Thore Stein
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kollegen! Sehr geehrter Herr Minister! Man könnte ja fast schon sagen, na endlich, es funktioniert ja doch, denn, auch das gehört zur Wahrheit dazu, die Problematik, der wir nun langsam doch vielleicht Herr werden können, die ist ja nicht erst seit wenigen Monaten oder seit Jahren vakant, (Vizepräsidentin Elke-Annette Schmidt übernimmt den Vorsitz.) sondern es ist ja nun ein Problem, was uns hier im Land seit vielen, vielen Jahren begleitet. Und zur Wahrheit gehört auch ein bisschen dazu, Herr Minister Backhaus, auch Sie haben sich in den Anfangsjahren, als die Wolfsproblematik, um es mal so auszudrücken, hier aufkam, vehement geweigert, die entsprechenden Schritte einzuleiten. Also ich erinnere mich hier an Redebeiträge von Ihnen, aber auch damals noch von Frau Aßmann, die also quasi sich ganz entschieden gegen eine perspektivische Jagd des Wolfes ausgesprochen haben. Aber wie das in der Politik so ist, hin und wieder kommen Kehrtwenden. Das dauert bei Wölfen zehn Jahre, bei Walen dauert es zehn Tage. Das ist ja nun auch hinreichend bekannt, dass Sie da auch mal schnell von links nach rechts schwenken, wie es gerade passt. Jetzt haben wir also hier tatsächlich einen Gesetzentwurf vorliegen, eine Novelle, eine Änderung, die ja in sich sehr kurz und prägnant ist und absolut unterstützenswert ist. Sie haben es auch richtig gesagt, natürlich können das nicht die Landkreise machen. Die Wolfspopulation, die ist hoch mobil, Wölfe wandern. Daher muss natürlich das Land hier insgesamt dafür sorgen, dass wir einen entsprechenden Managementplan aufstellen können und dann entsprechend auch die Bejagung zielgerichtet und auch effizient umsetzen. Hier möchte ich aber auch durchaus ermahnen, dass man hier auch den Blick darauf haben sollte, dass unter Umständen natürlich diese Entnahme, die Bejagung von Wölfen, nicht widerstandslos von der, ich nenne es jetzt mal ein bisschen Zivilgesellschaft hingenommen wird. Ja, und, Herr Minister Backhaus, Sie haben ja selber erlebt gerade, welche Emotionen da hochkommen können, wenn es um ein Tier geht. Und da bitte ich Sie auch darum, dass Sie im Ministerium die entsprechenden Schritte einleiten, dass man auch die Jägerschaft da entsprechend kommunikativ stark unterstützt und eben hier auch die Notwendigkeit der Bejagung der Wölfe ganz klar herausarbeitet, denn am Ende dürfen es nicht die Jäger sein, die dann quasi die Prügel einkassieren müssen dafür, dass man hier jahrelang den Anwachs der Wolfspopulation hingenommen hat. Das war natürlich nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern, das war primär die Europäische Union, es war aber auch Berlin. Und es ist ja bekannt, dass dort Ihre Partei seit vielen Jahren mitregiert. Also das Ganze hätte durchaus schneller kommen können, dann hätten wir auch deutlich weniger Entnahmen vornehmen müssen, denn die Zahlen haben Sie ja gesagt, wir haben mittlerweile mehrere Hundert Wölfe in Mecklenburg-Vorpommern. Und wenn wir jetzt in die Bejagung reingehen, das habe ich auch schon vor Jahren hier gesagt, dann wird natürlich die Anzahl der Tiere, die wir jetzt schießen müssen, um wieder hin zu einem erträglichen Maß zu kommen, deutlich höher sein, als wenn wir schon vor vielen, vielen Jahren angefangen hätten, hier zielorientiert an die Problematik heranzugehen und eben die von mir auch häufiger geforderten wolfsfreien Territorien durchzusetzen, in denen wir dann eben auch freie Weidehaltung ermöglichen können. Wir hätten entsprechende Schutzräume für Wölfe, Schutzgebiete für Wölfe einrichten können, in denen eben keine Bejagung stattfindet. Jetzt, nach ungefähr zehn Jahren, ist nun das Kind ein bisschen in den Brunnen gefallen. Wir haben 300, wir haben 400 Wölfe in Mecklenburg-Vorpommern. Ich bin sehr gespannt auf die Entwicklung in den nächsten Monaten, wenn dann hoffentlich ein entsprechender Managementplan vorliegt, der dann eben auch einmal ganz klar skizziert, wie viele Wölfe sollen es denn sein, die jetzt pro Jahr dann erlegt werden sollen, wollen Sie das landesweit durchsetzen, wollen Sie sagen, es gibt eben die von mir skizzierten Regionen, in denen man Wölfen freie Lebensentfaltung quasi ermöglicht, und es gibt eben Räume, in denen man dann die menschlichen Nutzungsansprüche höher priorisiert. Also ich bin sehr gespannt auf die Diskussion. Heute stimmen wir natürlich diesem Gesetzesentwurf, dieser Änderung zu, denn sie entspricht ja letztlich einer Forderung, die wir seit vielen, vielen Jahren hier erhoben haben. Und ja, ich bin froh, dass es jetzt so weit gekommen ist, auch zum Wohle unserer Landwirte, und hoffe, dass die Jägerschaft die entsprechende Unterstützung erfährt, die sie jetzt auch dann nötig hat. – Danke schön! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)
