Torsten Renz
Wenn Sie sich dann diesen Abschnitt unter 3.2 dann genauer durchlesen, was die Lehrkraft dann alles machen soll – und ich habe da tatsächlich mit Lehrkräften zu gesprochen –, wenn sie die Hausarbeiten von 20 bis 25 Leuten vorliegen haben, dass die Empfehlung dann ist, mit jedem in die mündliche Auseinandersetzung zu gehen, weil die gar keine Quellen gekennzeichnet haben, dann sagen die im ersten Schritt, nein, habe ich alles selbst geschrieben. Na klar kann ich den Schüler dann sozusagen überführen und sagen, diese sprachliche Formulierung „relevant“, die hast du in deinem Leben noch nie benutzt, warum steht das da plötzlich in dem Text. Ja, aber was für eine Situation erzeuge ich ja dann auch? Das ist ja auch kein gemeinsames Miteinander. Ich will nur sagen, was das für Herausforderungen sind. Und wenn dann der Lehrer diese Herausforderungen meistern soll, dann geht es ja um die Bewertung. Ich will tatsächlich mal aus 3.2 aus dem aktuellen Leitfaden zitieren, was der Lehrer da machen soll: „Sollte es zu Täuschungshandlungen oder anderen Unregelmäßigkeiten kommen, ergibt sich das Verfahren aus den Grundsätzen des Schulgesetzes Mecklenburg-Vorpommern (§ 62, Abs. 4 Satz 2 und § 67 Absatz 3), der Leistungsbewertung (§ 6 Abs. 6 Leistungsbewertungsverordnung M-V), der Schulabschlussverordnung (§ 16 Schulabschlussverordnung – AVO Sek I M-V), sowie der Abiturprüfungsverordnung (§ 23 Absatz 4 Abiturprüfungsverordnung …).“ Wenn Sie das – ich habe bis zum Ende gelesen und ja jetzt auch zitiert –, wenn Sie diesen Vorgang weghaben als Lehrer, ich glaube, dann geben Sie keine Hausarbeit mehr auf. Insofern will ich das nur mal als praktisches Beispiel hier dokumentieren. Theorie und auch politisches Handeln, was – auch wenn es an einem gewissen Platz jetzt als Kritik aufgenommen wird, ich will es nicht als Kritik formulieren –, das ist diese Herausforderung, diese Riesenherausforderung. Deswegen ist es richtig, dass Politik sich auf den Weg macht mit Weiterbildung. Aber wenn ich mich dann freue, dass da 750 Leute zur Weiterbildung kommen, dann kann das auch ein Ausdruck sein dessen, dass die alle sagen, ja, KI überrollt mich in der Schule, ich weiß gar nicht, was ich tun soll. Diesen Handlungsleitfaden haben die nie im Leben gelesen mit diesen Anweisungen, da haben sie schon aufgegeben. Deswegen gehe ich wenigstens mal zu einer Weiterbildung. Lange Rede, kurzer Sinn, ich greife die Formulierung von Frau Rösler auf, die sagt, unsere Aufgabe ist es, diesen Prozess zu gestalten. Wenn es in dieser Legislaturperiode noch möglich sein sollte, im Bildungsausschuss das mal vertieft anzugreifen, sind wir im Boot. In Richtung Ministerium würde ich eine Bitte aussprechen. Ich habe mir das auch mal angeschaut, tatsächlich die Handlungsempfehlungen der Kultusministerkonferenz, da haben Sie sicherlich auch mitgewirkt, Frau Oldenburg. Also diese Struktur 1 bis 4, diese Themenbereiche, die finde ich gut, die sollte man vielleicht auch aktualisiert bei uns einbringen.
