Hannes Damm
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Abgeordnete der demokratischen Fraktionen! Ist ja jetzt nicht unbedingt mein Fachthema, trotzdem – aus einer persönlichen sozusagen Erfahrung – möchte ich mich hier auch einmal zu Wort melden, denn ich bin ja auch junger Vater. Die Geburt meines ersten Kindes war für mich auch, und da stand ich gar nicht im Mittelpunkt, aber auch für mich als Vater ein ziemlich traumatisches Erlebnis. Wenn man da noch kein Kind gehabt hat, Mitte 20 eben ist, und dann nach 30 Stunden Wehen einem Frau und Kind sozusagen vor der Nase fast wegsterben, ich glaube, daran erinnert sich jeder Vater auch. Und deswegen bin ich unserer Beleghebamme so dankbar, die in dieser Zeit für uns alle ein ganz, ganz wichtiger Anker war, und deswegen auch dankbar dem Antrag der FDP, die ja das Problem sozusagen auch implizit aufgreifen. Ich habe das zum Anlass genommen, mit eben dieser Hebamme noch mal in Kontakt zu kommen, die eine Kapazität ist, also eine sehr, sehr erfahrene Hebamme in Mecklenburg-Vorpommern, und die einmal auch den Antrag sich angeschaut hat und am Ende gesagt hat, da steht nichts Falsches drin, dem kann man zustimmen. Deswegen werde ich dem auch folgen, mal das vorwegzunehmen. Ich fand es aber krass zum Beispiel, und das ist ein ganz globales Problem, was auch Herr Koplin angesprochen hat, sozusagen dieser Mechanismus, dieses, Profit der Gesundheit. Also ich fand es verstörend, ja, dass in so einem Notkaiserschnitt mittendrin die Belegschaft wechselt komplett. Und man denkt sich als Vater nur, was ist hier los eigentlich. Zwei konkrete Sachen, die man aber noch erwähnen sollte beziehungsweise wo man ran muss aus Sicht auch dieser Bekannten von mir, das eine zum Hebammenverband oder der -vereinigung, da sind Sie drauf eingegangen. Für die Beleghebammen ist das im Prinzip ein Tropfen auf den heißen Stein, das reicht nicht, also die, die freiberuflich in den Kreißsälen arbeiten. Aber wo ist jetzt der Hebel des Landes? Das ist insbesondere bei den festangestellten Hebammen in Mecklenburg-Vorpommern, die nach der Einführung des Studiums ja auch eine deutliche Qualifizierungssteigerung erfahren haben, was sich aber bis heute nicht in der Bezahlung niederschlägt, leider. Und das ist eben eine Leistung der Kliniken, Verträge, die dort verhandelt werden mit den Hebammen. Und da wünsche ich mir, dass die Landesregierung noch mal in die Gespräche geht und darauf hinwirkt, dass diese besser ausgebildeten Fachkräfte dort eben auch entsprechend ihrer neuen Qualifizierung besser bezahlt werden. Ansonsten wird es dazu führen, oder das sieht man jetzt schon, dass die dann anfangen, Leistungen wie eine Stillberatung zum Beispiel oder andere Dinge außerhalb der Klinik anzubieten, weil es für sie einfach finanziell attraktiver ist. Das verschärft aber diesen Fachkräftemangel, den wir haben schon, immer noch weiter. Der Beruf steht ja sozusagen mit einem Bein vor dem Aussterben. Und das ist etwas, was wir nicht zulassen dürfen aus meiner Sicht. Die Hebammen sind ein ganz, ganz zentraler Teil dieser, ja, dieser Geburtserfahrung, und ich wünsche mir, dass wir als Landesregierung diesen Hebel nicht ungenutzt lassen. In der Uniklinik Greifswald, ohne da jetzt auf Finger Pointing einzugehen, ist es auf jeden Fall notwendig. Und ich glaube, auch im ganzen anderen Land ist es angemessen. – Vielen Dank! (Beifall Torsten Koplin, Die Linke, und David Wulff, FDP)
