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Jutta Wegner

GRÜNE 07.05.2026 Sitzungen 8/131

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Kolleginnen und Kollegen! Künstliche Intelligenz verändert unsere Gesellschaft rasant. Und ja, natürlich, sie verändert auch Schule. Aber die Wahrheit ist, Schülerinnen und Schüler sind längst weiter als viele unserer politischen Debatten. Eine aktuelle Bitkom-Studie zeigt, 65 Prozent der Jugendlichen nutzen bereits KI für schulische Zwecke, und das überrascht uns ja auch gar nicht. Gleichzeitig sagen vier von fünf Schüler/- innen und Schülern, sie wollen lernen, wie man KI sinnvoll nutzt. Das ist doch eine klare Chance und ein klarer Auftrag an uns, an Politik und an Schule. Denn die Frage lautet doch gar nicht mehr, ob KI genutzt wird, die Frage lautet, wie junge Menschen lernen, verantwortungsvoll damit umzugehen, und wie wir unsere Schulen darauf vorbereiten. Das hat ja die Debatte bis hierher auch schon gezeigt. Und genau da stehen wir in Mecklenburg-Vorpommern mitten in einer Übergangsphase. Was wir brauchen, sind Schulen, die vorbereiten statt verbieten. Wir GRÜNE sagen klar, KI ist Werkzeug, nicht Ersatz für Bildung, nicht Ersatz für Lehrkräfte und schon gar nicht Ersatz für eigenes Denken. Denn auch das zeigen Studien wie die der Bosch-Stiftung, über 60 Prozent der Lehrkräfte befürchten negative Auswirkungen auf kritisches Denken sowie soziale und kommunikative Fähigkeiten. Diese Sorgen müssen wir ernst nehmen. Aber dieselben Studien zeigen auch, 57 Prozent der Lehrkräfte sehen Chancen für individuelles Lernen und für bessere Förderung. Genau darum geht es, nicht schwarz oder weiß, nicht Hype oder Panik, sondern verantwortungsvolle Gestaltung, und dazu gehört Ehrlichkeit, denn viele Lehrkräfte fühlen sich im Moment alleingelassen. 62 Prozent sagen selbst, sie fühlen sich unsicher im Umgang mit KI. Das ist kein Vorwurf an unsere Lehrerinnen und Lehrer, das ist ein Auftrag an die Politik und an die Bildungsministerien. Denn wer möchte, dass Schulen mit der Zeit gehen, muss auch investieren in Fortbildungen, digitale Infrastruktur und dem Datenschutz konforme Systeme. Zumindest bei Fortbildungen und Infrastruktur ist MV gar nicht so schlecht aufgestellt. Aber gerade der Datenschutz ist entscheidend. Kinder und Jugendliche sind keine Datenquelle für internationale Techkonzerne. Deshalb brauchen wir europäische Lösungen und klare Regelungen dafür, welche Systeme in Schulen eingesetzt werden dürfen. Und wir müssen auch über Leistung sprechen. Natürlich verändert KI Hausaufgaben und Prüfungen. Wenn Texte auf Knopfdruck entstehen, dann reicht reines Auswendiglernen eben nicht mehr aus. Deshalb brauchen wir eine ganz andere Gestaltung von Aufgaben, von Unterricht und von Prüfungen. Wir brauchen mehr Diskussion, mehr Präsentation, mehr Projektarbeit, mehr kritisches Denken. Denn Schule muss mehr leisten, als Antworten zu reproduzieren. Schule muss junge Menschen befähigen, selbst Fragen zu stellen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, KI wird nicht wieder verschwinden. Aber wir entscheiden, ob sie zu mehr Bildungsgerechtigkeit beiträgt oder zu mehr Unsicherheit, ob sie Lehrkräfte entlastet oder zusätzlich belastet und ob junge Menschen lernen, Technologie kritisch zu nutzen oder ihr blind zu vertrauen. Unser Ziel als GRÜNE ist klar: keine Angst vor Zukunft, aber klare Regeln für Zukunft, Verantwortung statt Verdrängung, Kompetenz statt Chaos und moderne Schulen statt digitalem Stillstand. – Vielen Dank!

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