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Dr. Harald Terpe

GRÜNE 06.05.2026 Sitzungen 8/130

Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Wir beraten heute über die Änderung des Landesjagdgesetzes in Mecklenburg-Vorpommern. Und lassen Sie mich zu Beginn anmerken, wir werden diesem Gesetzentwurf zustimmen, denn er schafft eine landesweite einheitliche Grundlage für das Wolfsmanagement und sorgt dafür, dass nicht acht unterschiedliche Pläne nebeneinander, sondern ein koordinierter Ansatz verfolgt wird. Das ist sinnvoll und praktikabel und es spart Verwaltungsabläufe. Lassen Sie mich aber anmerken, dass wir Bündnisgrüne es nach wie vor für einen Fehler halten, den Wolf ins Jagdrecht aufgenommen zu haben und das Management nicht im Naturschutzrecht zu regeln, denn die Aufnahme des Wolfes ins Jagdgesetz suggeriert eine einfache Lösung, doch die Möglichkeit einer pauschalen Bejagung wird nicht automatisch zu geringeren Risszahlen führen. Wissenschaftliche Studien zeigen, wenn durch Abschüsse Rudelstrukturen zerstört werden, kann es sogar im Gegenteil zu steigenden Rissen führen. Die überwiegende Mehrheit der Wölfe jagt ausschließlich Wild. Und genau diese Tiere brauchen wir auch für ein funktionierendes Wildmanagement und für unsere Wälder, denn unsere Wildbestände sind vielerorts zu hoch. Die Verbissschäden erschweren den klimastabilen Waldumbau erheblich. Der Wolf leistet hier einen wichtigen Beitrag zur natürlichen Regulierung und damit zur Waldverjüngung, auch bei uns in Mecklenburg-Vorpommern. In Mecklenburg-Vorpommern hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt, dass unsere Maßnahmen wirken. Welche Maßnahmen meine ich? Die Maßnahmen, die auch unsere Landwirte schützen, was den Verriss sozusagen von Tieren betrifft, von Nutztieren. Zuletzt sind die Wolfszahlen hier bei uns weiter gestiegen, aber die gemeldeten Nutztierrisse gesunken. Von 2024 auf 2025 nahm die Zahl der Wolfsrudel von 19 auf 26 zu. Die gemeldeten Angriffe auf Nutztiere sanken indes von 94 auf 54. Das ist das Ergebnis von funktionierendem Herdenschutz und zeigt doch, unsere bisherigen Anstrengungen zur Unterstützung der Weidetierhalter beginnen zu wirken. Hier müssen wir jetzt weitermachen. Unabhängig davon, wie wir nun in Zukunft den Abschuss von Wölfen regeln, unsere Weidetierhalter brauchen mehr Unterstützung. Es braucht einen Ausbau bei den Beratungsmöglichkeiten. Außerdem braucht es eine vollständige und verlässliche finanzielle Unterstützung, nicht nur bei der Anschaffung von Schutzzäunen, sondern auch beim enormen laufenden Unterhaltungsaufwand. Gleiches gilt für die Ausbildung, die Anschaffung und die laufenden Kosten von Herdenschutzhunden. Und es gilt ganz besonders für den Schadensfall. Wenn Risse passieren, muss die Entschädigung schnell und unbürokratisch erfolgen, denn Weidetierhaltung ist weit mehr als nur Landwirtschaft. Sie ist Naturpflege, Küstenschutz und Kulturlandschaftserhalt. Und genauso muss sie auch politisch behandelt und in unserer Agrarpolitik entsprechend honoriert werden. Wir tragen die Zentralisierung des Managements heute mit, um ein rechtssicheres und fachlich fundiertes Handeln des Landes zu ermöglichen. Wir werden aber auch sehr genau darauf achten, dass der angekündigte günstige Erhaltungszustand nicht als Freibrief für eine populistische Bejagung missbraucht wird. Und unser Fokus bleibt Schutz durch Prävention. Auf diese Unterstützung der Weidetierhaltung, auf die Unterstützung der Weidetierhaltung sollten wir jetzt unsere politischen Anstrengungen bündeln. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! (Beifall vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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