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Jutta Wegner

GRÜNE 19.03.2026 Sitzungen 8/128

Nein. (Zuruf von Horst Förster, AfD) Ist es wirklich im Sinne eines Kindes, von Anfang an ausgesondert zu werden, nicht mit den Nachbarkindern zu lernen, nicht selbstverständlich dazuzugehören? Die Vereinten Nationen haben mit der Behindertenrechtskonvention klar formuliert, (Enrico Schult, AfD: Fangen Sie doch nicht wieder damit an! Das ist doch falsch, Frau Wegner, das wissen Sie doch.) Teilhabe ist ein Recht, kein Gnadenakt, keine Option. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, Die Linke und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Diese Verpflichtung gilt auch für uns hier im Landtag. (Horst Förster, AfD: Das muss aber machbar sein! – Zuruf von Enrico Schult, AfD) Und, Herr Schult, bei allem Respekt, Kinder auszusortieren, ist keine Inklusion. (Beifall Dirk Bruhn, Die Linke – Horst Förster, AfD: Richtig! – Torsten Renz, CDU: Das hat er ja auch nicht gesagt.) Eine Förderschule ist keine Inklusionsschule. (Zuruf von Marc Reinhardt, CDU) Und auch Bildungsstudien zeigen sehr deutlich, dass inklusiver Unterricht, gut gemacht, ein Gewinn für alle Kinder ist. Alle Kinder haben bessere Bildungsergebnisse, und das ist doch das, was wir alle wollen. Und lassen Sie uns auch über die Eltern sprechen. Ja, es gibt Eltern, die heute die Förderschulen bevorzugen, aber doch nicht, weil sie gegen Inklusion sind, sondern weil sie erleben, wie schlecht viele allgemeinbildende Schulen ausgestattet sind, wie groß die Klassen sind, wie wenig Unterstützung da ist. Das ist kein Argument gegen Inklusion, das ist ein Argument gegen jahrelanges Sparen. Wenn wir multiprofessionelle Teams an jeder Schule – an jeder Schule – hätten, wenn Schulsozialarbeit Standard wäre, wenn Lehrkräfte entlastet würden, dann würden alle Kinder profitieren, nicht nur einige. Ihr Antrag tut so, als sei Inklusion das Problem. Dabei ist die Unterfinanzierung das Problem. Und ich sage auch deutlich, wer heute Förderschulen dauerhaft festschreiben will, der verabschiedet sich faktisch vom Ziel eines inklusiven Schulsystems. Das ist kein kleiner Kurswechsel, das ist eine bildungspolitische Bankrotterklärung. (Beifall vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Steffi Pulz-Debler, Die Linke) Wir GRÜNE, wir GRÜNE sagen, ja, die Landesregierung aus Linken und SPD hat zu lange gezögert, ja, die Inklusionsstrategie wurde verschleppt. Aber Ihre Antwort ist nicht besser, sie ist radikaler. Sie wollen die Trennung nicht überwinden, Sie wollen sie verfestigen. Dabei sehen wir doch in Mecklenburg-Vorpommern, Inklusion funktioniert. Wir haben Schulen, die zeigen, wie gemeinsames Lernen gelingt, (Andreas Butzki, SPD: Sehr gut sogar!) mit Engagement, mit Teamarbeit, mit Haltung. Was fehlt, ist nicht das Konzept, was fehlt, ist der politische Wille, es flächendeckend umzusetzen. Darum fordern wir schon lange einen verbindlichen Fahrplan mit klaren Zielen, mit konkreten Ausbauschritten, mit einer ehrlichen Finanzierung. Kein weiteres Vertagen, kein Verstecken hinter vermeintlichem Realismus, denn Realismus ohne Vision ist nichts anderes als Stillstand. Wir entscheiden heute nicht nur über Schulstrukturen, wir entscheiden darüber, welches Menschenbild uns leitet: Sehen wir Vielfalt als Stärke oder sortieren wir weiter aus? Wir GRÜNE stehen für eine Schule für alle, für echte Teilhabe, für gleiche Chancen – nicht irgendwann, nicht als leere Formel, sondern als verbindlicher Auftrag. Und deshalb lehnen wir Ihren Antrag entschieden ab. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen Die Linke und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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