ja nette Ziele, dann kommen noch viele Bilder. Dann habe ich mich gefragt: Wo ist denn der Bericht? Und ehrlich gesagt tue ich mich auch schwer, als Parlament so einen Bericht also zur Kenntnis zu nehmen, weil was soll ich denn, da ist kein Bericht aufgeschrieben, so. Was drinsteht, ja, Baupreisindex plus 40 Prozent für 2019. Trotzdem wurden Projekte vorangebracht. Das ist eine Leistung, klar, (Torsten Koplin, Die Linke: Ja, kann man mal würdigen, kann man mal würdigen!) weniger Projekte zwar, vielleicht nicht 40 Prozent weniger, aber vorangebracht. Klimaneutralität als Leitmotiv 2030, das ist total richtig. Und auch KfW 40 – das haben wir selbst hier auch gefordert – ist auch der richtige Ansatz für unseren Neubau. Das geht, meine ich, aus dem Bestand. PV-Anlagen auf Dächer bauen ist auch richtig, moderne Wärmeversorgung, Elektromobilität, das ist nicht falsch, was dort steht. Also die Richtung stimmt, aber was ich zu Recht finde, angesprochen wurde auch von Herrn Terpe, ist, stimmt der Umfang. Und da kann man aus dem Bericht an sich leider noch nicht genug entnehmen. Wenn man es dann mal selber ausrechnet, nachschlägt, stellt man fest, nein, der reicht auf gar keinen Fall. Wenn Sie sich damit brüsten, dass hier 24 PV-Anlagen gebaut werden auf über 1.000 Liegenschaftsgebäuden, und die Dinger haben vielleicht eine Halbwertszeit, eine Leistungszeit von 25 Jahren, dann müssen Sie die neu machen. Dann kann man nach Adam Riese berechnen, wenn Sie alle Dächer voll haben in dieser Geschwindigkeit, die Sie vollkriegen, bevor Sie wieder von vorne anfangen müssen, dann kriegen Sie knapp über die Hälfte vollgebaut und dann müssen Sie wieder von vorne anfangen. Und da kann man ablesen, dass Sie mindestens mal die Hälfte zu langsam sind, wenn Sie als eigenes Ziel formulieren, dass Sie die PV-Anlagen, die Dächer vollmachen wollen mit PV-Anlagen. Dieses Ziel formulieren Sie ja und das können Sie so überhaupt nicht erreichen. Die 2,9 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen sind jetzt eine historische Investitionschance und die müssen wir auch nutzen. Das Klimaneutralitätsziel 2030 ist das Leitmotiv. Das sind vier Jahre noch. Das benennt der Bericht auch noch mal als Ziel. Da kann man aber ablesen, dass die Geschwindigkeit nicht reicht. Und was es jetzt braucht, ist eben ein gesamter Sanierungsfahrplan für alle Liegenschaften mit einem PV-Plan. Da mache ich regelmäßig Kleine Anfragen, um Ihnen zu helfen. Und dann – das habe ich auch vermisst in so einem landesspezifischen Bericht – könnte man ja auch mal auf die Stärken des Landes abstellen, zum Beispiel Paludikultur, ja?! Wir haben 1.600 Hektar degradierte Moore, größtes Klimaschutzpotenzial unseres Landes. Was hat das mit staatlichem Bauen zu tun? Da könnte man mal vorangehen mit Einblasdämmung aus Seegras und Schilf, Faserbauplatten aus Rohrkolben, Holz aus nasser Moorwirtschaft. Das ist technisch erprobt, noch nicht zertifiziert, noch nicht skaliert. Da muss der Staat mal Vorreiter sein und sich das vorknöpfen, dass wir Menschen dazu ermutigen, da nachzuziehen. Da haben wir ein riesiges Moorwiedervernässungsprojekt und gleichzeitig CO -armes Baumaterial, Arbeitsplätze, technologi-2 sche Vorreiterschaft. Das könnte bundesweit Maßstäbe setzen. Und deswegen denke ich, ja, Bauen ist nicht nur Denkmalschutz, sondern eben auch Klimapolitik. Wer das Ziel 2030 ernst nimmt, braucht Verbindlichkeit, Innovation, mehr Tempo, Mut. Und das muss die öffentliche Hand entsprechend in die Hand nehmen und aus dem Bericht auch noch eine Strategie ableiten. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Gruppe der FDP)

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